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Frühkritik | Beitrag vom 16.09.2021

Film der Woche: "Dune"Ausnahme des Blockbusterkinos

Von Patrick Wellinski

Szene aus "Dune" mit Rebecca Ferguson, Zendaya, Javier Bardem, Timothee Chalamet (picture alliance / Zumapress / Villeneuve Films)
Blockbusterkino für Erwachsene ohne popkulturelle Heiterkeit: "Dune" begeistert unseren Kritiker. (picture alliance / Zumapress / Villeneuve Films)

"Dune" ist der Blockbuster des Jahres: Regisseur Denis Villeneuve erzählt von einem Aufstand auf dem Wüstenplaneten Arrakis. Der Film bietet überwältigende Schauwerte, ohne in ein seelenloses Spektakel zu kippen.

Worum geht es?

Basierend auf dem Sci-Fi-Epos von Frank Herbert erzählt Villeneuve von einem Aufstand auf dem Wüstenplaneten Arrakis. Dort wird seit Jahren die halluzinogene Droge "Spice" abgebaut, mit der interstellare Raumfahrt erst möglich wird.

Im Zuge eines vom Imperator geplanten Hinterhalts wird das edle Adelsgeschlecht der Atreides mit dem Abbau beauftragt, auch weil sich das Wüstenvolk der Fremen zunehmend gegen die koloniale Ausbeutung wehrt.

Prinz Paul Atreides erlebt auf dem Wüstenplaneten eine Abfolge von Visionen, die ihm verkünden, er sei der Messias, der die Fremen und vielleicht sogar die Galaxie von der Unrechtsherrschaft des Imperators befreien soll. Aber will er das überhaupt?

Was ist das Besondere?

"Dune" ist sicherlich der Blockbuster des Jahres. Die Erwartungshaltung war enorm, gerade weil Regisseur Denis Villeneuve ("Arrival", "Blade Runner 2049") als Modernisierer des Genres gilt. In der Tat bringt er eine große Ernsthaftigkeit in den Stoff. Außergewöhnlich sind allerdings die Schauwerte, die einen überwältigen, ohne zum seelenlosen Spektakel zu werden.

"Dune" verfügt über eine tolle Bild-Architektur, die einen über die Möglichkeiten der Computertechnik staunen lässt. Räume, Raumschiffe, Sandwürmer – alles erreicht eine physische Präsenz, die man in dieser Preiskategorie aus Hollywood eigentlich nicht kennt. Es ist dieses hochmoderne Set-Design, das den Film ausmacht. Vieles kann man nicht beschreiben, man sollte es schon sehen, um die vollständige Immersionserfahrung von "Dune" zu begreifen.

Bewertung

Denis Villeneuves "Dune" ist ein Wagnis. Blockbusterkino für Erwachsene, ohne die popkulturelle Heiterkeit der Marvel-Verfilmungen. Allein deshalb sollte man sich wünschen, dass der Film ein Erfolg wird, weil das Hollywood-Mainstreamkino dringend ein Gegengewicht zum Monopol der Disney-Produktionen braucht. Die Bilder und Geschichten dafür hat "Dune".

Dass Warner Brothers den Film in den USA zumindest zeitgleich mit dem Kinostart auch auf der Streaming-Plattform HBO Max zeigt, könnte zudem die Industrie verändern. Nicht nur unter filmkritischen Gesichtspunkten ist "Dune" daher ein Ausnahmefilm, der das Potenzial hat, die Prozesse in der Traumfabrik zu verändern.

"Dune"
USA 2021, Regie: Denis Villeneuve
155 Minuten
mit Timothée Chalamet, Charlotte Rampling, Oscar Issac, Rebecca Ferguson

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