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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 05.08.2015

Filmemacher Elkan SpillerWarum zieht ein jüdischer Alt-Hippie zu seiner Mutter ins Altersheim?

Moderation: Britta Bürger

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Der Filmproduzent und Regisseur Elkan Spiller (Alexander Stein)
Der Filmproduzent und Regisseur Elkan Spiller (Alexander Stein)

Fast sieben Jahre lang hat der 52-jährige Elkan Spiller an seinem ersten Film gearbeitet. Darin erzählt er die Geschichte seines Cousins. Der zog zu seiner Mutter, einer Shoah-Überlebenden, ins Altersheim - um sie rund um die Uhr zu pflegen.

"L'Chaim - Auf das Leben!" heißt Elkan Spillers erster Film. Sieben Jahre hat der heute 52-Jährige am filmischen Porträt seines Cousins Chaim Lubelski gearbeitet. Wie der Filmemacher selbst ist sein 16 Jahre älterer Cousin Chaim der Sohn von Schoah-Überlebenden. Beide gehören der sogenannten zweiten Generation an, die mit dem Trauma der Eltern weiterleben muss.

Chaim Lubelski verkehrte im Jetset von St. Tropez, war erfolgreicher Geschäftsmann in New York und ist ein jüdisch-orthodoxer Gelehrter. Als seine Mutter, eine Schoah-Überlebende, pflegebedürftig wird, zieht er zu ihr nach Antwerpen ins Altenwohnheim. Dort kümmert er sich hingebungsvoll um sie, fast rund um die Uhr. Der Film ist ein empathischer Blick des Regisseurs auf ein Leben voller Absurditäten und doch tief empfundener Menschlichkeit.

Wie lebt man weiter, wenn das familiäre Umfeld vernichtet wurde? Was ist "a real Mentsch"? Und wie nahe liegen Schmerz und Freude, Leben und Tod, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit beisammen?

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