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Fazit | Beitrag vom 31.03.2020

Filmförderung in der CoronakriseWeiterfördern, um eine Perspektive zu geben

Petra Müller im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Petra Müller, die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, blickt in die Kamera. (dpa / picture alliance / Monika Skolimowska)
Außer dem Hilfsprogramm müsse auch das normale Kerngeschäft der Filmförderung weitergehen, sagt Petra Müller von der NRW Medienstiftung. (dpa / picture alliance / Monika Skolimowska)

Die Filmbranche kann in der Coronakrise keine Dreharbeiten durchführen. Bund und Länder haben sich zu einem besonderen Hilfsprogramm zusammengetan, das Produzenten und Verleiher unterstützt, erläutert Petra Müller von der NRW Medienstiftung.

Das Förderprogramm sei ein Zusammenschluss aus allen Bundes- und Länderförderern, sagt Petra Müller. Sie ist Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. Die Förderung unterstütze vor allem Projekte, die bereits durchfinanziert sind, mit Filmdrehs begonnen hätten und die nun unterbrechen und verschieben müssten, erläutert Müller. "Da wissen wir ganz genau: Der Produzent hat sein Projekt kalkuliert, die Verträge sind geschlossen. Also eine ganz schwierige Situation."

Schnelle Lösungen gefordert

Um Pleiten für so betroffene Produzenten zu vermeiden, sei eine schnelle Lösung wichtig. Da zu jeder Film-Finanzierung meist sowohl große Verleiher, die Sender und in der Regel auch Bundes- und mehrere Länderförderer gehörten, sei es zu langwierig, wenn alle diese Geldgeber Prüfverfahren einzeln machten. "Wir haben vereinbart, dass wir den gleichen Antrag in alle Häuser kriegen. Einer prüft und wenn er sagt 'Das ist prima so', dann wird es Zug um Zug ausgezahlt, aus jedem Haus. Das nennt man einen sogenannten 'virtuellen Fonds'."

Produzenten müssten nur nachweisen können, dass sie aufgrund der Corona-Bedingungen Arbeiten verschieben und unterbrechen mussten: "Dann beteiligen wir uns an der Mehrkostenförderung. Er stellt uns dar, wie die Mehrkosten aussehen. Wir gucken uns das an, versuchen das zügig zu machen, und zahlen dann dem Produzenten diese Mehrkosten in dem Verhältnis, in dem wir auch gefördert haben."

Bisher habe man 15 Millionen Euro in den virtuellen Topf für Produktionen gesteckt, so Müller: "Wir gucken jetzt mal bis zum 30. Juni, wo wir dann stehen. Ich bin persönlich der Auffassung, dass wir dann noch mal weiter gucken müssen. Das ist alles im Augenblick noch ein Schritt zu weit. Wir wollen das jetzt erst mal mit hoher Konzentration und Hochdruck an den Start bringen."

Förderungen einfach weiterführen

Bei ihren Sorgen um die Unternehmen und deren Mitarbeiter, denke sie an die vielen Freiberufler und die Solo-Selbstständigen, die typisch für die Film-Branche sind. Es gelte vor allem, das Kerngeschäft der Förderer zu machen.

"Das hört sich lapidar an, ist aber extrem wichtig: in Nordrhein-Westfalen, aber auch die anderen Länder, fördern einfach weiter. Wir haben Projekte, die vielleicht im Herbst gedreht werden können. Und wir wollen die jetzt sehr gut ausstatten, damit die Unternehmen, die Produzenten, die Kreativen eine Perspektive haben – eine Zukunftsperspektive, dass wir das nicht abrutschen lassen an der Stelle. Das finde ich noch mal ganz wichtig zu bedenken: dass wir auch das Normale tun, dass wir unseren normalen Job auch gut und gewissenhaft machen."

(mle)

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