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Tonart | Beitrag vom 24.04.2019

Firmenchef Don Was über 80 Jahre Blue NoteMusik, die die Seele berührt

Don Was im Gespräch mit Andreas Müller

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Don Was, Chef der Blue Note Records, bei einem Musik-Event in Hollywood am 25. Juni 2015 (picture alliance / AP Images / Invision / Dan Steinberg)
Es geht nicht um Genres und Gepose - sondern um Musik, die die Seele berührt, sagt Don Was über Blue Note Records. (picture alliance / AP Images / Invision / Dan Steinberg)

Blue Note hat wie keine andere Plattenfirma den Sound des modernen Jazz geprägt. Das Label wurde 1939 in New York City von zwei Deutschen gegründet. Zum 80. Jubiläum spricht Label-Chef Don Was über seine Visionen und zeitgemäßen Jazz.

Don Was ist zum ersten Mal in den 60er-Jahren im Alter von 14 Jahren mit Blue Note in Kontakt gekommen, als er Musik des Labels im Auto seiner Mutter hörte. Damals lief auf einem Radiosender in Detroit Joe Hendersons Stück "Mode For Joe", das mit einem schmerzerfüllten Aufschrei eines Saxophons beginnt. "Ich hatte noch nie etwas Vergleichbares gehört", sagt Don Was im Deutschlandfunk Kultur. Nach diesem Erweckungserlebnis habe er sich dann ein eigenes Radio gekauft, um weiterhin Jazz hören zu können.

Außergewöhnliche Geschichtenerzähler

Dabei war Jazz in den 60er-Jahren alles andere als angesagt, Rock war die bestimmende Musikrichtung. Don Was war allerdings von den "impressionistischen Sounds" der Blue-Note-Künstler begeistert. "Das ging unter die Haut", sagt er, "die Musik hatte etwas, das mit Worten nicht zu beschreiben ist." Alfred Lion, einer der Gründer von Blue Note, habe von Beginn an Musikerinnen und Musiker um sich geschart, die auch ohne Texte und Gesang außergewöhnliche Geschichtenerzähler gewesen seien.

Don Was ist seit 2011 Chef von Blue Note. Das Label stand kurz davor, geschlossen zu werden. "Sie haben jemanden mit einer Vision gesucht, der das Label in die Zukunft führen konnte", erinnert sich Was, der damals ein gefragter Musikproduzent war.

Blue Note prägt den Sound aktueller Jazz-Musiker

Musikfans suchten wieder nach ehrlicher und authentischer Musik, ist Was überzeugt. Er freut sich über das neue Interesse an Jazz-Musikern wie Kamasi Washington oder dem Label Brainfeeder. Es gehe auch nicht mehr so sehr um Genres und Gepose, sondern um Musik, die die Seele berührt, bei der man etwas fühlen könne, betont er: "Ein Rapper wie Kendrick Lamar, der mit Jazz-Musikern zusammenarbeitet, der ist einfach echt und zeitlos."

(chm)

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