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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. November 2020

Filmfestivals wollen bei Corona-Strategien mitreden

Die Filmfestivals in Deutschland verlangen mehr Beachtung bei den politischen Strategien zur Bewältigung der Corona-Krise. Im Gegensatz zu anderen Kultursparten würden die Festivals nicht in konkrete Gespräche zu Exitstrategien für die Zeit nach Corona einbezogen, teilte die Arbeitsgemeinschaft der Filmfestivals in Deutschland in München mit. In der AG haben sich mehr als 100 Festivals zusammengeschlossen, darunter das Filmfest München, die Hofer Filmtage und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Insgesamt gibt es nach Angaben der AG mehr als 400 Filmfestivals in Deutschland.

MDR unterlegt Märchenfilme mit Gebärdensprache

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat mehr als 50 Märchenfilme mit Deutscher Gebärdensprache ausgestattet, teilte der Sender am Donnerstag in Leipzig mit. Sie sollen per Livestream, Smart TV (HbbTV) und über die ARD-Mediathek abrufbar sein. Zum Auftakt werden am Samstag im MDR-Fernsehen "Teuflisches Glück" und "Das kalte Herz" gezeigt. Am Sonntag folgt der Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Auch für "Das Erste" und weitere Partner in der ARD hat der MDR den Angaben nach zahlreiche Märchen mit Gebärdensprache versehen. MDR-Intendantin Karola Wille sagte, sie freue sich sehr, dass das in diesem "für uns alle schweren Jahr" gelungen sei. Gerade jetzt wolle man Programm für alle Menschen machen und besonders nah bei ihnen sein, erklärte die Intendantin.

Banksy-Kunstwerk für 170.000 Euro versteigert

Das Bild "Vogel mit Granate" des Künstlers Banksy ist in den Niederlanden für 170.000 Euro unter den Hammer gekommen. Das 2002 entstandene Kunstwerk sei an einen niederländischen Sammler gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf das Auktionshaus Hessink's in Zwolle. Das Bild stamme aus der Privatsammlung von Jamie Wood, Sohn des legendären Rolling-Stones-Gitarristen Ron Wood, so das Auktionshaus. Auf dem gesprayten Bild ist einer Abbildung von Hessink's zufolge ein Vogel zu sehen, an dessen Schnabel eine Handgranate hängt.

Porträtmaler Günter Rittner ist gestorben

Günter Rittner, einer der bedeutendsten deutschen Porträtmaler ist gestorben. Er sei mit 93 Jahren am vergangenen Montag friedlich in einem Münchner Seniorenheim eingeschlafen, teilte sein Sohn mit. Der Künstler hatte Prominente wie Heinz Rühmann, Curd Jürgens, Walter Scheel oder Franz Josef Strauß gemalt. Ebenso die Bundeskanzler Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger, deren Porträts in der Kanzlergalerie im Kanzleramt hängen. Die erste Regierungschefin, Kanzlerin Merkel, zu porträtieren, sei sein unerfüllter Traum gewesen, erklärte Rittners Sohn. Mehr als tausend Bilder schuf Günter Rittner bis zu seinem Tod, 75 Porträts hat er in dem Bildband "Menschenbilder" veröffentlicht.

Bund gibt 85 Millionen Euro für Festspielhaus Bayreuth

Für die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses hat der Bund weitere 84,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das habe der Haushaltsausschuss des Bundestages in seiner Bereinigungssitzung beschlossen, teilte die CSU-Abgeordnete Silke Launert aus Bayreuth mit. Im Festspielhaus müssten die völlig veraltetete Technik modernisiert und die sicherheitsrechtlichen Anforderungen erfüllt werden, sagte Launert. Die Festspiele seien ein Kulturgut und ein Aushängeschild für Bayreuth.

Bund erhöht Kulturhaushalt auf 2,1 Milliarden Euro

Der Kulturhaushalt des Bundes steigt in Corona-Zeiten deutlich an. Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte weitere 170 Millionen Euro. Damit steht im kommenden Jahr die Rekordsumme von gut 2,1 Milliarden Euro für Kulturausgaben bereit. Zu den mehr als 100 vom Bund geförderten Projekten
gehören das Bayreuther Festspielhaus, die Berliner Urania, das Bauhaus-Archiv, die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025.

Grütters bedauert weiteren Lockdown für die Kultur

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die andauernde Schließung von Kultureinrichtungen bedauert. Für die Kreativen sei es bitter, auch im Dezember ihre Kunst nicht ausüben zu können, erklärte sie in Berlin. Die Kultureinrichtungen seien die ersten gewesen, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten - sie dürften nicht die letzten sein, die wieder öffnen dürften, mahnte die CDU-Politikerin. Umso wichtiger sei es, dass der Bund-Länder-Beschluss erstmals ausdrücklich klargestellt habe, dass die Einrichtungen wieder öffnen dürfen, sobald es die Infektionslage zulasse, sagte Grütters. Die Deutsche Orchestervereinigung forderte verlässliche Perspektiven und Lockerungsszenarien für die ersten Monate des neuen Jahres. Einen Konzert- oder Theaterbetrieb könne man nicht vom einen auf den anderen Tag sondern erst nach Wochen wieder hochfahren.

Morde an Journalisten in Mexiko auf Rekordstand

Journalisten sind bei ihrer Arbeit in Mexiko so lebensbedrohlich gefährdet wie noch nie. Nach Regierungsangaben wurden seit Anfang 2020 bereits 19 Medienvertreter getötet. Das sei die höchste Zahl seit einem Jahrzehnt, berichtet das Portal Aristegui. Seit der Amtszeit von Präsident Andres Manuel Lopez Obrador wurden demnach bereits 38 Morde an Journalisten gezählt. In nur fünf Prozent der Fälle wurde bislang ein Täter verurteilt.

Jüdisch-muslimisches Festival wird ausgezeichnet

Das Münchner Festival "ausARTen" von Juden und Muslimen erhält den mit 5.000 Euro dotierten "EVZ Foundation Award for Jewish-Muslim Solidarity". Das teilte die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in Berlin mit. Die EVZ wurde zur Entschädigung von Zwangsarbeitern der Nationalsozialisten gegründet und engagiert sich auch für Menschenrechte und Völkerverständigung. Das Kunst- und Kulturfestival "ausARTen" wird vom Münchner Forum für Islam veranstaltet. Nach Angaben der EVZ-Stiftung sieht es Juden und Muslime als Verbündete mit gemeinsamen Herausforderungen und Interessen. Wegen der Corona-Pandemie findet zur Preisverleihung kein Festakt statt.

Darmstädter Sprach-Akademie bestätigt Präsidenten

Der Literaturwissenschaftler Ernst Osterkamp ist für die kommenden drei Jahre als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung wiedergewählt worden. Das teilte die Akademie in Darmstadt mit. Der 70-Jährige lehrte unter anderem bis 2016 an der Humboldt-Universität Berlin. Die Akademie verleiht seit 1951 den Georg-Büchner-Preis. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als wichtigster literarischer Preis in Deutschland. Die Sprachwissenschaftlerin Ursula Bredel und die Schriftstellerin Monika Rinck wurden zu Vizepräsidentinnen gewählt, der Wissenschaftshistoriker Michael Hagner ist der dritte Stellvertreter. Vier der sechs neuen Beisitzerinnen und Beisitzern sind zudem Frauen.

Oberender bleibt Intendant der Berliner Festspiele

Der Autor und Kurator Thomas Oberender bleibt bis zum 31. Dezember 2026 Intendant der Berliner Festspiele. Die Bundesregierung habe seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert, teilten die Berliner Festspiele mit. Oberender ist seit 2012 ihr Intendant und Geschäftsführer. Ihm seien Kulturereignisse zu verdanken, die aufrütteln und gewohnte Perspektiven sprengen. Mit der Kraft des künstlerisch Unerwarteten mache er immer wieder Dinge sichtbar und erlebbar, die so zuvor noch nicht gehört wurden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Thomas Oberender bedankte sich bei der CDU-Politikerin für das in ihn gesetzte Vertrauen und die Unterstützung der Berliner Festspiele und ihrer zwei Häuser durch das Ministerium. Die Berliner Festspiele sind ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH.

Museumsexpertin fordert Wiederöffnung der Museen

Die Direktorin des Berliner Instituts für Museumsforschung, Patricia Rahemipour, hat sich für die Wiederöffnung von Museen ausgesprochen. Sie seien wichtige Orte der Bildung, für den Austausch, aber auch für besinnliche Momente, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Oftmals verfügten sie über große Räume, um die notwendigen Abstände zu gewährleisten. Die Museen hätten alles getan, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, so Rahemipour. Einige Häuser und Einrichtungen seien in der Pandemie existenziell bedroht, denn die meisten der rund 7.000 Museen in Deutschland werde nicht staatlich finanziert. Die Museums-Expertin lobte die Bundesregierung für ihre Unterstützung kleinerer Häuser etwa beim Ausbau der digitalen Angebote.

Deutscher Kurzfilmpreis für sieben Filmschaffende

Kulturstaatsministerin Grütters hat sieben Filmschaffende mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Die beiden Preise für Spielfilme gingen an Borbála Nagy für den Film "Land of Glory" und Jannis Alexander Kiefer für "Meeting". In den Kategorien Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilm waren Roxana Reiss und Marian Freistühler ("Alturas"), Katharina Huber ("Der natürliche Tod der Maus") und Vika Kirchenbauer ("Untitled Sequence of Gaps") erfolgreich. Sie erhalten jeweils 30 000 Euro. Den mit 20 000 Euro dotierten Sonderpreis erhielt Ann Carolin Renninger für ihren Film "Maman Maman Maman".

EU-Parlament besorgt über Medienfreiheit

Die Abgeordneten des Europaparlamentes warnen angesichts anhaltender Angriffe gegen Journalisten vor Eingriffen in die Medienfreiheit in der Europäischen Union. Der Medienpluralismus sei in mehreren EU-Mitgliedstaaten gefährdet, kritisierten die Abgeordneten in einem Bericht. Man beobachte eine zunehmende Verunglimpfung von Journalisten. In einigen Mitgliedstaaten habe das Parlament politisch motivierte Einschränkungen der Medien beobachtet. Hochwertiger und unabhängiger Journalismus sollen nach Ansicht der Abgeordneten besser geschützt werden. Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik waren zuletzt auch in Deutschland mehrere verbale und körperliche Angriffe auf Journalisten gemeldet worden.

Berlins Kunstszene startet Selbsthilfe-Kunstauktion

Die infolge der Corona-Pandemie darbende Berliner Kunstszene hilft sich selbst und startet eine dreitägige Kunstauktion. Für "Berlins 1. Direkte Auktion für Bildende Kunst" haben nach Angaben der Initiatoren 19 Kuratorenteams mehr als 400 Kunstwerke und Artefakte aus Berlin versammelt, die vom 26. bis 28. November im Auktionshaus Jeschke van Vliet unter den Hammer kommen. Versteigert werden Werke lokaler Künstlerinnen und Künstler, aber auch Arbeiten von Kunstmarktgrößen wie Julian Schnabel, Banksy, Martin Kippenberger oder zwei original am Set benutzte Filmskripte von US-Regisseur Quentin Tarantino. Zwei Drittel der Nettoerlöse landeten direkt bei den Künstlerinnen und Künstlern und Einlieferern, hieß es. Zehn Prozent bekämen die Kuratoren, der Rest gehe in die Produktion. Geboten werden kann online, per Mail oder per Fax.

Deutschlands beste Vorleserin kommt aus Rostock

Deutschlands beste Vorleserin 2020 ist Jonna Bürger. Die 13-jährige Schülerin der Werkstattschule in Rostock habe sich beim Bundesfinale des 61. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels in Berlin gegen die 15 anderen Sieger der Landeswettbewerbe durchgesetzt, teilte der Börsenverein des Buchhandels in Frankfurt am Main mit. Jonna habe einen dreiminütigen Auszug aus "Zoe, Grace und der Weg zurück nach Hause" von Allan Stratton vorgetragen. An dem Wettbewerb hatten rund 520.000 Kinder aus 7.100 Schulen teilgenommen. Er wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins veranstaltet.

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Fazit

Theater im LockdownKeine Vorstellungen bis Ostern
Blick in den Saal des Opernhaus im Staatstheater Nürnberg - die Ränge sind leer. (picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

Theater und Opern sollen zumindest in einigen Städten bis Ostern geschlossen bleiben. Das stellt die Theater vor Herausforderungen, sagt Carsten Brosda, Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Hamburgs Kultursenator.Mehr

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