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Tonart | Beitrag vom 20.01.2021

Festival "Ultraschall Berlin" 2021Neue Musik - jetzt erst recht

Rainer Pöllmann im Gespräch mit Mascha Drost

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Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik  (Deutschlandradio)
Es gibt auch dieses Jahr eine Ausgabe von "Ultraschall Berlin", dem Festival für neue Musik. (Deutschlandradio)

Für Leiter Rainer Pöllmann stand schnell fest: „Wir werfen die Flinte nicht ins Korn“. Und so folgen nun nach Wochen immer neuer Umplanungen doch fünf Tage voller neuer Musik, die live für das Radio gespielt wird und exklusiv produziert wurde.

Die üblichen Leiden bestanden für die Festivalleitung in den vergangenen Wochen oft darin, dass Komponisten ihre beauftragten Werke viel zu knapp fertigstellten oder Fallstricke in den Probenplänen zu entwirren waren. Die langfristige Planung wurde in diesem Jahr durch die Pandemie massiv behindert. Das wurde immer klarer, je näher das Festival rückte.

Umplanung als Dauerzustand

Rainer Pöllmann und sein Leitungskollege strickten das Festival Woche für Woche um - insgesamt vier vollständige Fassungen entstanden, da die Corona-Maßnahmen immer umfassender wurden. Künstler, die in der Vergangenheit aus ganz Europa anreisten, sollten zunächst nur unter bestimmten Bedingungen anreisen dürfen. Am Ende konnten sie gar nicht mehr nach Berlin fahren.

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Dennoch dachte Rainer Pöllmann keine Minute daran, das Festival abzusagen. "Wir waren immer in Habacht-Stellung", so Pöllmann. Dabei wurden die politischen, gesundheitlich - pandemischen Entwicklungen aufmerksam verfolgt. "Aber wir waren immer entschlossen, die Flinte nicht all zu früh ins Korn zu werfen und zu realisieren, je nachdem, was erlaubt, möglich und verantwortbar war." Diese Kriterien veränderten sich permanent, aber nun wird das Festival an den fünf Tagen stattfinden, die für das Festival seit Jahren im Kalender reserviert waren: vom 20. bis 24 Januar 2021.

Andere Programmdramaturgie

Die veränderten Bedingungen führten zu einer enormen Veränderung des Festivals. Als Ende November klar war, dass es ohne Publikum stattfindet, wurde das Festival ausschließlich von den zwei Rundfunkprogrammen für die Radioausstrahlung unter Einbeziehung von Internet, sozialen Medien und umfangreichen Streaming-Möglichkeiten geplant. "Diese Veränderungen hat die Dramaturgie des Festivals verändert. Es hat eine neue Dynamik, denn die Begegnungen mit den Musikern und Interessierten fällt weg", sagt Pöllmann.

Deshalb wurden szenische Werke, die das Publikum im Saal hätte erleben können, auf das nächste Jahr verschoben, darunter Kompositionen von Yiran Zhao. Zudem haben in Vorbereitung auf das Radiofestival Produktionen stattgefunden, die nun exklusiv im Rahmen des Festivals die Hörer erreichen werden.

Ausblick

Die Porträt-Konzerte aber bleiben erhalten. So werden Emre Dündar und Stefan Keller mit kammermusikalischen Abenden am Samstag live aus dem Radialsystem vorgestellt. Das ausführliche Programm ist auf der Festivalseite immer auf dem aktuellsten Stand. Am kommenden Samstag wird auch der aktive Austausch mit den Hörern über Facebook, Twitter und Instagram mit dem Hashtag #ultraschallberlin möglich sein.

In der Sendung "Tonart" konnte Komponist Mathias Monrad Møller sein Werk "Presidential Suite" vorstellen, das im Zuge des Festivals zur Aufführung kommt - ein vierteiliges Werk, das mit Samples von verschiedenen US-Präsidenten arbeitet, im letzten Teil mit Aussagen von Donald Trump.

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