Freistil, vom 05.04.2015, 20:05 Uhr

FeatureMilch - Lebenselixier zwischen Kultobjekt und Preisverfall

Von Ulrich Land

Ganze Galerien sakraler Gemälde zeigen das Jesuskind an Mariens milchverströmendem Busen und Marilyn Monroe ließ sich mit ihrem Glas Morgenmilch fotografieren. In altindischen Sagen buttern Dämonen ein riesiges Milchmeer unter.

Eine Milchkuh steht auf einer Weide. (picture-alliance / dpa / Horst Ossinger)
Wird die Milch wirtschaftlich und kulturell immer mehr entwertet? (picture-alliance / dpa / Horst Ossinger)

Aber auch unzählige abendländische Verse, Fabeln und Geschichten besingen die Magie der Milch und bis heute pflegen mongolische Nomaden ihren jahrtausendealten Milchkult. Hierzulande aber droht jener jungfräulichweiße Saft - einst das Lebenselixier auf dem Weg vom Urmenschen zum Kulturmenschen - im Meer der Belanglosigkeit unterzugehen. Den modernen Schnäppchenjägern und -sammlern soll die Milch gefälligst nicht mehr kosten als Mineralwasser. Und angesichts der aktuellen Agrarpolitik verkommt das einstige Kult- und Kulturgut endgültig zum agro-industriellen Massenprodukt und Spekulationsobjekt im Preisdumpingzirkus.

Produktion: DLF 2015

 

Milch - Lebenselexier zwischen Kultobjekt und Preisverfall (PDF) (414 kB)

Milch - Lebenselexier zwischen Kultobjekt und Preisverfall (Textversion) (59 kB)