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Kulturnachrichten

Freitag, 30. November 2018

Fernsehfilmpreis Baden-Baden für "Fremder Feind"

Der 3sat-Zuschauerpreis geht an "Kästner und der kleine Dienstag"

Der Film "Fremder Feind" hat den Fernsehfilmpreis 2018 der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste beim Festival in Baden-Baden gewonnen. "Ein Vater flieht vor seinem Familientrauma an den denkbar entlegensten Ort - um ausgerechnet dort vom Trauma eingeholt zu werden", teilte die Jury am Freitag mit. Der Vater wird gespielt von Ulrich Matthes. Der Sohn verpflichtete sich für einen Auslandseinsatz und fiel im Kriegsgebiet. "Aus dem inneren Kampf zwischen Verdrängung und insgeheimer Sehnsucht nach der Nachempfindung dessen, was der Sohn im Krieg erlebt hat, entsteht ein wahrhaftiges Psychogramm", urteilte die Jury. Zwölf Fernsehfilme standen im Wettbewerb. Der 3sat-Zuschauerpreis geht an "Kästner und der kleine Dienstag". Den Sonderpreis für herausragende darstellerische Leistungen bekommen Elisa Schlott und Hassan Akkouch ("Fremde Tochter"). Mit einem Sonderpreis für die Regie von "Tatort - Die Musik stirbt zuletzt" wird Dani Levy ausgezeichnet. Der Preis der Studierenden geht an das Drehbuch für "Die Notlüge".

DAFF-Preise für "Bad Banks" und "Babylon Berlin"

Beste männliche Hauptrolle: Barry Atsma

Die beiden TV-Serien "Bad Banks" und "Babylon Berlin" haben bei der Preisverleihung der Deutschen Akademie für Fernsehen abgeräumt. Die Jury prämierte "Bad Banks" mit gleich sechs Auszeichnungen, u. a. für den besten männlichen Hauptdarsteller (Barry Atsma) und die besten Nebenrollen (Désirée Nosbusch und Albrecht Schuch). Auch die bereits mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte historische Krimiserie "Babylon Berlin" überzeugte die Jury. Die Deutsche Akademie für Fernsehen sprach ihr fünf Preise zu, u. a. für das beste Kostümbild (Pierre-Yves Gayraud) und die beste Musik (Tom Tykwer und Johnny Klimek). Die Deutsche Akademie für Fernsehen zeichnet jährlich herausragende Leistungen in deutschen Fernseh- und Streamingproduktionen in 21 Kategorien aus.

Helga Schütz erhält Preis der Defa-Stiftung

Schütz hat über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten für die Defa gearbeitet

Die Potsdamer Schriftstellerin und Dramaturgin Helga Schütz ist mit dem Preis der Defa-Stiftung ausgezeichnet worden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis werde Schütz für ihr künstlerisches Lebenswerk verliehen, teilte die Defa-Stiftung am Freitag mit. Schütz hat über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten für die Defa gearbeitet. "Eine langjährige berufliche und private Beziehung verband sie mit dem Filmemacher Egon Günther. Zusammen arbeiteten sie unter anderem an den Produktionen "Lots Weib", "Wenn du groß bist, lieber Adam", "Die Schlüssel", "Die Leiden des jungen Werthers" und "Stein". Der mit ebenfalls 10.000 Euro dotierte Preis für herausragende Leistungen im deutschen Film geht an die Filmemacherin Tamara Trampe. Den mit 5.000 Euro dotieren Förderpreis für junges Kino vergab die Defa-Stiftung an Regisseur Jan Zabeil.

Der Journalist Dagobert Lindlau ist tot

Er ist im Alter von 88 Jahren gestorben

Der Fernsehjournalist Dagobert Lindlau ist am Freitag im Alter von 88 gestorben. Er war lange Chefreporter für den Bayerischen Rundfunk und moderierte den "Weltspiegel". Für sein Wirken wurde er unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Lindlau galt als Urgestein des kritisch-engagierten Fernsehjournalismus. Mit seinen Reportagen - etwa über Methoden der Schutzgelderpressung und des Rauschgifthandels - löste er häufig kontroverse Diskussionen aus, ebenso mit seinem Buch "Der Mob - Recherchen zum Organisierten Verbrechen".

Der Komponist Ulrich Leyendecker ist tot

Er ist im Alter von 72 Jahren gestorben

Der Komponist Ulrich Leyendecker ist tot. Er ist am Donnerstag im Alter von 72 Jahren an Herzversagen gestorben, wie die Sikorski Musikverlage am Freitag mitteilten. "Ulrich Leyendeckers Musik ist außergewöhnlich vielseitig und bei Interpreten jeder Instrumentalgattung und Provenienz beliebt", teilte der Verlag mit, dem der Komponist seit mehr als 40 Jahren verbunden war. Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik sowie Vokalmusikkompositionen in zum Teil recht unterschiedlichen Ensembleformationen beherrschen Leyendeckers Werkkatalog.

39 Traditionen zum Immateriellen Kulturerbe ernannt

Blaudruck aus Deutschland gilt nun als Immaterielles Kulturerbes

Die Unesco hat 39 Traditionen neu in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Zu den Fertigkeiten, Wissens- und Kulturformen zählen nun unter anderen auch der Blaudruck aus Deutschland, die Parfümherstellung aus Frankreich und das Las Parrandas-Fest in Kuba, wie die Unesco in Bonn mitteilte. Sieben der neuen Kulturformen seien zudem als "dringend erhaltungsbedürftig" eingestuft worden. Die neuen Traditionen stammen den Angaben zufolge aus verschiedenen Ländern rund um den Globus. So seien das traditionelle nord- und südkoreanische Ringen Ssirum beziehungsweise Ssireum ebenso wie der kroatische Solistengesang Medimurska popevka und jamaikanische Reggae-Musik in die Liste aufgenommen worden. Neu auf der Liste sind demnach Sportarten, Heilbäder, Kunstformen, Tänze, Feste, Theater und Handwerkskünste. Mit der Liste der dringend erhaltungsbedürftigen Traditionen des Immateriellen Kulturerbes macht die Unesco eigenen Angaben zufolge auf verschwindendes Wissen und Können aufmerksam. Alle neuen Traditionen stammen aus Afrika oder Asien, etwa syrische Schattenspiele oder ägyptisches Handpuppentheater.

"Hotel Silber" in Stuttgart wird Gedenkort

In den historischen Räumen hatte die Gestapo ihren Sitz

Nach neun Jahren Diskussion und Konzeption wird am kommenden Montag in Stuttgart der Gedenkort "Hotel Silber" eröffnet, an dem zur Nazizeit die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ihren Sitz hatte. Unter anderem wurde im "Hotel Silber" der spätere SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher festgehalten. In dem Gebäude war schon in der Weimarer Republik die politische Polizei untergebracht, nach 1945 war das Haus bis 1984 Sitz der Kriminalpolizei. In den historischen Räumen werden vor allem Reproduktionen von Ermittlungsdokumenten, Fotos und Briefen gezeigt. Eine Dauerausstellung zeichnet nach, wie aus der politischen Polizei der Weimarer Republik die Geheime Staatspolizei der Nazis wurde und wie es auch nach dem Ende des Krieges eine gewisse Kontinuität in der Polizei der Bundesrepublik gab. So seien vor, während und nach der Nazizeit Homosexuelle, Sinti und Roma von der Polizei verfolgt worden, erklärte Kuratorin Paula Lutum-Lenger. Ein Verein hatte sich seit den 2000er Jahren gegen den geplanten Abriss des Gebäudes gewehrt. An seine Stelle hätte nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung ursprünglich ein Einkaufszentrum entstehen sollen.

Documenta verstärkt Kostenkontrolle

Budget der Ausstellung soll zudem aufgestockt werden

Um die Kosten für die kommende documenta 15 besser in den Griff zu bekommen, hat der Aufsichtsrat der documenta den Aufbau eines Controllings sowie die Einrichtung einer Stabsstelle Kommunikation und Marketing beschlossen. Auch das Budget der Weltkunstausstellung solle im Hinblick auf allgemeine Kostensteigerungen sowie höhere Anforderungen an die Sicherheit aufgestockt werden, teilte die documenta mit. Nach Feststellung des vorläufigen Jahresabschlusses liegt das Defizit der documenta 14 den Angaben zufolge bei rund 7,6 Millionen Euro. Infolge des Defizits war documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff vorzeitig aus ihrem Amt geschieden. Die Nachfolge von Kulenkampff trat Interimgeschäftsführer Wolfgang Orthmayr an, ihm folgte zum 1. November 2018 Sabine Schormann, die den neuen Titel Generaldirektorin trägt. Die nächste documenta soll vom 18. Juni bis 25. September 2022 stattfinden.

Bildungspolitik: Bayern lehnt Grundgesetzänderung ab

Ministerpräsident Markus Söder befürchtet Mitbestimmung aus Berlin

Bayern lehnt die vom Bundestag beschlossene Grundgesetzänderung zur Mitfinanzierung der Schulen durch den Bund ab. "Wir haben erhebliche Bauchschmerzen. Denn es ist ein starker und tiefgreifender Eingriff in die föderale Struktur", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Die Schulpolitik gehöre zur Kernkompetenz der Länder, der Föderalismus dürfe nicht ausgehöhlt werden, so Söder. Er sagt: "Zum einen könnte der Bund dann massiv Einfluss auf die Bildungspolitik nehmen. Im weitreichendsten Fall könnten die Inhalte der Schulpolitik sogar teilweise aus Berlin gesteuert werden." Damit könne sich die Bildungsqualität in Bayern verschlechtern. Am Donnerstag hatte der Bundestag mehrheitlich für die Grundgesetzänderung zur Mitfinanzierung der Schulen durch den Bund gestimmt. Allerdings muss auch der Bundesrat der Grundgesetzänderung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen.

Schlösserstiftung sucht verschollene Mosaik-Weltkarte

Preußische Schlüsserstiftung bittet Zeitzeugen um Hinweise

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sucht ein verschollenes Weltkarten-Mosaik. Es lag im Boden der im Jahr 1964 abgerissenen Eremitage im Potsdamer Neuen Garten, wie die Stiftung mitteilte. Unklar ist, ob es schon nach dem Zweiten Weltkrieg oder erst beim Abriss des Gebäudes im Zuge des Mauerbaus weggeschafft wurde. Übrig geblieben sind noch heute Marmorbodenplatten, die rund um die 2,90 mal 1,80 Meter große Weltkarte lagen. Das ursprünglich von König Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) im Jahr 1796 errichtete Gebäude war 2007 mit Spendenmittel wiedererrichtet worden. Die Stiftung bat nun um Hinweise - auch Erinnerungen von Zeitzeugen oder historische Fotos seien willkommen.

Millionen Jahre alte Werkzeuge in Nordafrika entdeckt

Weltweit zweitältester Fund von Steinwerkzeugen zur Fleischverwertung

Archäologen haben in Algerien Steinwerkzeuge und geschnittene Tierknochen gefunden, die bis zu 2,4 Millionen Jahre alt sein könnten. "Die neuen Funde machen Ain Boucherit zur ältesten Stelle in Nordafrika, mit Nachweisen menschlicher Fleischverwertung in Verbindung mit Steinwerkzeugen", heißt es in einem im Magazin "Science" veröffentlichten Bericht. Die Artefakte wurden in Sétif gefunden, etwa 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier. Die Werkzeuge sind den sogenannten Oldowan-Steinen ähnlich, die bisher hauptsächlich in Ostafrika gefunden wurden. "Ostafrika gilt allgemein als Geburtsort der Nutzung von Steinwerkzeugen durch unsere menschenartigen Vorfahren", heißt es weiter in dem Bericht. Die neuen Funde legten nahe, dass es ähnlich frühe Nutzungen auch außerhalb des Ostafrikanischen Grabens gegeben haben könnte: "Die Fundstelle ist die zweitälteste der Welt nach Gona in Äthiopien". Die ältesten Artefakte dort sind bis zu 2,6 Millionen Jahre alt.

documenta-Defizit steigt auf 7,6 Millionen Euro

Ursache für das Defizit seien unter anderem die zwei Standorte gewesen

Die documenta 14 hat mit einem noch höheren Defizit abgeschlossen als bisher bekannt. Nach Ende aller Prüfungen betrage die Finanzierungslücke 7,6 Millionen Euro, teilte die gemeinnützige documenta und Museum Fridericianum GmbH mit. Bisher war das Defizit der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössischen Kunst mit 5,4 Millionen Euro beziffert worden. Ursache für das Defizit sei unter anderem die Ausrichtung der Schau an zwei Standorten gewesen. Die 14. documenta fand von April bis September 2017 in Kassel und Athen statt. Ihr Budget war im Vorfeld auf 34 Millionen Euro beziffert worden. Nach Bekanntwerden der finanziellen Schieflagen erklärten sich das Land Hessen und die Stadt Kassel bereit, mit einer Bürgschaft einzuspringen.

"Bilder Deiner großen Liebe" ist Hörbuch des Jahres

Unvollendeter Roman Wolfgang Herrndorfs

Die Produktion "Sandra Hüller singt und spricht 'Bilder deiner großen Liebe'" ist Hörbuch des Jahres 2018. Die Umsetzung des unvollendeten Romans aus dem Nachlass von Wolfgang Herrndorf sei ein großes Ereignis, begründete die Jury der HR2-Hörbuchbestenliste ihre Entscheidung. Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres wurde "Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften", teilte der Hessische Rundfunk (HR) in Frankfurt mit. Der Roman "Bilder Deiner großen Liebe" enthält Gedanken und Erlebnisse der jungen Isa, die aus der Psychiatrie entwichen ist. Im Kinderhörbuch "Kannawoniwasein!" erzählt Autor Martin Muser vom zehnjährigen Finn, der zum ersten Mal allein mit der Bahn nach Berlin fährt. Bei der Reise werden ihm Handy, Fahrkarte und Geld gestohlen.

Kabarettist Otto Stark mit 96 Jahren gestorben

Chef der zeitkritischen Berliner Bühne Distel

Otto Stark, langjähriger Direktor des Ostberliner Kabaretts Distel, ist mit 96 Jahren gestorben. Der gebürtige Österreicher war von 1968 bis zur Wende 1989 Chef der populären zeitkritischen Bühne Distel, die wegen ihrer Sticheleien gegen die DDR-Oberen immer wieder beim Regime aneckte. Stark kam 1922 in Wien als Sohn eines Hutmachers zur Welt. Seine Eltern und sein Bruder wurden von den Nazis ermordet, er selbst konnte mit 16 Jahren mit einem "Kindertransport" nach London emigrieren. Später kehrte er nach Wien zurück, absolvierte eine Schauspielerausbildung und ging 1949 in die DDR, wo er an unterschiedlichen Theatern in Berlin und Dresden arbeitete. Nach der Wende ging er mit Soloprogrammen auf Tournee.

"Rocky" hängt Handschuhe an den Nagel

US-Schauspieler Sylvester Stallone gibt Ende seiner Box-Saga bekannt

Der US-Schauspieler Sylvester Stallone will nach über 40 Jahren keinen weiteren "Rocky"-Film mehr drehen. Der von ihm verkörperte Rocky Balboa werde seine Handschuhe endgültig an den Nagel hängen, teilte Stallone auf Instagram mit. Allen seinen Fans dankte der 72-Jährige, dass sie "die Rocky-Familie über 40 Jahre ins Herz geschlossen" hätten. "Es war mein höchstes Privileg, diese bedeutende Figur zu schaffen und darzustellen", schrieb Stallone. Auch wenn es sein Herz breche: "Leider müssen alle Dinge vorbeigehen ... und enden." Dennoch werde Rocky "nie sterben, denn er wird in euch weiterleben". Die Rocky-Serie besteht aus acht Filmen, von denen der erste 1976 erschien und gleich zum Überraschungserfolg wurde. "Creed II", der vermutlich letzte Film, kam erst vor kurzem in die Kinos.

"Grün ist das neue Rot" ist Schlagzeile des Jahres

Den dritten Platz teilen sich vier Überschriften

"Grün ist das neue Rot" ist die Schlagzeile des Jahres. Mit diesem Titel zu den Stimmverschiebungen von der SPD zu den Grünen bei der bayerischen Landtagswahl konnte sich die "Bild"-Zeitung bei der Wahl des Vereins Deutsche Sprache durchsetzen. Knapp dahinter kam das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" mit der Schlagzeile "Liba mit Fibl" zur Überlegenheit des klassischen Orthografieunterrichts beim Schreibenlernen auf Platz zwei. Den dritten Platz teilen sich vier Überschriften: "Loch und Löcher" (Berliner "Tagesspiegel" zur Finanzkrise des Berliner Flughafens BER), "Junge, komm nie wieder" ("Süddeutsche Zeitung" zu einem möglichen Comeback von Silvio Berlusconi), "Brüllende Stille" ("Börsen-Zeitung" zur internen Kommunikation bei der Deutschen Bank) sowie "Der wüste Sohn" ("Hannoversche Allgemeine" zu den Machenschaften des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman).

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