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Konzert / Archiv | Beitrag vom 18.06.2020

Festival "Gezeitenkonzerte" in OstfrieslandBläserquintett im Wechsel mit Klavier

Moderation: Stefan Lang

Das Ensemble steht in einem weißen Raum und scheint sich an die Kamera heranzuschleichen, während sie ihre Instrumente spielen. (Carion / Jānis Porietis)
Die Musiker von "Carion" hassen Stühle - sie spielen immer in Bewegung, und das seit 2002. (Carion / Jānis Porietis)

Mit der Einladung des dänisch-lettischen Bläserquintetts "Carion" hat sich der Leiter der „Gezeitenkonzerte“ einen Traum erfüllt. Bei ihrem Konzert in der Neuen Kirche in Emden wechseln sich Klavier und Bläser ab, bis sie gemeinsam Beethoven spielen.

Seit 2012 ist Matthias Kirschnereit künstlerischer Leiter der Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und organisiert von dort aus den Konzertkalender des alljährlichen Festivals.

Der Pianist sitzt am Hamburger Hafenbecken, wo der Wind bläst. (Matthias Kirschnereit / Maike Helbig)Matthias Kirschnereit: "Die Komponisten haben so vieles kodiert: Schmerz, Sehnsucht, Jubel, Triviales und Verzweiflung. Meine Bewunderung wächst, je vertrauter sie mir werden." (Matthias Kirschnereit / Maike Helbig)

Matthias Kirschnereit erfüllt sich in diesem Jahr nun einen lang gehegten Wunsch: ein gemeinsames Gezeitenkonzert mit dem preisgekrönten dänisch-lettischen Bläserquintett Carion – einem Ensemble, das die Grenzen seines Genres beständig erweitert und damit Publikum wie Kritiker gleichermaßen verzückt. Es spielt immer im Stehen, ab liebsten in Bewegung, im Laufen, sich Begegnen und Abwenden. Die Musik erfährt damit eine ganz neue Lebendigkeit.

Erst einzeln - dann zusammen

Abwechselnd wird das Klavier und das Bläserquintett zu hören sein, ganz unterschiedliche, aber hoch unterhaltsame Werke werden erklingen. Den musikalischen Rahmen setzt der Festivalleiter mit Musik von Ludwig van Beethoven - dem großen Jubliar des Jahres.

Zum Schluss das gemeinsame Finale: das Opus 16 des jungen Ludwig van Beethovens. Das Werk stammt aus den ersten Wiener Jahren des Komponisten, der in dieser Phase gerade als Klaviervirtuose von sich Reden macht. Seine Improvisationskunst ist in aller Munde.

Kammermusik als Visitenkarte

Das Quintett op. 16 fordert eine Besetzung, die sich nur selten findet: Klavier, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn. Mozart hat diese aparte Besetzung noch einmal einige Jahre später aufgenommen.

Mit dem Quintett komponierte sich Beethoven einen Klavierpart in die Finger, der hochanspruchsvoll ist - aber auch in den Stimmungen sehr erfindungsreich. Vor allem der zweite Satz gehört mit seinem melancholischen Touch zu einer der schönsten Erfindungen des Komponisten. Damit hinterließ er eine äußerst attraktive Visitenkarte in der Wiener Musikszene.

Live aus der Neuen Kirche in Emden

Ludwig van Beethoven
Polonaise C-Dur für Klavier op. 89

György Ligeti
Sechs Bagatellen für Bläserquintett

Dmitrij Schostakowitsch
"Tahiti-Trott" op. 16, arrangiert von David Palmquist
Romanze aus der Filmmusik zu "Die Hornisse"
Walzer aus der Suite für Jazzorchester

Claude Debussy
"Images" für Klavier, 1. Folge

Jacques Ibert
Trois pièces brèves für Bläserquintett

Ludwig van Beethoven
Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn Es-Dur op. 16

Felix Mendelssohn Bartholdy
Lied ohne Worte op. 67, Nr. 3

Matthias Kirschnereit, Klavier

Ensemble "Carion"
Dóra Seres, Flöte
Egils Upatnieks, Oboe
Egîls Ðçfers, Klarinette
David M.A.P. Palmquist, Horn
Niels Anders Vedsten Larsen, Fagott

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