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Kulturnachrichten

Montag, 17. August 2020

Filmfest Locarno zieht positive Bilanz

Das schweizerische Filmfest Locarno hat eine positive Bilanz seiner ersten hybriden Ausgabe gezogen. Das Online-Programm habe vom 5. bis 15. August insgesamt 320.000 Besucher verzeichnet, teilte die Festivalleitung mit. In den erstmals seit dem Corona-Lockdown geöffneten Kinos habe es zudem knapp 6000 Besucher gegeben. Die Hauptpreise des Festivals gingen erstmals an Filme, die noch nicht abgedreht sind. Geehrt wurden die Filmemacherinnen Lucrecia Martel für "Chocobar" und Marí Alessandrini für "Zahorí". Festival-Präsident Marco Solari sagte, man habe ein klares Zeichen der Solidarität mit der Filmindustrie gesetzt. Dank des Online-Programms habe man die Digitalisierung des Festivals vorantreiben können.

Spiegel startet Büchershow im Internet

Der "Spiegel" baut sein Videoangebot mit einer wöchentlichen Literatursendung aus. Unter dem Namen „Spitzentitel" können Internet-Nutzer ab Donnerstag eine Büchershow mit Redakteur Volker Weidermann verfolgen, teilte das Fachmagazin "buchreport" mit. Die Sendung biete eine Mischung aus Talk und Magazin mit festen Rubriken - allen voran die wöchentliche Buchkritik von Elke Heidenreich und die Präsentation der aktuellen "Spiegel"-Bestsellerliste zur Belletristik.

Charité-Forscher für volle Konzertsäle mit Maskenpflicht

Forscher der Berliner Charité haben sich dafür ausgesprochen, Konzertsäle und Opernhäuser wieder voll zu besetzen, wenn während der Vorstellungen eine Maske getragen wird. "Der Wunsch des Publikums nach dem direkten Konzerterlebnis ist groß", sagte der Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie, Stefan Willich, dem RBB. Deshalb habe das Institut ein spezifisches Konzept für Klassikveranstaltungen in Coronazeiten entwickelt. "Mit einer strengen Maskenpflicht sowie den weiteren Schutzmaßnahmen ist ein sicherer Konzert- und Opernbetrieb auch in voll besetzten Sälen möglich", so Willich weiter. Voraussetzung sei, dass die Belüftung stimme.

Umfrage: Kulturangebot beeinflusst Wohnortwahl

Für die Menschen in Berlin ist das Kulturangebot ein wichtiger Grund ihrer Wohnortwahl. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Nutzung kultureller Einrichtungen. Damit scheine die Bedeutung eines attraktiven Kulturangebots für die Anziehung potenzieller und die Bindung aktueller Bewohnerinnen und Bewohner erstmals empirisch belegt, heißt es in der Untersuchung des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung. Nach der repräsentativen Befragung sind 94 Prozent der Menschen in Berlin mit dem Kulturangebot in der Stadt zufrieden, in den Bezirken sind es nur noch 60 Prozent. Bildung ist ein wesentlicher Faktor für die Nutzung des Kulturangebots. Dennoch habe laut Studie etwa ein Drittel der Nutzer klassischer Kulturangebote kein Abitur.

Ex-Geschäftspartner Bushidos vor Gericht

Am Landgericht Berlin hat der Prozess gegen den ehemaligen Musik-Geschäftspartner des Rappers Bushido begonnen. Dem Chef einer bekannten arbischstämmigen Großfamilie, Arafat A.-C., wird versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue vorgeworfen. Neben A.-C. sind auch drei seiner Brüder angeklagt. Zu den Taten soll es laut Gericht gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die Beziehungen im Musikgeschäft aufgelöst hatte. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptiert und von Bushido die Zahlung angeblicher Schulden bzw. die Beteiligung an dessen Musikgeschäften in Millionenhöhe gefordert. In dem aufwendigen Prozess werden 80 Zeugen erwartet, darunter Vertreter der deutschen Rapper-Szene. Bis Ende November sind mehr als 20 Verhandlungstage geplant.

Kabarettistin Eckhart weist Vorwurf zurück

Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart hat empört auf den Vorwurf reagiert, sie bediene antisemitische Klischees. Im Deutschlandfunk Kultur sagte sie, dieser Vorwurf treffe sie, weil sie ihn "argumentativ an den Haaren herbeigezogen" fände. Gutes Kabarett bohre nun einmal in den Wunden des Publikums, sie beleidige aber niemanden, so Eckhart. Sie lasse keine Religion und Ethnie aus. Um auch ja niemanden in ihrem Programm zu vergessen, führe sie sogar Listen darüber. Eckhart, deren erster Roman „Omama" heute erscheint, war vom Hamburger Harbour Front Literaturfestival mit Hinweis auf Sicherheitsbedenken ausgeladen worden. Eigentlich hatte Eckhart an einem Wettbewerb um den besten Debütroman teilnehmen sollen.

Grundsteinlegung für Potsdamer Filmmuseums-Archiv

In der Medienstadt Potsdam-Babelsberg wurde der Grundstein für das Archiv des Filmmuseums gelegt. In dem Gebäude sollen in zwei Jahren die umfangreichen Sammlungen des Museums zur Film- und Kinogeschichte seit 1912 untergebracht werden. Dazu gehören unter anderem Drehbücher, Kostüme, Requisiten, Fotos und Werbeplakate. Im Neubau gegenüber der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf sollen zahlreiche Objekte in einem Schaudepot zu sehen sein. Hinzu kommen Seminarräume und ein großer Lesesaal mit Bibliothek.

Kritik an renommierter Bildagentur "Magnum"

Die renommierte Bildagentur "Magnum" sieht sich vehementer Kritik aus der Fotografenszene ausgesetzt. Das berichten die FAZ und der britische Guardian. Anlass sind Bilder des Fotografen David Alan Harvey im Archiv der Agentur. In seiner Serie „Bangkok Prostitutes" aus den späten 80er-Jahren sollen unter anderem minderjährige Sexarbeiterinnen zu sehen sein. Die jugendlichen Prostituierten seien ohne ihr Einverständnis fotografiert worden, schreibt Andy Day von der Fotografie-Nachrichtenseite „Fstoppers". Die Bangkok-Serie wurde mittlerweile aus der Datenbank entfernt. Agenturchefin Olivia Arthur kündigte an, das gesamte Archiv mit externer Unterstützung einer Prüfung zu unterziehen, um dem Verdacht Rechnung zu tragen, dass es möglicherweise weitere Bilder gebe, die die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger zeigen und deren Persönlichkeitsrechte verletzen.

Newsweek entschuldigt sich für Gastkommentar

Das US-Nachrichtenmagazin Newsweek hat sich für einen Gastkommentar entschuldigt, in dem die US-Staatsbürgerschaft der Senatorin Kamala Harris angezweifelt wird. Harris wurde vom Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei, Joe Biden, als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft ausgewählt. Sie wäre für das Amt aber nicht wählbar, wenn sie keine US-Staatsbürgerschaft besäße. Harris ist jedoch im kalifornischen Oakland geboren und US-Staatsbürgerin. Man habe vollkommen die Art und Weise unterschätzt, in der der Kommentar interpretiert werden könnte und bitte um Entschuldigung, schrieben die Redaktionsleiter Josh Hammer und Nancy Cooper. Der Gastkommentar des rechtskonservativen Juristen John Eastman verbleibe jedoch auf der Homepage von Newsweek und werde lediglich mit einer redaktionellen Anmerkung versehen. Laut der Nachrichtenagentur AP habe US-Präsident Trump, von Journalisten auf den Fall angesprochen, gesagt, er nehme die „Gerüchte" sehr ernst, wonach Harris wegen ihrer unklaren Staatsbürgerschaft nicht wählbar sein könnte.

Regierungschefin gibt Uni-Mitgliedschaft auf

Im Streit um Freiheits- und Menschenrechte hat Hongkongs Peking-treue Regierungschefin Carrie Lam ihre Ehrenmitgliedschaft an einer Uni in Cambridge aufgegeben. Sie kappe alle Verbindungen zum Wolfson College, erklärte Lam, nachdem die Hochschule sich besorgt über die Lage der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit in Hongkong gezeigt hatte. Das Wolfson College hatte sich nach eigenen Angaben bei Lam besorgt über ihre Haltung zum Schutz der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit erkundigt. Der Aufsichtsrat der Uni wollte im kommenden Monat über Lams Ehrenmitgliedschaft beraten. Mit ihrem Schritt kam die Politikerin dem nun zuvor. In den vergangenen Wochen hatten die Hongkonger Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone deutlich verschärft.

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