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Kompressor | Beitrag vom 05.02.2020

Final Girls Berlin Film FestivalDer reale Horror weiblicher Lebenserfahrung

Eli Lewy und Linda Hofmann im Gespräch mit Shanli Anwar

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Haley Bennett vor dem Fenster im Film "Swallow" (Final Girls Berlin Film Festival)
Was in diesem Film geschieht, sollte man auf keinen Fall zuhause nachmachen: "Swallow" von Carlo Mirabella-Davis. (Final Girls Berlin Film Festival)

Das Final Girls Berlin Film Festival zeigt das Horror-Genre aus weiblicher und nicht-binärer Perspektive. Dabei wird auch der ganz alltägliche Horror thematisiert: von Charles Manson bis MeToo.

Seit 2017 gibt es das Final Girls Berlin Film Festival. Ein Filmfest, das weiblichen und nicht-binären Horrorfilmregisseurinnen und -Regisseuren ein Forum für ihre abgründige Kunst bieten will. Seitdem wächst es mit jedem Jahr seines Bestehens und reist sogar um die Welt. Vom 6. bis 9. Februar findet es zum fünften Mal statt.

"Das Schöne an Horrorfilmen ist, dass darin politische oder gesellschaftspolitische Themen viel expliziter verhandelt werden. Das macht das Ganze auch interessant", sagt Mit-Organisatorin Linda Hofmann. "Ich glaube, es ist gerade für Frauen und Nicht-Binäre Menschen so interessant, weil es da Anknüpfungspunkte gibt, realen Horror zu verarbeiten und aufzugreifen, sich bestimmte Themen anzueignen und sich dadurch ein Empowerment herauszuziehen."

Ein Beispiel dafür ist der Eröffnungsfilm "Charlie Says" von Mary Harron, die schon bei "American Psycho" Regie geführt hat. Der Film zeigt die Perspektive der Frauen, die für Charles Manson gemordet haben, und wie sie nach ihrer Tat im Gefängnis leben. "Mary Harron ist eine wichtige Regisseurin", sagt Co-Festival-Chefin Eli Lewy. "Wir finden es wichtig, die Geschichte von Charles Manson, die sehr bekannt ist, auf eine andere Art zu zeigen." Sonst würden die Frauen nur als verrückt dargestellt. "Es ist viel komplexer als das. Dieser Film zeigt das sehr schön."

Das Festival zeigt auch Filme über den realen Horror weiblicher Lebenserfahrung. Einer davon ist "Swallow" von Carlo Mirabella-Davis. Er handelt von einer Hausfrau, die zwanghaft gefährliche Objekte wie Murmeln und Sicherheitsnadeln schluckt. Eine Kurzfilmreihe widmet sich dem Thema #Metoo.

"Weibliche und nicht binäre Perspektiven gab es schon immer im Horrorfilm", sagt Linda Hofmann. Um das darzustellen, gibt es bei jedem Festival auch eine Retrospektive. Diesmal wird der Klassiker "Slumber Party Massacre" (1982) zu sehen sein, in der Regisseurin Amy Holden Jones mit den Stereotypen des Slasher-Films spielt.

(leg)

Das Final Girls Berlin Film Festival 2020 findet vom 6. bis 9. Februar im City Kino Wedding statt.

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