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Kulturnachrichten

Dienstag, 1. Dezember 2020

Fischotter ist Tier des Jahres 2021

Der Fischotter ist Tier des Jahres 2021. "Kaum ein anderes Säugetier verbindet die Elemente Land und Wasser so perfekt wie er. Wo Otter sich wohlfühlen, ist die Natur noch intakt", teilte die Deutsche Wildtier Stiftung am Dienstag in Hamburg mit. An stehenden und fließenden Gewässern mit natürlich bewachsenen und schilfreichen Uferzonen finde er Unterschlupf und Nahrung. Doch verbaute und kanalisierte Gewässer, trockengelegte Feuchtgebiete und die Vernichtung von Uferrandzonen minimierten seine Überlebenschance, hieß es. Wie viele Otter es in Deutschland gibt, lasse sich schwer schätzen. Fest stehe nur: Im Osten Deutschlands ist er häufiger zu finden als im Rest der Republik. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Fischotter gejagt, um an den kostbaren Pelz zu kommen. Heute werde ihnen oft der Straßenverkehr zum Verhängnis.

Grütters: "Kultur hat Schlüsselrolle für vitale EU"

Nach einem Treffen einer europäischen Ministerrunde hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Bedeutung der Kultur für Europa betont. Dem Kultur- und Mediensektor komme eine Schlüsselrolle für eine vitale Europäische Union zu, sagte die CDU-Politikerin nach der Videokonferenz, an der auch EU-Kulturkommissarin Marija Gabriel teilnahm. Engagement und Kreativität der Beschäftigten trügen maßgeblich zum Zusammenwachsen Europas und zu seiner wirtschaftlichen Dynamik bei. "Durch die Corona-Pandemie wird dies nun umso offensichtlicher", sagte Grütters. Wie kaum ein anderer Bereich leide die Kunst- und Kulturszene unter den Folgen, vielfach durchgehend seit dem Frühjahr. Deshalb sei es wesentlich, dass der Sektor an den europäischen Wiederaufbaumaßnahmen teilhabe.

ZDF-Intendant Bellut erhält Emmy Award

ZDF-Intendant Thomas Bellut wird für seine Management-Leistungen mit dem International Emmy Directorate Award ausgezeichnet. Der 65-Jährige erhalte die Auszeichnung der New Yorker International Academy of Television Arts & Sciences für "seine Leistungen als Medienmanager und die Rolle des ZDF während und nach der Wiedervereinigung", teilte der öffentlich-rechtliche Sender in Mainz mit. Academy-Präsident Bruce Paisner würdigte Bellut als "herausragenden Journalisten und Medienmanager, der über drei Jahrzehnte Fernsehen in Deutschland und darüber hinaus geprägt" habe. Bellut erklärte, die Menschen in Deutschland wüssten "den Wert freier und unabhängiger Medien ganz besonders zu schätzen". Mit dem Directorate Award ehrt die Academy Einzelpersonen oder Organisationen für ihren herausragenden Beitrag zum internationalen Fernsehen.

Portugals Starphilosoph Lourenço ist tot

Portugal trauert um den bedeutendsten zeitgenössischen Denker des Landes: Der Philosoph, Essayist, Autor und Literaturwissenschaftler Eduardo Lourenço starb am Dienstag in Lissabon im Alter von 97 Jahren, teilte das Präsidialamt mit. Ministerpräsident Costa rief für Mittwoch eine nationale Staatstrauer aus. Die Zeitung "Público" würdigte Lourenço als "Giganten des Denkens". Lourenço galt unter anderem als einer der besten Kenner des portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa. Mitte der 1950er Jahre lehrte er portugiesische Kultur in Hamburg und Heidelberg. Danach arbeitete er als Professor im brasilianischen Bahia und anschließend an verschiedenen französischen Universitäten. Lourenço wurde auch ins Deutsche übersetzt und erhielt viele Auszeichnungen, darunter 1996 den Prémio Camões, den wichtigsten Literaturpreis des portugiesischen Sprachraums.

Auktion zur Rettung des Athener Benaki-Museums

Mit einer ungewöhnlichen Auktion von Malereien und zahlreichen anderen Kunstgegenstände versucht sich das Benaki-Museum von Athen zu retten. Die Online-Auktion hat am 30. November begonnen und wird am 7. Dezember enden, sagte die Pressesprecherin des Museums, Athina Isaia, der Deutschen Presse-Agentur. Das Museum ist wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossen. Es muss 70 Prozent seines Budgets selbst erwirtschaften - 30 Prozent kommen vom Staat. Es würden keine eigenen Exponate versteigert, so Isaia. "Zahlreiche Künstler haben uns - ohne eigenen Gewinn - Kunstwerke gegeben, um sie zu versteigern", sagte Isaia. Darunter seien auch viele Angebote aus Deutschland. Das Benaki-Museum befindet sich im Zentrum Athens. Es führt mit der Ausstellung von Objekten aller Art, Trachten und Karten durch die gesamte griechische Geschichte vom Altertum bis zur Neuzeit.

Berlins Kultursenator rechnet nicht mit Berlinale

Berlins Kultursenator Klaus Lederer ist skeptisch, dass die Berlinale wie geplant stattfinden kann. "Dass wir hier im Februar volle Kinosäle über die ganze Stadt hinweg haben, da wäre ich zurückhaltend. Das glaube ich eher nicht bei den derzeitigen Zahlen", sagte der Linke-Politiker am Dienstag mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie. Lederer bekräftigte, dass Kulturorte bis Mitte Januar geschlossen bleiben sollen. "Ich glaube sogar, es wird noch etwas länger gehen", hatte der Senator dazu zuletzt gesagt. Die Berlinale ist vom 11. bis 21. Februar 2021 geplant. Erste Details stehen bereits fest. So soll die Retrospektive den US-Schauspielerinnen Mae West, Rosalind Russell und Carole Lombard gewidmet werden.

Parzinger würdigt russische Kunstwissenschaftlerin

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat die gestorbene russische Kunstwissenschaftlerin Irina Antonowa als "eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten der russischen Museumswelt" gewürdigt. Ihr Lebensweg sei geprägt gewesen von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, sagte Parzinger, der auch Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kultur des Petersburger Dialoges ist, am Dienstag in Berlin. "Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie es für gerecht hielt, kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter aus Deutschland als Entschädigung in Russland zu behalten." Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges sei sie jedoch eine verlässliche Partnerin gewesen für intensivere Kooperationen zwischen deutschen und russischen Museen auch zur Beutekunst. "Dafür danken wir ihr", sagte Parzinger.

Mezzosopranistin befürchtet längere Corona-Folgen

Die Mezzosopranistin Anna Lucia Richter rechnet mit längerfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kulturbranche. "Zurückgezogene Verträge, deutlich geringere Gagen, konventionellere, angstgeprägte Programmkonzepte" würden Künstler noch in den kommenden Jahren beschäftigen, sagte sie in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur in Wien. Aktuell gingen die Absagen für Veranstaltungen bis weit ins nächste Jahr hinein. Die Schließung des Kultursektors sei "nur noch frustrierend", so die gebürtige Kölnerin. Ausgearbeitete Hygiene-Konzepte für Kulturveranstaltungen würden "mit Füßen getreten". Richter hob zudem die Bedeutung kultureller Bildung hervor: "Die Vermittlung muss spätestens in der Schule beginnen, damit Kultur nicht nur für einige Wenige da ist."

Kunstwissenschaftlerin Irina Antonowa gestorben

Die russische Kunstwissenschaftlerin Irina Antonowa ist tot. Die Präsidentin des Puschkin-Museums in Moskau starb im Alter von 98 Jahren, teilte Museumsdirektorin Loschak mit. In Deutschland war Antonowa als resolute Hüterin jener Kunstschätze bekannt, die Sowjetsoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Moskau brachten. Die "Beute" galt als Entschädigung für Kriegsverluste nach dem Überfall durch Hitlerdeutschland. Es gehörte zu ihrem Vermächtnis, dass ein russisches Gesetz gegen den Protest Deutschlands die "verlagerten Kulturgüter" als Wiedergutmachung festschreibt. Zu den Kostbarkeiten gehören auch die Troja-Funde von Heinrich Schliemann und der Eberswalder Goldschatz. "Eine Rückgabe wäre der Beginn einer Revolution in den Kunstsammlungen der ganzen Welt", sagte Antonowa einmal. Sie verwies darauf, dass Museen weltweit voll seien mit Kunstschätzen von Eroberungszügen und Kriegen.

Billie Eilish bleibt meistgestreamte Künstlerin auf Spotify

Die amerikanische Singer-Songwriterin Billie Eilish ist im zweiten Jahr in Folge die weltweit meistgestreamte Künstlerin beim Musikstreaming-Marktführer Spotify. Nummer eins bei den Männern und überhaupt ist international der Latin-Trap- und Reggaeton-Sänger Bad Bunny aus Puerto Rico. In Deutschland erreichte zum zweiten Mal in Folge der Rapper Capital Bra Platz eins der bundesweit meistgestreamten Künstler. Meistgestreamte Musikerin ist in Deutschland die Schweizer Rapperin Loredana, gefolgt von der Singer-Songwriterin Lea und Billie Eilish. Bei den Podcasts kamen erneut die Comedians Felix Lobrecht und Tommi Schmitt auf Platz eins vor Jan Böhmermann und Olli Schulz, Platz drei belegt das tägliche Format "Tagesschau in 100 Sekunden".

Badisches Staatstheater sucht neuen Intendanten

Der umstrittene Generalintendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler, soll das Haus in Karlsruhe im kommenden Sommer verlassen. Der Vertrag werde nach seiner zweiten Amtszeit aufgelöst, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftssenatorin Theresia Bauer (Grüne) am Montagabend nach einer Sitzung des Verwaltungsrats. Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden. Spuhlers Vertrag war erst 2019 bis 2026 verlängert worden. Der Theaterchef steht seit Monaten wegen seines Führungsverhaltens in der Kritik. Unter anderem hatte der Personalrat in einem offenen Brief Spuhler "Kontrollzwang, beständiges Misstrauen und cholerische Ausfälle" vorgeworfen. Der entschuldigte sich nach der schweren Kritik und gelobte Besserung. Eine Kommission soll nun einen Vorschlag für Spuhlers Nachfolge erarbeiten.

Seeatlas für 325.000 Euro versteigert

Ein wertvoller Seeatlas von 1586 ist bei einer Auktion in Hamburg für 325.000 Euro ersteigert worden. Ein Bieter aus Großbritannien habe das Werk eines Holländers am Abend erstanden, sagte eine Sprecherin vom Auktionshaus Ketterer Kunst. Der seltene Seeatlas gilt laut Experten als "Meilenstein der nautischen Kartographie". Er enthält eine Gesamtkarte von Europa und 44 Teilkarten, die nahezu lückenlos die Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten Europas abbilden. Der Schätzpreis lag nach Angaben des Auktionshauses zunächst bei 180 000 Euro.

Autoren kritisieren Bibliotheken-Schließung in Bayern

Die Autorenvereinigung PEN fordert die bayerische Staatsregierung auf, die beschlossene Schließung von Bibliotheken und Archiven "umgehend rückgängig" zu machen. "Wie kann es sein, dass Bayern im Rahmen der Corona-Maßnahmen als einziges Bundesland seine Stadt- und Gemeindebibliotheken schließen will, obwohl im Artikel 3 der Bayerischen Verfassung eindeutig geschrieben steht, 'Bayern ist ein Kulturstaat'?", heißt es in einem Offenen Brief des deutschen PEN-Zentrums an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Schließungsanordnung der Staatsregierung mit Wirkung ab 1. Dezember stammt vom 26. November, ausgenommen sind nur Hochschulbibliotheken. Bibliotheken stellten einen unverzichtbaren Zugang zu Wissen und Bildung dar, so das PEN-Zentrum. Ihre Nutzung sollte "in einer freiheitlichen Demokratie unter keinen Umständen eingeschränkt werden".

US-Botschaft kritisiert ungarischen Museumsleiter

Die US-Botschaft in Ungarn hat einen antisemitischen Artikel verurteilt, der den amerikanisch-ungarischen Milliardär George Soros auf eine Ebene mit Hitler und den Nazis stellt. Der Leiter des Literarischen Museums Petofi in Budapest, Szilard Demeter, hatte in einem Meinungsbeitrag auf der Nachrichtenseite Origo am Samstag Europa unter anderem als "George Soros' Gaskammer" bezeichnet. Gegen Ungarn und Polen läuft bei der EU eine Untersuchung wegen des Vorwurfs, die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben. Soros ist ein Holocaust-Überlebender. Der gebürtige Ungar wird häufig vom rechtspopulistischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban kritisiert. Mehr als 12.000 Personen haben eine Petition unterzeichnet, die den Rücktritt von Demeter fordert. Demeter zog nach der Kritik den Artikel am Sonntag zurück. Er teilte mit, dass er sein Facebook-Konto löschen werde.

Dutzende Theater beteiligen sich an Aktionstag

Als Zeichen in der Corona-Pandemie haben sich Dutzende Häuser an einem Aktionstag der im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester beteiligt. In Dresden etwa spielten Bläser der Dresdner Philharmonie auf dem Turm der Kreuzkirche. Mitarbeiter des Hans Otto Theaters in Potsdam bildeten eine Menschenkette vor dem Haus. Die Vorpommersche Landesbühne in Anklam stellte ein Video auf seine Internetseite, in dem die "Weihnachtsgans Auguste" die Gäste auf einen virtuellen Theaterrundgang mitnimmt. Der Aktionstag soll laut Bühnenverein "in dieser gesellschaftlich so herausfordernden Zeit" ein "Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum in die Kommunen senden".

Weihnachtskonzert in Kathedrale Notre-Dame

Der Chor von Notre-Dame wird an Heiligabend erstmals wieder ein Konzert in der schwer beschädigten Pariser Kathedrale geben. Es werde unter strikter Einhaltung der geltenden Gesundheitsmaßnahmen stattfinden und im Fernsehen übertragen, teilte die Erzdiözese am Montag mit. An der Veranstaltung sollen unter anderem 20 Sängerinnen und Sänger des Erwachsenenchors von Notre-Dame, zwei Solisten und ein Orgelspieler teilnehmen. Eine kleine Orgel wird für das Ereignis eigens gemietet, da die eigentliche Orgel des Gotteshauses restauriert wird. Die Kathedrale wurde im Frühjahr 2019 bei einem Brand schwer beschädigt. In der vergangenen Woche gelang ein Meilenstein der Sicherungsarbeiten: Das bei dem Brand geschmolzene Gerüst auf dem Dach der Kathedrale wurde entfernt. Kulturministerin Roselyne Bachelot sprach nach dem Abbau davon, dass Notre-Dame nun "gerettet" sei.

"Corona-Pandemie" ist "Wort des Jahres" 2020

"Corona-Pandemie" ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum "Wort des Jahres" 2020 gekürt worden. Auf dem zweiten Platz landete "Lockdown", teilte die Gesellschaft in Wiesbaden mit. Bei der Aktion wählt eine Jury regelmäßig zehn Wörter und Wendungen aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Die Begriffe stammen aus einer Sammlung von mehreren Tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden. Im vergangenen Jahr wurde "Respektrente" zum "Wort des Jahres" gekürt, 2018 war es "Heißzeit".

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