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Mittwoch, 14.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 5. Januar 2017

Fassade der Benedikt-Basilika in Norcia gesichert

EU-Unterstützung des Wiederaufbaus der Basilika zugesagt

In der vom Erdbeben zerstörten italienischen Stadt Norcia ist die Fassaden-Sicherung der Basilika San Benedetto jetzt abgeschlossen. Zwei Metallkäfige stabilisieren die mittelalterliche Fassade, die bei den Beben am 26. und 30. Oktober mit wenigen anderen Teilen der Kirche stehengeblieben war. Nun soll die Bergung der im Inneren verschütteten Bauteile und Kunstschätze beginnen, wie italienische Medien berichteten. Dies war bislang zu gefährlich. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte Unterstützung beim Wiederaufbau der Basilika zugesagt. Die dem Mönchsvater Benedikt geweihte Kirche habe "hohen symbolischen Wert", weil sie mit dem Schutzheiligen Europas verknüpft sei, schrieb Juncker an die Präsidentin der Region Umbrien, Catiuscia Marini. Benedikt wurde der Überlieferung nach um 480 in Norcia geboren. Er gilt als Begründer des abendländischen Mönchtums und wird als Patron Europas verehrt.

Musikinstrumentenbranche beklagt "Bürokratie-Wahnsinn"

Deutschland hat Sonderregelungen zum Schutz von Tropenhölzern

Weil der Handel mit seltenen Tropenhölzern erschwert wurde, sieht sich die Musikbranche mit einem "Bürokratie-Wahnsinn" konfrontiert. Bei der Weltartenschutzkonferenz (Cites) im Oktober wurden unter anderem weitere Palisander-Arten unter Schutz gestellt. "Wir müssen alle Instrumente im Lager und Laden deklarieren, in denen diese Hölzer verbaut wurden, sogar wenn es nur um wenige Gramm Holz geht", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Society of Music Merchants (SOMM), Daniel Knöll. "Es sind circa eine Million Produkte, die gemeldet werden müssen. Dieser Bürokratie-Wahnsinn überfordert die Musikbranche." Eine solche Buchhaltung im Einzelhandel werde nur in Deutschland gefordert. "Wir appellieren an das Bundesumweltministerium, seine komplizierte Zusatzverordnung zu überarbeiten", sagte Knöll.

Hans Otto Theater bedauert Weggang seines Intendanten

Intendant Tobias Wellemeyer verlässt 2018 Potsdamer Theater

Der Freundeskreis des Potsdamer Hans Otto Theater respektiert aber bedauert ausdrücklich die Entscheidung der Stadt, den im Juli 2018 endenden Vertrag mit Intendant Tobias Wellemeyer nicht zu verlängern. Wellemeyer ist seit 2009 in Potsdam. Die Arbeit von Wellemeyer bezeichnet das Theater in einer Erklärung als "überaus erfolgreich". Weiter heißt es, Wellemeyer sei es gelungen, eine stimmige Mischung aus aktueller Problemorientierung, Klassikern und bester Unterhaltung auf die Potsdamer Bühne zu bringen. Wellemeyer habe dafür gesorgt, dass das Theater aktiv auf die Stadtgesellschaft zugehe. Insbesondere sei es ihm gelungen, ein glänzendes Ensemble zusammen zu bringen, das er immer wieder zu Höchstleistungen zu motivieren imstande sei. Die Entscheidung, Wellemeyers Vertrag nicht zu verlängern wurde gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) getroffen. Derzeit wird das Auswahlverfahren für einen neuen Intendanten vorbereitet.

Regierungschef Müller: Debatte um Lkw "nicht würdevoll"

Bonner Museum überlegt, LKW des Berliner Terroranschlags in Sammlung aufzunehmen

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hält die Debatte um den Terror-Lastwagen als Museumsstück für "nicht würdevoll". Die Angehörigen der Todesopfer trauerten und seien völlig geschockt, Schwerverletzte lägen noch immer im Krankenhaus, sagte er dem "Tagesspiegel". Jetzt schon eine Debatte darüber zu führen, ob das Tatwerkzeug ausgestellt werden solle, sei zu früh.
Das Haus der Geschichte in Bonn hat noch nicht entschieden, ob es den Lastwagen teilweise in seine Sammlung aufnehmen will. Stiftungspräsident Hans Walter Hütter nannte das Nachdenken über den Erwerb des Lastwagens oder einzelner Teile einen "ganz normalen Vorgang". "Wenn ich den Auftrag habe, deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg im internationalen Zusammenhang zu sammeln, dann muss ich mich zwangsläufig mit der Frage beschäftigen, ob ein solches Stück in unsere Sammlung gehört oder nicht." Bei dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt waren am 19. Dezember zwölf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden.

Technik-Oscar für Münchner Firma

Filmausrüstungs-Hersteller Arri wird für Digitalkamera geehrt

Ein weiterer Oscar für Filmtechnik "Made in Germany": Die Münchner Firma Arri gehört zu den diesjährigen Preisträgern der Oscar-Würdigungen für wissenschaftlich-technische Errungenschaften. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles mitteilte, werden insgesamt achtzehn Technik-Preise an fünf Unternehmen sowie 34 Ingenieure und Erfinder vergeben. Die Auszeichnungen werden am 11. Februar bei einem Gala-Dinner in Beverly Hills verliehen. Die feierliche Oscar-Show geht dann am 26. Februar in Hollywood über die Bühne. Arri wird für die Entwicklung der Alexa-Digitalkameras mit einer Oscar-Plakette geehrt, unter anderem wurde mit ihr "The Revenant - die Rückkehr gedreht". Sie zählten zu den ersten Digitalkameras, die in Spielfilmproduktionen verwendet wurden, heißt es in der Mitteilung. Neben Arri werden auch Firmen wie Sony und Panavision für ihre Digitalprodukte ausgezeichnet.

Golden Globes: Musical-Film "La La Land" Favorit

Auszeichnungen gelten als Barometer für die Oscars

Die nostalgische Musical-Romanze "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone als verliebtes Paar in Los Angeles ist mit sieben Nominierungen der diesjährige Golden Globes Favorit. Die Liebesgeschichte holte unter anderem Nominierungen als beste Komödie/Musical-Film, beste Regie sowie Nominierungen für die beiden Hauptdarsteller. Die Trophäen-Gala findet am Sonntag den 8. Januar in Beverly Hills zum 74. Mal statt. Kinofilme mit mehreren Gewinnchancen sind mit sechs Nominierungen "Moonlight", mit fünf Nominierungen "Manchester by the Sea", mit jeweils vier Nominierungen "Lion" und "Florence Foster Jenkins" und mit jeweils drei Nominierungen "Hacksaw Ridge", "Hell or High Water" und "Nocturnal Animals". In den USA sind die Globes die wichtigsten Auszeichnungen nach den Oscars und den Emmys. Der Verband der Hollywood-Auslandspresse vergibt die Trophäen in Form einer goldenen Erdkugel seit 1944, in diesem Jahr zum 74. Mal. Über die Gewinner in unterschiedlichen Kategorien entscheidet eine kleine Gruppe Journalisten, die in Hollywood arbeiten.

Römisch-Germanisches Museum wird Baudenkmal

Kölner Museum wurde seit seiner Eröffnung 1974 von 20 Millionen Menschen besucht

Das Museumsgebäude werde wegen seiner städtebaulichen Qualitäten unter Denkmalschutz gestellt, teilte die Stadt Köln mit. Es präge das Bild des Roncalliplatzes im Schatten der Südfassade des Doms entscheidend mit. Zudem sei auch die Innenraumgestaltung mit seiner pädagogisch richtungsweisende Präsentation der römischen und germanischen Stadtgeschichte wertvoll. Der Museumsbau der Braunschweiger Architekten Heinz Röcke und Klaus Renner wurde über den baulichen Resten einer römischen Stadtvilla gebaut. Seit der Eröffnung im März 1974 besuchten es mehr als 20 Millionen Menschen. Es zeigt das archäologische Erbe der Stadt und ihres Umlandes. Auf 4.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche beherbergt es Funde aus mehr als 100.000 Jahren rheinischer Siedlungsgeschichte, von der Altsteinzeit bis ins frühe Mittelalter.

Rolf Hoppe bekommt St. Georgs Orden der Semperoper

Dresdner Opernball findet zum zwölften Mal statt

Der Schauspieler Rolf Hoppe wird mit dem Orden des Semperopernballs geehrt. Der Dresdner erhalte die Auszeichnung am 3. Februar als "eine herausragende Persönlichkeit der Stadt", teilten die Organisatoren des Balls mit. Hoppe erlangte 1981 mit der Rolle des NS-Generals Hermann Göring in der Klaus-Mann-Verfilmung "Mephisto" internationale Bekanntheit. Er spielte an der Seite von Klaus Maria Brandauer, der nun als Laudator für seinen Schauspielerkollegen nach Dresden kommt. Den St. Georgs Orden wolle der 86-jährige Hoppe in der Semperoper persönlich entgegennehmen, hieß es. Die Auszeichnung des Opernballs wurde in der Vergangenheit nationalen und internationalen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft verliehen, darunter Wladimir Putin, Bob Geldof, Gérard Depardieu, Franz Beckenbauer und Hans-Dietrich Genscher.

Deutsche Welle verlängert DW Arabia

Arabischsprachiges TV-Programm bietet seit 2015 Nachrichten aus Deutschland und Europa

Die Ausstrahlung des arabischsprachigen TV-Programms der Deutschen Welle (DW) in Europa ist bis Ende 2017 verlängert worden. Der Satelliten-Betreiber sagte eine einjährige Verlängerung der kostenlosen Übertragung von DW Arabia 2 zu, wie der Sender am Donnerstag in Bonn mitteilte. Die ARD und das ZDF stellen demnach weiter Sendungen zur Verfügung, darunter "Lindenstraße", "Die Sendung mit der Maus", "Wissen macht Ah!", "Logo" sowie Dokumentationen. "Die Entscheidung von SES Astra, ARD-Landesrundfunkanstalten und ZDF, das Projekt ein weiteres Jahr zu unterstützen, ist eine wichtige politische Botschaft in unruhigen Zeiten", sagte DW-Intendant Peter Limbourg. "Wenn das Angebot Ende 2017 ausläuft, werden viele der Flüchtlinge bereits in der Lage sein, die deutschsprachigen TV-Angebote von ARD und ZDF zu verfolgen."
Ab Januar 2017 werde die DW eine neue Video-Reihe mit Erläuterungen zu den wichtigsten Elementen des Grundgesetzes produzieren.

Apple löscht "New York Times"-App in China

Chinesische Behörden haben die App zensiert

Apple hat in China die Nachrichten-App der "New York Times" aus seinem Angebot gelöscht. Die US-Zeitung berichtete, ihr Programm sei seit Ende Dezember nicht mehr im chinesischen App-Store zu finden. Demnach sagte ein Apple-Sprecher der Zeitung, die App sei nach Intervention der chinesischen Behörden entfernt worden, weil sie gegen "lokale Regularien" verstoße. Die Webseite der "New York Times" wird in China bereits seit vier Jahren geblockt. Damals hatte die Zeitung in einer Serie von Artikeln kritisch über das große Familienvermögen von Chinas Ex-Premierminister Wen Jiabao berichtet. Auch zahlreiche andere ausländische Medien sind in China von den Zensoren gesperrt, darunter die Internetangebote der Nachrichtenagentur Reuters, der Deutschen Welle und des "Wall Street Journal". China blockiert auch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter sowie Google-Dienste oder Webseiten, die die Regierungspolitik kritisieren oder Menschenrechtsthemen ansprechen.

Galeristin Barbara Weiss ist tot

Sie prägte die Berliner Kunstszene

Die einflussreiche Berliner Galeristin Barbara Weiss ist tot. Sie starb wie erst jetzt bekannt wurde am Silvestertag im Alter von 56 Jahren nach schwerer Krankheit. Ihre Galerie in Kreuzberg war eine der ersten im Nachwendeberlin und sollte die Kunstszene der Hauptstadt prägen. Unter den von Weiss vertretenen Künstlerinnen und Künstlern sind einige Documenta-Teilnehmer wie Monika Baer, Harun Farocki, Andreas Siekmann oder Maria Eichhorn.

Dirigent Georges Pretre mit 92 Jahren gestorben

Pretre trat in allen großen Opernhäusern der Welt auf

Der französische Stardirigent Georges Pretre ist tot. Der Maestro starb im Alter von 92 Jahren, wie der Wiener Musikverein bestätigte. Pretre trat in allen großen Opernhäusern der Welt auf. Er war im Laufe seiner Karriere Generalmusikdirektor der Pariser Oper. Der Dirigent leitete zweimal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, zuletzt 2010. Er war Ehrenmitglied des Musikvereins und eng mit Wien verbunden. Pretre, der am 14. August 1924 im nordfranzösischen Waziers geboren wurde, übernahm 1966 das Dirigat zur Wiederöffnung der New Yorker Metropolitan Opera. Das galt als einer der Höhepunkte seiner Karriere.

Umstrittene Klahn-Sammlung bleibt bei Klosterkammer

Bundesgerichtshof entscheidet im Sinne der Erben

Die Klosterkammer Hannover muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ihre Sammlung mit Werken des umstrittenen Künstlers Erich Klahn (1901-1978) behalten. Auf Basis dreier Gutachten, die Klahns Nähe zum Nationalsozialismus belegen, hatte sie ihre Trägerschaft der Klahn-Stiftung gekündigt. Gegen diese Kündigung wehrten sich die Erben - und bekamen Recht. Mit der BGH-Entscheidung wurde das Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 3. März 2016 rechtskräftig, wie die Klosterkammer in Hannover mitteilte. Der in Celle gestorbene Klahn ließ sich den Gutachten zufolge von der NS-Kulturpolitik instrumentalisieren. Unter anderem vermischte er bis 1945 in seinen Arbeiten religiöse und politische Motive. So finden sich auf dem sogenannten Karfreitags-Altar im Kloster Mariensee bei Hannover ein gerundetes Hakenkreuz und Runen. Während des Rechtsstreits mit den Erben war dieser Altar nicht zu besichtigen. "Wir sind gehalten, die Werke in den üblichen Öffnungszeiten wieder zugänglich zu machen", sagte Kammerdirektor Andreas Hesse. Derzeit seien die Klöster geschlossen, Mariensee öffne wieder Mitte April. Klahn-Altäre stehen unter anderem auch in niedersächischen Kirchen.

Film über Django Reinhardt eröffnet Berlinale 2017

Regiedebüt erzählt Lebensgeschichte des von den Nazis verfolgten Musikers

Die Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt "Django" wird am 9. Februar die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnen. Das Regiedebüt des Drehbuchautors und Produzenten Etienne Comar erzählt Teile der Lebensgeschichte des Musikers Django Reinhardt. Der bekannte Gitarrist gilt als Wegbereiter des sogenannten Gypsy-Swing. Als Sinti wurden er und seine Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Der Film, der am internationalen Wettbewerb der Berlinale teilnehmen wird, handelt von der Flucht Reinhardts aus dem von Deutschen besetzten Paris im Jahr 1943. Die Berlinale startet am 9. Februar. Nach den Worten von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick zeigt der Film über Reinhardt "auf packende Weise ein Kapitel seines bewegten Lebens und ist eine ergreifende Überlebensgeschichte. Die ständige Bedrohung, seine Flucht und die fürchterlichen Gräueltaten an seiner Familie konnten ihn nicht daran hindern weiterzuspielen".

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