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Interview | Beitrag vom 28.09.2021

FDP-Erfolge bei ErstwählernDer Wunsch nach Veränderung und Freiheit

Simon Schnetzer im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, spricht während der Dreikönigskundgebung der FDP im Opernhaus. Hinter ihm ist das Wort Freiheit auf die Wand projiziert  (picture alliance /dpa / Sebastian Gollnow)
Die Liberalen und ihr Vorsitzender Christian Lindner punkten bei Jüngeren mit ihrem Freiheitsbegriff (picture alliance /dpa / Sebastian Gollnow)

Die FDP liegt in der Gunst der Erstwähler mit 23 Prozent vorne. Die Grünen und das Thema Klimaschutz liegen knapp dahinter. Jugendforscher Simon Schnetzer erklärt diesen Erfolg mit dem Wunsch nach Veränderung und Freiheit gerade in der Coronazeit.

Für einige Überraschung sorgte bei der Bundestagswahl, dass die FDP bei den Erstwählern besonders beliebt ist. 23 Prozent von ihnen haben für die Liberalen gestimmt. Die Grünen liegen knapp dahinter.

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Die junge Generation sei von der Großen Koalition sehr enttäuscht, sagt der Jugendforscher Simon Schnetzer*. Gerade in der Coronazeit seien der Wunsch nach Veränderung und der Wunsch nach Freiheit deshalb ausschlaggebend für die Erfolge der Liberalen. "Es überrascht mich nicht, dass die FDP bei den Jungen gut ankommt, aber in dem Maße hätte ich auch nicht damit gerechnet."
 
Bei den 18- bis 25-Jährigen liegen Grüne und FDP in der Gunst dieser Wählergruppe gleichauf. Schnetzer sagt dazu, dass auch das Thema Klimaschutz in der jüngeren Generation wichtig sei.

Unterschiede bei Männern und Frauen 

Er sei vor allem neugierig auf die Auswertung nach Geschlechtern. "Meine These ist, dass die Jungwählerinnen eher ökosozial wählen, eher bei den Grünen sich finden und die männlichen Wähler öko-materiell eher bei der FDP." Dazu trage auch bei, dass die FDP sich oft als reiner Männerclub präsentiert.
 
Bei den Grünen gebe es mit Annalena Baerbock ein weibliches Rollenvorbild, aber auch bei der Klimabewegung "Fridays for Future", sagt Schnetzer. Der FDP dagegen entspreche eher "der junge, charismatische Typ", der noch am ehesten als "visionärer Machertyp" rüberkomme. Das funktioniere für die Frauen weniger als beispielsweise für die junge Gründerszene.

FDP setzt auf moderne Themen

Jana Puglierin vom Berliner Büro der Denkfabrik "European Council on Foreign Relations" (ECFR) ist über das Ergebnis der Umfrage nicht überrascht. Die FDP stehe für moderne Themen [AUDIO], nämlich Digitalisierung, Bildung und Generationengerechtigkeit. "Die FDP war die einzige Partei, die über die Rente sprechen wollte" – zumindest in dem Sinne, dass auch jüngere Leute von diesem System profitieren könnten. 

Außerdem biete die FDP mit ihrem Vorsitzenden Christian Lindner, dem innenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion Konstantin Kuhle und Johannes Vogel, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden, vergleichsweise junges Personal, das viel in sozialen Medien unterwegs sei.

*In der ersten Textversion hatten wir an dieser Stelle Simon Schnetzer als Schweizer bezeichnet. Wir haben den Fehler korrigiert. Er ist Deutscher.

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