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Konzert / Archiv | Beitrag vom 12.07.2018

Festival de GranadaSinfonischer Alhambrismo

Moderation: Volker Michael

Blick auf die Alhambra vom Aussichtspunkt Plaza San Nicolas mit der Sierra Nevada im Hintergrund. (picture alliance / Richard Linke)
Blick auf die Alhambra in Granada (picture alliance / Richard Linke)

Zwei Andalusier und ein Schweizer dominieren dieses Konzert im Karlspalast der Alhambra in Granada. Pablo Heras-Casado dirigiert ein neues Werk von José María Sánchez-Verdú. Francesco Piemontesi spielt Ravels G-Dur-Klavierkonzert.

Was ist sinfonischer Alhambrismo? Die Veranstalter des Festival de Granada kündigen jedenfalls das neue Werk mit diesen Worten an, das sie beim andalusischen Komponisten José María Sánchez-Verdú in Auftrag gegeben haben. Der Komponist hat es "Memoria del Rojo" genannt.

Rote Erinnerungen

Knapp zehn Minuten lang besingt das Orchester darin die Erinnerung an das Rote, womit nur die al-hamra, die rote Burg gemeint sein kann. In vielen seiner Werke hat sich der andalusische Komponist, 1968 in Algeciras geboren, mit dem arabischen Erbe Südspaniens beschäftig. Zuletzt kam bei den Schwetzinger SWR Festspielen und am Staatstheater Mainz sein neues Musiktheater ARGO auf die Bühne.

Schweizer Pianist auf der Alhambra

Ursprünglich sollte der polnische Tenor Piotr Beczała ein französisches lyrisches Arienprogramm zu diesem späten Festivalabend auf der Alhambra beitragen (das Konzert begann um 21.30 Uhr). Stattdessen wird der Schweizer Pianist Franceso Piemontesi das G-Dur-Klavierkonzert von Maurice Ravel spielen. Der Komponist versuchte ja häufig in seine Werke spanische Musik einzuweben, nicht zuletzt weil er sich als Kind einer baskischen Mutter der iberischen Kultur eng verbunden fühlte.

Der Pianist Francesco Piemontesi (Marco Borggreve/RSB)Der Pianist Francesco Piemontesi (Marco Borggreve/RSB)

Als einziges Überbleibsel aus dem ursprünglich vorgesehenen französischen Arienprogramm wird das Städtische Orchester von Granada die Pariser Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart spielen, ein kurzes, prägnantes Werk, das die hohen Ansprüche eines Metropolenpublikums bestens befriedigt.

Neuer künstlerischer Leiter Heras-Casado

Seit der laufenden Saison ist Pablo Heras-Casado künstlerischer Leiter des Sommerfestivals seiner Heimatstadt Granada. Der Dirigent ist international tätig, so auch regelmäßig beim Freiburger Barockorchester, der Staatskapelle Berlin und dem St. Luke's Chamber Orchestra in New York City zu Gast. Vor kurzem leitete er die spanische Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" am Teatro Real in Madrid. 

Aufzeichnung des Konzertes vom 6. Juli 2018 vom Festival de Granada im Palast Karls des Fünften auf der Alhambra

José María Sánchez-Verdú
"Memoria del rojo" (Uraufführung)

Maurice Ravel
Klavierkonzert G-Dur
Le tombeau de Couperin

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 "Pariser"

Francesco Piemontesi, Klavier
Orquesta Ciudad de Granada
Leitung: Pablo Heras-Casado

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