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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. April 2019

Filmfestival "Achtung Berlin" zeichnet "Frau Stern" aus

Das Filmfestival "Achtung Berlin" zeichnet die Tragikomödie "Frau Stern" als besten Spielfilm aus. In dem Film von Regisseur Anatol Schuster geht es laut Programm um eine 90-Jährige, die den Holocaust überlebt hat, nun sterben will und deswegen versucht, in Neukölln an eine Waffe zu kommen. "Unaufgeregt, weise und sehr ehrlich portraitiert der Film eine kleine Frau, die mit festem Blick radikale und unverblümte Sätze spricht, welche in ihrer puren Wahrhaftigkeit zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken bringen", teilte die Jury mit. Das Festival "Achtung Berlin" gibt es seit 15 Jahren. Es zeigte innerhalb einer Woche rund 80 Filme und sollte mit der Preisverleihung am Mittwochabend zu Ende gehen. Als bester Dokumentarfilm wurde "Barstow, California" von Rainer Komers über eine Vergangenheitssuche in der Mojave-Wüste ausgesucht.

Tschechischer Minister setzt Museumsdirektoren ab

Der tschechische Kulturminister Antonin Stanek hat überraschend zwei der prominentesten Museumsdirektoren des Landes abgesetzt. Der Direktor der Nationalgalerie Prag, Jiri Fajt, und der Leiter des Museums der Kunst in Olmütz, Michal Soukup, hätten sein Vertrauen verloren, erklärte der Minister gegenüber der Nachrichtenagentur CTK. Finanzkontrollen in beiden Häusern hätten Zweifel an der Fähigkeit der beiden Direktoren hervorgerufen, die Nationalgalerie und das Museum wirtschaftlich zu leiten. Gegen den auch international anerkannten Fajt habe er außerdem eine Strafanzeige erstattet, teilte der Minister mit. Dabei gehe es um Fehler bei Honorar- und Mietverträgen. Fajt werde zunächst durch einen Krisenmanager ersetzt, der die Finanzsituation der Nationalgalerie in Ordnung bringen solle. Fajt selbst sowie von der CTK angesprochene Kunstexperten und Oppositionspolitiker kritisierten die Entscheidung des Kulturministers als politisch motiviert. Fajt stehe im Konflikt mit Staatspräsident Milos Zeman, der ihm bis heute die formelle Verleihung des rechtlich korrekt erworbenen Professorentitels verweigere. Die Prager Karlsuniversität habe deshalb den Präsidenten geklagt. Mit Soukup wiederum habe Kulturminister Stanek selbst in der Vergangenheit einen politischen Streit gehabt. Gegen Fajts plötzliche Absetzung protestierten sogleich auch namhafte Museumsdirektoren aus aller Welt in einer Protestnote an Regierungschef Andrej Babis.

Lage der Pressefreiheit in Europa verschlechtert

Die Lage der Pressefreiheit hat sich nach Einschätzung der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen in Europa erneut verschlechtert. Systematische Hetze gegen Journalisten habe dazu geführt, dass "Medienschaffende zunehmend in einem Klima der Angst arbeiten", beklagte die Organisation im Rahmen der heutigen Veröffentlichung der Rangliste zur Pressefreiheit. In Deutschland werden Journalisten demnach zunehmend bei rechtspopulistischen Veranstaltungen bedroht. Zur Situation in Europa erklärte ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger, "gezielte Diffamierungen und aggressive, zum Teil hetzerische Kampagnen populistischer Politiker gegen Medien" mündeten in realer Gewalt. Das gelte etwa für den EU-Beitrittskandidaten Serbien und die Slowakei. Bereits im Vorjahresbericht hatte Reporter ohne Grenzen eine Verschlechterung der Pressefreiheit in Europa angeprangert. Auch in Österreich hätten medienfeindliche Rhetorik und Drohungen gegen Medienschaffende stark zugenommen, seit die rechtspopulistische FPÖ an der Regierung beteiligt ist, sagte Gloger.

Deutschland bietet Hilfe für Notre-Dame an

Deutschland bietet Hilfe beim Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame an. Experten und Sachverständige könnten fachliche und technische Hilfe leisten und mit Rat und Tat zur Seite stehen, sofern dies von Frankreich gewünscht werde, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Mit der Koordination der deutschen Hilfsangebote hat Grütters die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner beauftragt. Die Architektin und Kunsthistorikerin gelte als international renommierte Expertin auf diesem Gebiet, erklärte die Staatsministerin. Schock-Werner werde sie am 30. April nach Paris begleiten. "Der verheerende Brand von Notre-Dame hat uns alle tief erschüttert", betonte Grütters. Die Kathedrale im Herzen von Paris habe nicht nur für Frankreich hohe symbolische Bedeutung, sondern sie präge als Unesco-Weltkulturerbe "unser aller gemeinsame kulturelle Identität in Europa".

Unbekannte Pläne für Bauhaus-Villa entdeckt

Im Stadtarchiv Krefeld sind bislang völlig unbekannte und nicht realisierte Pläne für die Bauhaus-Villa Haus Esters entdeckt worden. Die Zeichnungen aus dem Büro des weltbekannten Architekten Ludwig Mies van der Rohe entstanden teilweise im Juli 1928 und unterscheiden sich grundlegend von dem Bau der Villa, der kurz darauf im Oktober 1928 begann. Es müsse "unterschiedliche Meinungen zwischen Bauherr und Architekt" gegeben haben, sagte der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs, Christoph Moß, der Deutschen Presse-Agentur. So war für Haus Esters zeitweise ein zweites Obergeschoss für Hausangestellte vorgesehen. Außerdem war als Straßenfront zunächst eine gerade Fassade ohne den heutigen Vorbau geplant. Insgesamt lägen drei nicht realisierte Varianten für das Haus Esters vor, von denen eine jedoch nicht datiert sei, sagte Moß. Teilweise sind die Pläne von Mies van der Rohes Assistenten Hermann John signiert. Moß hatte die Grund- und Aufrisspläne Ende Februar in einem nicht beschrifteten Karton mit Unterlagen des Liegenschaftsamts im Stadtarchiv entdeckt.

Schauspieler Bradley Welsh erschossen

Der britische Schauspieler Bradley Welsh ist im schottischen Edinburgh erschossen worden. Er sei am Mittwochabend an seinen schweren Verletzungen gestorben, wie die Polizei mitteilte. Laut schottischen Medien hatten Unbekannte Welsh in der Nähe seines Wohnhauses in den Kopf geschossen. In "T2 Trainspotting" (2017) spielte er einen Gangsterboss. Der 42-Jährige war früher ein erfolgreicher Boxer gewesen und hatte sich auch in Sozialprojekten in Edinburgh engagiert. Welsh wollte unter anderem Jugendliche von kriminellen Machenschaften abhalten. "Mein Herz ist gebrochen. Auf Wiedersehen, mein wunderbarer und schöner Freund. Danke, dass du mich zu einem besseren Menschen gemacht hast", schrieb "Trainspotting"-Autor Irvine Welsh im Kurznachrichtendienst Twitter.

Große Namen beim Festival in Cannes

Mit Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, Ken Loach, den Dardenne-Brüdern und Terrence Malick schickt das Filmfestival von Cannes große Namen in das Rennen um die Goldene Palme. Eröffnet wird das Festival am 14. Mai mit der Zombie-Komödie "The Dead Don't Die" des amerikanischen Regisseurs Jim Jarmusch. Die deutsch-amerikanische Koproduktion "A Hidden Life" von Terrence Malick feiert ihre Premiere auf dem Festival. Einziger deutschsprachiger Beitrag ist der Psychothriller "Little Joe" der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner. Insgesamt konkurrieren 19 Produktionen um die Goldene Palme. Präsident der Jury der 72. Internationalen Filmfestspiele ist der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu. Er übernimmt den Vorsitz von Cate Blanchett, die das Festival 2018 geleitet hatte. Der 83-jährige französische Schauspieler Alain Delon, der mit Filmen wie "Der eiskalte Engel" und "Der Leopard" Weltruhm erlangte, erhält in Cannes die goldene Ehrenpalme. Die Festspiele dauern bis zum 25.Mai.

Umstrittener documenta-Obelisk wieder aufgebaut

In Kassel ist das umstrittene documenta-Kunstwerk „Obelisk. Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument" wiederaufgebaut worden. Auf einer Seite des 16 Meter hohen Werks des nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe steht das Bibelzitat „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt". Die anderen drei Seiten zitieren den Spruch auf Arabisch, Türkisch und Englisch. Der nigerianisch-amerikanische Künstler Olu Oguibe war damit vor zwei Jahren auf der Documenta vertreten. Nach monatelangem Streit um Standort und den geforderten Verkaufspreis von 600.000 Euro hatte Kassel es in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abbauen lassen, danach gab es überraschend doch eine Einigung mit dem Künstler. "Ich bin froh, dass der Obelisk wieder aufgestellt wird", sagte Oguibe auf Anfrage. Er hatte sich für einen Verbleib des Kunstwerks auf einem zentralen Platz in der Innenstadt eingesetzt. Die Stadt lehnte das ab. Nun steht die Säule auf einer Treppenstraße ein paar hundert Meter weg. Die Stadt hatte das Kunstwerk mit Spenden für 126 000 Euro angekauft.

Kölner Dom für Lichtdesign-Preis nominiert

Die Bewegtbildprojektion "Dona nobis pacem" im Herbst 2018 am Kölner Dom ist für den Lichtdesign-Preis 2019 in der Kategorie "Lichtkunst" nominiert. Am 16. Mai werden die Gewinner der verschiedenen Kategorien in der Kongresshalle Wuppertal bekannt gegeben, wie das Kölner Domkapitel mitteilte. Im Rahmen der Kölner Domwallfahrt hatten die Medienkünstler Detlef Hartung und Georg Trenz im September 2018 an fünf Abenden die Kathedrale als "Leuchtturm des Friedens" inszeniert. Dabei erklang das "Dona nobis pacem" aus der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Die Aktion im September 2018 verfolgten rund 150.000 Menschen live. Der Deutsche Lichtdesign-Preis gelte als Indikator für herausragende Beleuchtungslösungen im deutschsprachigen Raum, hieß es. Er wird in diesem Jahr zum neunten Mal verliehen. Nominiert sind 34 Beleuchtungslösungen in elf Kategorien sowie vier Anwärter für den Nachwuchspreis.

Fund von Grab und Mumie aus Pharaonenzeit

Archäologen haben im Süden Ägyptens ein rund 3500 Jahre altes Grab aus der Zeit der Pharaonen und eine jahrtausendealte Mumie entdeckt. Das Grab gehe zurück auf die 18. Dynastie und umfasse auch einen sehr großen Hof, sagte der Generalsekretär des ägyptischen Hohen Antikenrates, Mustafa Wasiri, bei einer Feier an der Grabungsstätte in der Totenstadt Dra Abu al-Naga bei Luxor. Dort werden immer wieder Gräber aus der Pharaonenzeit gefunden.Die Mumie wurde Wasiri zufolge in drei ineinander geschachtelten Särgen an einer anderen Grabungsstätte in der Region entdeckt. Sie gehe auf die Ramessidenzeit zurück, die in etwa vom 13. bis 11.Jahrhundert v. Chr. reichte. Ägypten hat in den vergangenen Monaten mehrfach neue Funde aus der Pharaonenzeit verkündet. Die jahrtausendealten Überreste ziehen viele Touristen an. Ägyptens Regierung bemüht sich darum, die Zahl der Urlauber zu erhöhen. Die unruhigen Zeiten nach dem Sturz von Langzeitherrscher Husni Mubarak im Jahr 2011 haben die Tourismusbranche des Landes schwer getroffen.

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