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Kompressor | Beitrag vom 27.11.2019

Film "Yung" Ein Schlamassel namens Jugend

Henning Gronkowski im Gespräch mit Max Oppel

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Filmszene aus Yung. Zu sehen sind zwei junge DarstellerInnen auf einem Balkon, die sich küssen. (GG Production)
Drogenexzesse, lesbischer Sex, Prostitution und Feiern, als ob es kein Morgen gibt – der Film "Yung" bestätigt alles, was ängstliche Eltern fürchten, wenn sie an ihre Teenager-Kinder denken. (GG Production)

Der Regisseur Henning Gronkowski begleitet in seinem Film "Yung" vier Teenager, die in einer Welt aus Drogen, Sex und Partys auf der Suche nach sich selbst sind. Über ihr Leben sagt er: "Die Eltern haben keinen Plan, was abgeht."

Drogenexzesse, lesbischer Sex, Prostitution und Feiern, als ob es kein Morgen gibt – der Film "Yung" bestätigt alles, was ängstliche Eltern fürchten, wenn sie an ihre Teenager-Kinder denken. Eine betäubte und frustrierte Generation, wie es im Soundtrack heißt, "Our Generation" von MC NAZI. Vier junge Frauen, frei, aber auch hoffnungslos verloren im Berliner Partyrausch.

Die Jugend abgeschlossen

"Yung" kommt am 28. November ins Kino. Regisseur Henning Gronkowski spricht von einer zeitlosen Geschichte, die ihm persönlich am Herzen gelegen habe, "weil ich damit meine Jugend abgeschlossen habe". In Berlin und anderen Großstädten lernte er selbst die im Film gezeigte Szene kennen.

Mit dem Film "Yung", der bereits 2018 auf dem Filmfest München zu sehen war, will Gronkowski erzählen, wie Jugendliche auf der Suche nach sich selbst sind, erwachsen werden wollen. Der Regisseur hofft, dass sich viele, die diesen "Schlamassel" gerade durchleben, mit der Geschichte identifizieren - und sich freuen, dass sich jemand mit ihren Themen beschäftigt.

Regisseur Henning Gronkowski mit den Darstellerinnen Emily Lau (links), Janaina Liesenfeld, Abbie Dutton und Joy Grant (rechts) bei der Premiere seines Films "Yung" im Kino Babylon in Berlin (picture alliance / dpa / Gerald Matzka)Regisseur Henning Gronkowski mit den Darstellerinnen Emily Lau (links), Janaina Liesenfeld, Abbie Dutton und Joy Grant (rechts) bei der Premiere seines Films "Yung" im Kino Babylon in Berlin (picture alliance / dpa / Gerald Matzka)

Die Eltern schauten heutzutage nicht mehr wirklich hin und hätten "keinen Plan, was abgeht", meint Gronkowski. Die vier "sehr selbstbewussten" Frauen im Film würden entscheiden, was sie mit ihrem Leben machen und was nicht − Männer spielten dabei keine bestimmende Rolle.

Die "Mädels" hatten freie Hand

Der Film wurde von den Laiendarstellerinnen maßgeblich gestaltet, das Drehbuch von Gronkowski lieferte nur zehn Seiten für das Intro: "Danach habe ich den Mädels völlig freie Hand gegeben. Ich möchte, dass es für sie relevant wird und dass es nicht meine Fantasien sind oder irgendetwas, das ich mir ausgedacht habe. Dieses Projekt entspricht hundert Prozent der Realität."

Als großen Einfluss für "Yung" nennt Henning Gronkowski den Film "Kids" von Larry Clark aus dem Jahr 1995: "Da habe ich verstanden, das ist ein Film über uns, so lebe ich auch." Wichtig war für ihn zudem das Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" von Christiane F., das er als Zehnjähriger las: "Das hat mich hart getroffen und inspiriert."

Prägend sei auch die langjährige Arbeit mit dem Regisseur Klaus Lemke gewesen - in dessen Filmen Gronkowski mitspielte, zum Beispiel in "Unterwäschelügen" von 2016. Von seinem "Film-Vater" habe er viel gelernt, vor allem bei der Auswahl von Charakteren, berichtet Gronkowski.

(cre)

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