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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 01.02.2006

Filme der Woche

"Walk the line" und "Eine zauberhafte Nanny"

Vorgestellt von Hans-Ulrich Pönack

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Johnny Cash und seine Frau June Carter im Jahr 2002 in Nashville (AP Archiv)
Johnny Cash und seine Frau June Carter im Jahr 2002 in Nashville (AP Archiv)

"Walk the line" ist die filmische Biografie des Sängers Johnny Cash, der 2003 gestorben ist. Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon glänzen hier als Johnny Cash und seine Frau June Carter. "Eine zauberhafte Nanny" ist eine moderne Version von Mary Poppins: Ein Kindermädchen mit magischen Kräften muss sich gegen eine Bande von sieben Gören durchsetzen.

"Walk the Line"
USA 2005; Regie: James Mangold; Darsteller: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin u.a.

Hier kommt nach Hollywoodfilmen wie "De-Lovely" (Cole Porter), "Beyond The Sea" (Bobby Darin) und "Ray" (Ray Charles) eine weitere filmische US-Musiker-Biographie auf die Leinwand: Die des 2003 im Alter von 71 Jahren verstorbenen Johnny Cash. Dabei stützte sich der Filmemacher auf die beiden Cash-Autobiographien "Man in Black" (von 1986) und "Cash - The Autobiography" (von 1997). Beide Bücher beleuchten die Höhen und Tiefen seines Lebens mit Aufrichtigkeit und Humor.

Anstatt aber das ganze, pralle, "volle" Leben des Johnny Cash in einen Zweistunden-Film zu packen, konzentriert sich James Mangold in 136 aufregend anregenden Minuten vor allem darauf, die Aspekte zu erzählen, die im Leben von Johnny Cash am dramatischsten und unbekanntesten waren und die ihn am meisten prägten und veränderten: Die Jahre also, die seine Kindheit in Armut, väterliche Härte/Kälte, seinen Aufstieg zum Star, seinen Absturz, seine große Liebe zur Country-Sängerin June Carter und schließlich sein Comeback als Musik-Legende umspannen.

Ausgangs- und Endpunkt dabei: Der legendäre Auftritt im kalifornischen Gefängnis von Falsom im Jahr 1968 (das daraus resultierende Live-Album "At Falsom Prison" verkaufte sich bekanntlich millionenfach und blieb allein 90 Wochen in den Charts).

In den phantastischen Hauptrollen avancieren der 31-jährige Joaquin Phoenix (als "Commodus" war er im Jahr 2000 der fiese Gegenspieler von Russell Crowe in "Gladiator) und Reese Whitherspooon ("Natürlich blond"/2001) zu erstklassigen, verdienten "Oscar"-Anwärtern. Die zudem auch mit eigenem Gesang voll zu überzeugen vermögen. Ein großartiger "Gänsehaut"-Film.


"Eine zauberhafte Nanny"
Großbritannien 2005; Regie: Kirk Jones; Darsteller: Emma Thompson, Colin Firth, Angela Lansbury u.a.

Basierend auf der englischen Kinderbuchreihe "Nurse Mathilda" von Christianna Brand aus den 60er Jahren ist eine Art moderner "Mary Poppins"-Kindermädchen-Spaß entstanden - der Klassiker stammt bekanntlich von 1964/mit Julie Andrews, die dafür den "Oscar" einheimste.

In der Witwer-Familie Brown sind die sieben Kinder wahre Gören. Die stets nach ihren eigenen, ziemlich egoistisch-böse ausgeprägten Ansichten denken und handeln und soeben die 17. Gouvernante "verschlissen" und aus dem Haus geekelt haben. Dem völlig überforderten Schussel-Vater kommt da Nanny McPhee wie ein (allerdings hässlicher) Engel ins Haus, die mit ihren magischen Kräften nach und nach ungeahnte Erziehungstriumphe feiert. Doch dann taucht auch noch eine ziemlich üble Großtante auf.....

"Oscar"-Preisträgerin Emma Thompson ("Sinn und Sinnlichkeit") schrieb hier das herrlich überdrehte Drehbuch, übernahm auch die Haupt-/Titelfigur und überzeugt als eigenwillig-komische Nanny, ohne dabei zu sehr aufdringlich mit dem pädagogischen Zeigefinger zu hantieren. Ganz im Gegenteil: Spiel, Spaß und Gefühle dürfen sich angenehm-unaufdringlich austoben. Ein schöner Familienfilm, in dem auch Colin Firth (zur Zeit auch mit "Wahre Lügen" von Atom Egoyan im Kino) als sympathischer Stichwortgeber-Daddy freundlich-schusslig mitmischt.

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