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Dienstag, 21.08.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 6. Februar 2018

Fanta Vier und die Maus ausgezeichnet

Der Medienpreis für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache

Die Hip-Hop-Band Die Fantastischen Vier und die Fernsehreihe "Die Sendung mit der Maus" werden mit dem Medienpreis für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgezeichnet, wie die Gesellschaft bekanntgab. Zur Begründung erklärte die Jury, Die Fantastischen Vier stünden wie keine andere Band für den deutschen Hip-Hop. Durch sie sei der deutschsprachige Sprechgesang, der Deutschrap, salonfähig und beliebt geworden. Die Bandmitglieder seien "bemerkenswerte Musiker, die von Anfang an Wert auf die deutsche Sprache legten, und gelten als Vorbild einer gesamten Musikgeneration, die in deutscher Sprache singt und rappt". Die "Sendung mit der Maus" wiederum besitze die Fähigkeit, in ihren Sachgeschichten mit breitem Themenspektrum selbst Komplexes interessant, verständlich und spannend zugleich zu erklären. Außderdem erhält die Fernsehjournalistin Antonia Rados den Hans-Oelschläger-Preis und wird damit als "herausragende Auslandskorrespondentin" geehrt. Die 64-jährige Österreicherin berichtet aus Kriegs- und Krisenregionen wie Afrika, Afghanistan und dem Nahen Osten. Die Preise werden am 7. April bei einer Feierstunde im Wiesbadener Kurhaus verliehen.

Berlinale 2018: 19 Filme im Bärenrennen

Darunter sind vier Werke aus Deutschland

Das Programm für die 68. Berlinale ist komplett. Festivaldirektor Dieter Kosslick gab den letzten Wettbewerbsfilm bekannt. Danach bewirbt sich auch der norwegische Regisseur Erik Poppe mit dem Attentatsdrama "Utøya 22. Juli" um den Goldenen oder einen silbernen Bären. Zu den vier deutschen Kandidaten gehören Christian Petzold mit dem Flüchtlingsdrama "Transit" und Thomas Stuber mit der Liebesgeschichte "In den Gängen". Vor dem Hintergrund der „MeToo-Debatte werden zudem wichtige Veranstaltungen der Berlinale aus Wortbeiträgen zum Thema Sexismus und sexualisierte Gewalt bestehen. Eröffnet wird das Festival mit Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs". Einen „roten Faden gebe es dieses Mal nicht, sagte Kosslick, aber Schwerpunkte wie Zivilcourage, Künstlerschicksale und erneut Flüchtlingsgeschichten. Den Vorsitz der Internationalen Jury hat der deutsche Regisseur Tom Tykwer, ihm zur Seite stehen die belgische Schauspielerin Cecile de France, die US-Produzentin Adele Romanski, die US-Filmkritikerin Stephanie Zacharek, der japanische Komponist Ryuichi Sakamoto und der frühere Leiter der Filmoteca Española, Chema Prado. Insgesamt werden 385 Filme gezeigt, 24 Beiträge laufen im Wettbewerb, 19 konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 24. Februar vergeben werden.

Akademie der Künste ehrt Eugen Gomringer

Fassadenpräsentation des Gedichts "schweigen" am Pariser Platz

Die Akademie der Künste sei mehr als besorgt über den von kunstfernen Begriffen geprägten Diskurs, der um das Gedicht ciudad (avenidas) ihres Mitglieds Eugen Gomringer entstanden ist, wie Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste heute in einer Pressemitteilung erklärte. Weiter heißt es darin: "Das Wesen und die Freiheit der Kunst sind bedroht, wenn man sie zu instrumentalisieren versucht. Eugen Gomringer ist der Begründer und einer der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Poesie. Die Akademie der Künste wird an exponiertem Ort, der Fassade ihres Gebäudes am Pariser Platz, Eugen Gomringers Arbeit ehren und sein Gedicht schweigen in den öffentlichen Raum stellen. Die Kunstfreiheit muss über eine unsachliche Debatte jederzeit erhaben bleiben". Anlass der Pressemitteilung war die Ankündigung des Akademischen Senats der Alice Salomon Hochschule in Berlin, Gomringers Gedicht "avenidas", das seit Jahren deren Fassade ziert, übermalen zu lassen, da man es als sexistisch auffassen könne. International war die Entscheidung heftig kritisiert worden. Der Deutsche Kulturrat reagierte "erschüttert". Die fränkische Stadt Rehau will nun einspringen und hatte mit einer große Mehrheit im Rehauer Stadtrat beschlossen, das Gedicht im öffentlichen Raum zu zeigen. Gomringer selbst hatte die Entscheidung der Berliner Hochschule kritisiert. "Das ist ein Eingriff in die Freiheit von Kunst und Poesie»", hatte der 93-Jährige gesagt.

"heute-show" bittet AfD-Politiker um Entschuldigung

Man wusste nichts von seiner Sprachstörung

ZDF-Moderator Oliver Welke hat sich für einen Beitrag in der satirischen "heute-show" entschuldigt, in dem der stotternde AfD-Fachreferent Dieter Amann gezeigt wird. Amann, der unter einer Sprachstörung leidet, hatte in einer Bundestagsausschusssitzung über Familiennachzug gesprochen und zu Beginn der Anhörung auf seine Behinderung hingewiesen. In der Sendung vom 2. Februar wurde allerdings nur ein Ausschnitt der Rede verwendet, ohne die Einleitung. "Hätte irgendjemand aus unserer Runde gewusst, dass Herr Amann unter einer Sprachstörung leidet, wäre dieser Clip niemals in der 'heute-show' gelaufen." Im Gegensatz zu anderen finde er, dass politische Korrektheit doch sinnvoll sei, so der Moderator. Sollte sich Amann durch den Filmausschnitt und die anschließende Moderation verletzt fühlen, "tut mir das persönlich sehr leid". Die baden-württembergische AfD-Landtagsfraktion warf dem ZDF vor, sich in "menschenverachtender Weise" über Amann ausgelassen zu haben. Intendant Thomas Bellut wurde zu einer klaren Distanzierung von Welke und zur "sofortigen Entfernung" des Satirikers aus dem Programm aufgefordert. Bei dem Beitrag handle es sich um "schäbige Anti-AfD-Hetzpropanganda", die alle Kriterien "faschistoider Hatespeech" erfülle, so der behindertenpolitische Sprecher der AfD im Stuttgarter Landtag, Thomas Axel Palka.

"Die Brücke"-Autor Gregor Dorfmeister tot

Das Drama wurde durch die Verfilmung von Bernhard Wicki weltberühmt

Im Alter von 88 Jahren ist der Autor des Antikriegs-Romans «Die Brücke», Gregor Dorfmeister, gestorben. Das stark autobiografisch geprägte Drama wurde vor allem durch die mehrfach ausgezeichnete Verfilmung in der Regie von Bernhard Wicki im Jahr 1959 weltberühmt. Dorfmeister starb bereits am Sonntag im Krankenhaus seiner oberbayerischen Heimatstadt Bad Tölz, wie seine Familie bestätigte. Der am 7. März 1929 im württembergischen Talfingen geborene Autor wurde noch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges 1945 als Jugendlicher zum Volkssturm eingezogen und nahe Bad Tölz zur Verteidigung einer kleinen Brücke über die Loisach eingesetzt. Sein Roman basiert auf den dramatischen Ereignissen dieser sinnlosen Aktion, bei der bis auf Dorfmeister alle starben. 1958 erschien das Buch, Dorfmeister schrieb es unter dem Pseudonym Manfred Gregor. Der Roman wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und erzielte eine Millionenauflage - nicht zuletzt durch die Verfilmung. Für die Filmrechte erhielt Dorfmeister nur einigen tausend Mark. Der studierte Theaterwissenschaftler und Journalist leitete fast 30 Jahre lang die Tölzer Heimatausgabe des "Münchner Merkur". In seiner Freizeit engagierte sich Dorfmeister bis zuletzt für Behinderte. Nach dem Tod seiner Ehefrau lebte er weitgehend zurückgezogen im Kreise seiner Familie.

Goldener Ehrenbär für Willem Dafoe

Die Auszeichnung erhält er auf der Berlinale für sein Lebenswerk

Der US-Schauspieler Willem Dafoe bekommt bei der diesjährigen Berlinale den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Ihm wird auch die Retrospektive gewidmet, wie die Veranstalter der Filmfestspiele mitteilten. Dafoe wurde zuletzt zum dritten Mal für einen Oscar nominiert, diesmal als bester Nebendarsteller in „The Florida Project". Erhalten hat er einen Oscar bisher noch nicht. Dafoe spielte in rund 100 Filme mit, darunter „Platoon, Mississippi Burning" und war mehrfach im Berlinale Wettbewerb vertreten. So auch mit „Grand Budapest Hotel", der 2014 bei der Berlinale mit einem silbernen Bären ausgezeichnet wurde. 2007 war er Mitglied der Internationalen Jury. Er arbeitete mit Regisseuren wie Martin Scorsese, Oliver Stone und Werner Herzog zusammen.

Jury für Deutschen Buchpreis berufen

Sieben Kritiker entscheiden über den besten Roman

Die Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 steht fest. In das Gremium, das den besten Roman des Jahres im deutschsprachigen Raum bestimmt, wurden sieben Kritiker berufen: Die Leiterin des Literaturhauses München, Tanja Graf, Luzia Braun vom ZDF, der Kritiker Paul Jandl, der Literaturblogger Uwe Kalkowski, die Kritikerin Christine Lötscher sowie die Buchhändlerin Marianne Sax. Wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels weiter mitteilte, können Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 23. März jeweils zwei Titel einreichen. Der Gewinner wird am 8. Oktober zum Beginn der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben. Zuvor erstellt die Jury eine Long- und Shortlist. Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 verliehen. Er gilt als wichtigste Auszeichnung in der Branche. Im vergangenen Jahr wurde Robert Menasses Roman "Die Hauptstadt" ausgezeichnet. Der Sieger erhält 25 000 Euro.

Souad Mekhennet erhält Börne-Preis

Die Journalistin wurde von Fernsehmoderatorin Maybrit Illner gewählt

Die Journalistin und Sachbuchautorin Souad Mekhennet erhält den Ludwig-Börne-Preis 2018. Dies teilte die gleichnamige Stiftung mit. Die Wahl traf als alleinige Preisrichterin die Fernsehmoderatorin Maybrit Illner. Mekhennet vereine "großen Mut, klaren Verstand und echte Leidenschaft", begründete Illner ihre Wahl. "Aus dem Frankfurter Gastarbeiterkind wurde so eine investigative Reporterin von internationalem Ruhm. Diskriminierung, Arroganz und Heuchelei machen sie genauso zornig wie einst Ludwig Börne." Mekhennet arbeitet als Journalistin unter anderem für "The New York Times", das ZDF und veröffentlichte zahlreiche Sachbücher. Die seit 1993 vergebene und mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung gehört zu den renommiertesten Preisen für Essays, Kritik und Reportagen im deutschen Sprachraum und erinnert an den Publizisten Ludwig Börne, der sich in seinen Essays und Reportagen für Freiheit und Demokratie einsetzte. Überreicht wird er am 27. Mai in der Frankfurter Paulskirche. Im vergangenen Jahr wurde Rüdiger Safranski gekürt. Davor wurden unter anderen Peter Sloterdijk,Marcel Reich-Ranicki, Rudolf Augstein, Hans Magnus Enzensberger und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ausgezeichnet.

Karnevalist: Sicherheitskosten bedrohen Brauchtum

BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess fordert finanzielle Unterstützung

Deutschlands Oberkarnevalist Klaus-Ludwig Fess sieht in den höheren Sicherheitsauflagen bei Narrenumzügen und den damit einhergehenden Kosten eine Gefahr für das Brauchtum. Gerade im ländlichen Raum und mittleren Städten "erdrückten" Zusatzausgaben wegen Vorkehrungen zur Terrorabwehr die Vereine, sagte der Präsident vom Bund Deutscher Karneval (BDK) im saarländischen Bexbach. Mancherorts stehe der Umzug auf der Kippe, anderenorts sei er abgesagt worden, weil die Kosten nicht finanzierbar seien. Die verschärften Auflagen sehen unter anderem vor, dass an Kreuzungen und Zufahrtswegen Sperren - Wassertanks, Poller oder Container mit Sand gefüllt - aufgebaut würden. Fess forderte, dass die Ausrichter bei den Veranstaltungen finanziell unterstützt werden müssten, wie dies beispielsweise Kommunen im Saarland täten. Daher will er in diesem Sommer einen Runden Tisch mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen ins Leben rufen. Der BDK vertritt mehr als 2,6 Millionen Menschen, die in mehr als 5300 Mitgliedsvereinen und 35 Regionalverbänden organisiert sind.

Fotograf Stefan Moses gestorben

Der "Porträtist der Deutschen" fotografierte u.a. Adorno, Frisch und Aichinger

Wie erst jetzt bekannt wurde ist der Fotograf Stefan Moses am Samstag im Alter von 89 Jahren gestorben. "Den großen Porträtisten der Deutschen" hat ihn der Publizist Christoph Stölzl genannt, er selber sah sich eher als Handwerker, der auch in Zeiten der Farbfotografie dem Schwarz-Weiss den Vorzug gab. "Mit Stefan Moses verliert Deutschland nicht nur einen großen Fotografen, sondern einen seiner bedeutendsten Chronisten, würdigte ihn Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann Moses als Theaterfotograf am Nationaltheater in Weimar. Seit 1950 lebte er in München, wo er durch seine Reportagen für den Stern erste Bekanntheit erlangte. Die Porträts zahlreicher Persönlichkeiten wie Thomas Mann, Ilse Aichinger, Erich Kästner, Peggy Guggenheim, Theodor W. Adorno, Otto Dix, Max Frisch oder Martin Mayer machten Stefan Moses zum Chronisten der Bundesrepublik. Seit 1994 war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München, 2001 erhielt er den Ehrenpreis der Stankowski-Stiftung und 2004 das Bundesverdienstkreuz.

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