Hörspiel, vom 09.06.2015, 20:10 Uhr

Fiktion Largoschmerzen

Ein sozialmedizinisches Desaster
Von Dietmar Dath

Die musikalische Vortragsbezeichnung "Largo" beschreibt laut Lexikoneintrag ein langsames musikalisches Tempo. Im Grunde nur eine geringe Modifikation des mittleren Zeitmaßes - so zumindest in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts - erweist sich das "Largo" in der Fiktion von Dietmar Daths neuem Hörspiel als umso folgenreicher.

Der Autor und Journalist Dietmar Dath (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner)
Der Autor und Journalist Dietmar Dath (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner)

Hinweis: Dieses Hörspiel können Sie hier sieben Tage lang nach der Sendung anhören.

Esther leidet an "Largoschmerzen". Immer wenn sie sich mit Kunst, Literatur oder Musik beschäftigt, die ihrem Eindruck nach zu langsam funktioniert, bekommt sie Schweißausbrüche, Übelkeit, gefriert ihr scheinbar das Blut in den Adern: "So ein breites, sich kaum merklich voranwälzendes Ding, wie Lava, wie die Platten der Erdkruste, noch langsamer als Adagio oder Lento, und das nannte man Largo, und das eben ruft bei mir diese Symptome hervor, diese ganzen Angstanfälle und Übelkeiten, das rasende Kopfweh bei bestimmten Sachen." 

Regie: Leonhard Koppelmann
Komposition: zeitblom
Mit: Bettina Lieder, Matthias Haase, Johanna Gastdorf, Mark Oliver Bögel, Sebastian Graf

Produktion: BR 2014
Länge: ca. 49'00

Dietmar Dath, geboren 1970, ist ein deutscher Autor, Journalist und Übersetzer.

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