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Kulturnachrichten

Samstag, 23. Januar 2021

FFP2-Maskenpflicht schlägt Oberammergauer Barterlass

Die FFP2-Maskenpflicht in Bayern sorgt im Passionsspielort Oberammergau für ungewohnte Maßnahmen: Damit die Maske gut sitzt, stellt die Spielleitung die männlichen Darsteller teilweise vom Haar- und Barterlass ab Aschermittwoch frei. "Wer sich lieber rasiert, damit die Maske optimal sitzt, soll das selbstverantwortlich entscheiden können", heißt es. Wichtiger als ein Rauschebart sei langes Haupthaar. Der Haar- und Barterlass wird traditionell am Aschermittwoch im Vorjahr der Passion verkündet. Als symbolischer Akt wird dabei ein Plakat aufgehängt, das alle Darstellerinnen und Darsteller auffordert, ab sofort das Haupthaar - und bei den Männern auch den Bart - wachsen zu lassen. Glatt rasiert sind bei den Spielen, die auf das Pestgelübde der Oberammergauer von 1634 zurückgehen, nur die Darsteller der Römer.

"Borga" gewinnt Max-Ophüls-Filmpreis

Der Film "Borga" (Ghana/D 2021) von York-Fabian Raabe hat beim diesjährigen Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken gleich vier Preise gewonnen. Er erhielt sowohl den mit 36.000 Euro dotierten Max-Ophüls-Preis für den besten Spielfilm als auch den Publikumspreis Spielfilm und den Preis der ökumenischen Jury. Darüber hinaus wurde Eugene Boateng der Preis für den gesellschaftlich relevanten Film für seine Leistung als Associate Producer und Schauspieler verliehen. "Borga" erzählt von Ghanaern, die es im Ausland zu Wohlstand bringen wollen. Zweiter Hauptpreisträger des Abends mit insgesamt drei Auszeichnungen ist "Fuchs im Bau" (Österreich 2020) von Arman T. Riahi. Der Film, der die Arbeit eines Lehrers in einer Wiener Gefängnisschule schildert, erhielt den Preis für die beste Regie, den Fritz-Raff-Drehbuchpreis und den Preis der Jugendjury. Als bester Dokumentarfilm wurde "Stollen" (D 2020) über ein Dorf im Erzgebirge von Laura Reichwald ausgezeichnet. Das MOP gilt als wichtigstes Festival für den jungen deutschsprachigen Film. Wegen der Coronapandemie fand die 42. Ausgabe zum ersten Mal komplett online statt.

Talkmaster Larry King ist tot

Der US-amerikanische Journalist und Talkmaster Larry King ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren wie CNN berichtet. Laut Medienberichten soll er eine COVID-19-Infektion gehabt haben. King startete seine Karriere Ende der 50er Jahre als Ansager im Radio, wo er bald zum Sportreporter und Moderator wurde. Der nationale Durchbruch kam1985 mit der Talkshow "Larry King Live" bei CNN, einer Mischung aus Interviews mit Prominenten, Themendiskussionen und politischen Debatten. Zu Kings Markenzeichen entwickelten sich neben seiner Hornbrille aufgekrempelte Hemdsärmel, Krawatte und breite Hosenträger. Seine Studiodekoration bestand aus einem Tisch mit einem Mikrofon vor einer Weltkarte.

Mischa Meier erhält Wissen!-Sachbuchpreis

Der Wissen!-Sachbuchpreis für Geisteswissenschaften geht an den Tübinger Althistoriker Mischa Meier. Er bekommt ihn für sein Buch„Geschichte der Völkerwanderung“. „Die Jury zeichnet ein Werk aus, das sowohl wissenschaftlich exzellent ist als auch dieses Wissen einer interessierten Öffentlichkeit in hervorragender Weise vermittelt", so der Juryvorsitzende Hubert Wolf. Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft wbg verlieh den Preis zum zweiten Mal. Mit insgesamt 44.000 Euro ist er der höchstdotierte deutschsprachige Sachbuchpreis. Wegen der Coronapandemie entfiel die geplante Präsenzveranstaltung. Stattdessen wurde der Preis in unserer Sendung „Lesart“ vergeben.

Nachdenken über Museen gefordert

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen zwingen aus Sicht des neuen Direktors des Museums der bildenden Künste zu Leipzig, Stefan Weppelmann, zum Nachdenken über die Rolle von Museen. Es brauche eine Reflexion des Geschehens, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um eine bessere Abstimmung und Vorsorge für künftige Fälle dieser Art, um Sicherheit für die Einrichtungen, und darum, wie unter besonderen Auflagen ein Museumsbesuch möglich gemacht werden könne. Es stelle sich auch die Frage, ob immer ein kompletter Lockdown der Kultur notwendig sei oder sie gerade in der Krise zugänglich sein sollte.

Preisverleihung beim Filmfestival Max Ophüls Preis

Am Samstag Abend entscheidet sich, wer die 16 Preise des Filmfestivals Max Ophüls Preis in diesem Jahr gewinnt. Seit Montag waren 50 Filme im Wettbewerb - darunter zwölf Spielfilme, zehn Dokumentationen, zehn mittellange Filme und 18 Kurzfilme. Der Gesamtwert der Preise beträgt mehr als 118.000 Euro. Wegen der Corona-Pandemie findet das Festival in diesem Jahr als reine Online-Ausgabe statt. Wie zuvor alle Filme wird auch die Preisverleihung auf der festivaleigenen Streaming-Plattform übertragen. Benannt ist das Festival nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls. Es gilt als eines der wichtigsten Filmfestivals für deutschsprachige Nachwuchs-Filmemacher.

Freispruch für Kunstmäzen Kavala aufgehoben

Ein Berufungsgericht in der Türkei hat den vor einem Jahr erlassenen Freispruch für den inhaftierten Intellektuellen und Kunstmäzen Osman Kavala aufgehoben. Die Richter in Istanbul entschieden einstimmig, dass der Fall erneut von dem zuständigen Gericht geprüft werden soll. Auch der Freispruch für acht Mitangeklagte wurde aufgehoben. Kavala ist seit November 2017 in Haft. Ihm werden neben einer Beteiligung an dem Putschversuch im Jahr 2016 auch politische und militärische Spionage vorgeworfen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Entscheidung als "politisch motiviert". Das Gericht begründe die Entscheidung damit, dass zuvor nicht alle Sachverhalte ausreichend betrachtet worden seien. Das zeige, dass man Kavala im Gefängnis festhalten wolle.

Concertgebouw-Orchester läutet Sperrstunde ein

Das Amsterdamer Concertgebouw-Orchester will die abendliche Ausgangssperre im Land musikalisch einläuten. Jeden Abend um Punkt 21 Uhr werde ein kleines Konzert auf Instagram gegeben, teilte das Orchester mit. Zur ersten Sperrstunde am Samstag spielt ein Kammerensemble des weltberühmten Orchesters den ersten Teil des Septetts in Es-Dur op. 20 von Ludwig van Beethoven. Damit wollen man allen Niederländern Trost bieten. Die Konzerte würden tagsüber aufgenommen, denn auch die Musiker würden sich an die Sperrstunde halten. In den Niederlanden gilt zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine landesweite nächtliche Ausgangssperre, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Autor und Theaterkritiker André Müller sen. gestorben

Der Kölner Autor und Theaterkritiker André Müller sen. ist tot. Der Verfasser von Komödien, Romanen, Anekdoten und Essays sei am Donnerstag im Alter von 95 Jahren gestorben, teilte der Eulenspiegel Verlag mit, in dem viele seiner Bücher erschienen sind. Bekannt war Müller sen. - bürgerlich eigentlich Willi Fetz - auch für seine Freundschaft mit dem Dramatiker Peter Hacks (1928-2003). Von Müller sen. erschien unter anderem "Gespräche mit Peter Hacks". Darin geht es etwa um den deutsch-deutschen Literaturbetrieb. Zudem war der in Köln geborene Autor Shakespeare-Spezialist.

Grütters: Corona-Hilfen für Kultur aufstocken

Kulturstaatsministerin Monika Grütters zieht eine positive Zwischenbilanz der Kulturhilfen in der Corona-Pandemie. Die Mittel reichten jedoch in Anbetracht des verlängerten und verschärften Lockdowns bei weitem nicht aus, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Die Förderstruktur sei mit dem Programm "Neustart Kultur" geschaffen, die Mittel müssten deutlich um 1,5 Milliarden Euro aufgestockt werden. Darüber hinaus bemühe sie sich sehr, dass die Kultureinrichtungen, die als erste schließen mussten, nicht die letzten sind, die wieder öffnen dürfen. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sprach von einem "nicht enden wollenden Alptraum" für die Kulturbranche. Je größer die Kultureinrichtung sei, desto besser komme sie durch die Krise. Für die private Kulturwirtschaft sei es deutlich schwieriger und für die Solo-Selbstständigen eine immense Herausforderung.

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