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Fazit / Archiv | Beitrag vom 09.09.2017

Filmfestival VenedigGoldener Löwe für "The Shape of Water"

Anke Leweke und Patrick Wellinski im Gespräch mit Marietta Schwarz

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(imago/Xinhua)
Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro erhält für seinen Märchenfilm "The Shape of Water" den Goldenen Löwen. (imago/Xinhua)

Der "Goldene Löwe" geht in diesem Jahr an einen Märchenfilm. Die Jury des Filmfestivals Venedig wählte "The Shape of Water" des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro zum besten Film. Eine überzeugende Entscheidung, finden Anke Leweke und Patrick Wellinski.

Erstmals wurde beim Filmfestival in Venedig ein mexikanischer Regisseur mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet: Die Jury wählte das bildgewaltige Märchen "The Shape of Water" des 52-jährigen Guillermo del Toro zum besten Film. "The Shape of Water" erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer Putzfrau und einem im Wasser lebenden Fabelwesen. "Dieser Film war vielleicht der hochwertigste unter diesen hochwertigen Produktionen, die wir in den letzten zehn Tagen gesehen haben", begrüßte Filmkritiker Patrick Wellinski in unserer Sendung "Fazit" die Entscheidung. "Ein großes Plädoyer für die Solidargemeinschaft jenseits des Mainstreams."

Auch Filmkritikerin Anke Leweke würdigt die Juryentscheidung, vor allem wegen der Vielschichtigkeit der Figuren im Film: "Häufig hat man ja bei Fantasy-Filmen nur gut und böse, und hier hat man eben zum Beispiel dieses Fischmonster, und das entwickelt dann aber auch eine unheimlich Liebe zu dieser Frau."

Charlotte Rampling als beste Schauspielerin geehrt

Weniger überzeugend finden unsere Kritiker hingegen die Vergabe des Großen Preises der Jury an den israelischen Wettbewerbsbeitrag "Foxtrot" von Samuel Maoz. Das Drama um den Tod eines israelischen Soldaten und den Umgang der Familie mit diesem Ereignis . "Die israelischen Regisseure arbeiten sich ja immer wieder an ihrem Land ab - Israel als Land im Ausnahmezustand. Und hier hatte ich wirklich das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnisses, dass ich diesen Film schon häufiger gesehen habe", so Leweke. "Es ist schon eine seltsame Entscheidung dieser Jury, das muss man sagen", meint auch Wellinski. "Es ist ein Kino, das wir vor 15, vor 20 Jahren ähnlich schon so gesehen haben."

Die Preise für die beste Regie sowie für den besten Debütfilm erhielt der Franzose Xavier Legrand für sein Scheidungsdrama "Jusqu'à la garde". Zur besten Schauspielerin wurde Charlotte Rampling gewählt. Als bester Schauspieler wurde Kamel El Basha für seine Rolle in "The Insult" geehrt.

(uko)

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