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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 12.04.2017

Flaneure der Aufmerksamkeit Wie sich unser Bild von Prominenz wandelt

Von Tim Wiese

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Eine Frau steht im Blitzlichtgewitter vor einer Gruppe Reporter und Fotografen. (picture-alliance/ dpa / Jens Kalaene)
Eine Frau im Blitzlichtgewitter vor einer Gruppe Fotografen (picture-alliance/ dpa / Jens Kalaene)

Was zeichnet Prominenz aus? Warum gilt sie als so erstrebenswert? 15 Minuten Berühmtheit für jede oder jeden hat Andy Warhol einst prognostiziert. Ob die neuen Medien dieses Versprechen heutzutage einlösen, hat sich Tim Wiese in seinem Feature näher angesehen.

"Komödianten, Filmfritzen, Kabarettfatzken, Boxer, Fußballer, Parlamentarier, Eintänzer, Damenfriseure, Literarhistoriker, Persönlichkeiten schlechtweg alle können prominent sein", ärgerte sich der Schriftsteller Karl Kraus schon Anfang des 20 Jahrhunderts. Das Wort "prominent" war gerade erst in Mode gekommen. Der Österreicher bezeichnete es als "Affenschande", wem dieses Attribut alles verliehen wurde. Eine Kritik, die bis heute immer wieder geäußert wird. Der Faszination berühmter Menschen hat das keinen Abbruch getan.

Mehr Massenmedien, mehr Prominente

Mit den Massenmedien ist die Zahl der Prominenten immer weiter gewachsen. Schließlich liefern sie den Stoff für Schlagzeilen, locken Menschen in die Kinos oder sorgen für Einschaltquote. Heute kann angeblich jeder ein Star sein. Das suggeriert zumindest die neue Medienwelt. Die Sehnsucht nach Berühmtheit treibt viele Jugendliche an. Auf Plattformen im Internet finden sie eine Bühne. In einer Studie der University of California bezeichnen befragte Kinder Ruhm als wichtigsten Wert im Leben. Doch was zeichnet Prominenz eigentlich aus? Wie hat sie sich durch den Wandel der Medien verändert? Ermöglichen die neuen Medien tatsächlich jedem 15 Minuten Berühmtheit, wie es Andy Warhol einst prognostiziert hat?

In den Zeitfragen versucht Autor Tim Wiese, das Phänomen zu fassen. Er spricht mit Medienwissenschaftlern und trifft Menschen, deren Lebensziel es ist, prominent zu sein.

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Er liebt den Boulevard und die große Pose. Julian F.M. Stoeckel auf dem Kurfürstendamm in Berlin. (Tim Wiese)Er liebt den Boulevard und die große Pose: Julian F.M. Stoeckel auf dem Kurfürstendamm in Berlin. (Tim Wiese)

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