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Interview / Archiv | Beitrag vom 14.05.2019

Filmfestspiele in Cannes Zu wenig Frauen, zu viele alte Männer

Patrick Wellinski im Gespräch mit Axel Rahmlow

Das diesjährige Plakat des Filmfestivals in Cannes (picture alliance / Photoshot)
Auf dem Plakat der Filmfestspiele in Cannes wird mit der verstorbenen Filmemacherin Agnes Varda geworben. (picture alliance / Photoshot)

Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm, sagt Patrick Wellinski, der für uns das Filmfestival in Cannes begleitet. Am Abend feiert ein Zombie-Film von Jim Jarmusch Weltpremiere. Angesichts vieler alter Herren auf dem Festival wird bereits über eine "Gerontokratie" gespottet.

Mit einer Zombie-Komödie werden die 72. Filmfestspiele in Cannes eröffnet. "The Dead Don't Die" ist der neue Film des US-Regisseurs Jim Jarmusch. Zur Premiere werden auf dem roten Teppich zahlreiche Prominente erwartet.

Unser Filmkritiker Patrick Wellinski sagte, das Festival sei jedes Jahr auch ein Spiegel der politischen Ereignisse und könne der Gegenwart nicht entkommen. So hätten die französischen Gelbwesten Proteste angekündigt und in Cannes hingen unter den Wahlplakaten für den Europawahlkampf auch Forderungen der Rechtsextremen nach einem "Frexit":

"Da zeigt sich eben, dass Eskapismus hier vor Ort kaum möglich ist", sagte Wellinski. Angesichts der vielen alten Herren auf dem Festival werde davon gesprochen, dass dort die "Gerontokratie" herrsche. Es sei ein Problem, dass Cannes so an seinen Stammgästen festhalte.

Im Wettbewerb seien dieses Jahr vier Regisseurinnen vertreten und 18 im Programm. "Das ist kein guter Schnitt", sagte Wellinski, auch wenn das Festivalplakat mit dem Bild der verstorbenen Regisseurin Agnes Varda werbe. Für etwas frischen Wind sorgten immerhin Filmemacher aus dem Mahgreb, aus Lateinamerika und Afrika, die gut vertreten seien.

(gem)

Das ganze Programm der Filmfestspiele in Cannes finden Sie hier:

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