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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.04.2018

Falk Schacht zu Ben SalomoWie antisemitisch ist die Rap-Szene wirklich?

Moderation: Sigrid Brinkmann

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Der Rapper Felix Blume alias Kollegah (rechts) bei einem Konzert auf dem Helene Beach Festival 2015 in der Nähe von Frankfurt (Oder). (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)
Der Rapper Kollegah (re,) bei einem Live-Auftritt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Farid Bang war der Rapper zuletzt in die Kontroverse geraten: Zeilen aus einem gemeinsamen Stück wurden als antisemitisch kritisiert. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Der jüdische Rapper Ben Salomo hat seinen Rückzug aus der Deutschrap-Szene angekündigt. Ein Schritt, den Musikjournalist Falk Schacht nicht nachvollziehen kann. Auch Salomos Vergleich der Szene mit deutschem Rechtsrock hält er für falsch.

Im Deutschlandfunk Kultur hat der Rapper Ben Salomo der hiesigen Rap-Szene ein Antisemitismus-Problem attestiert: "Ich habe jahrelang versucht, dieses Problem innerhalb der Rap-Szene anzugehen und zu verändern und aufzuklären. Aber scheinbar ist das nicht ausreichend." Die deutsche Hip-Hop-Szene sei ähnlich antisemitisch wie die Rechtsrock-Szene, sagte er. Insgesamt sei sie inzwischen eine Bewegung, die für eine freiheitliche Gesellschaft sehr schädlich sei.

Altersfreigabe habe "keine Wirkung"

Musikjournalist Falk Schacht sieht die Analogie zwischen Rechtsrock und Hip-Hop in Deutschland im Deutschlandfunk Kultur skeptisch: "Natürlich gibt es all das, was er beschrieben hat. Aber die Frage ist, in welchem Ausmaß." Einen schwerwiegenderen Vergleich als zum Rechtsrock könne man nicht ziehen. Aber: "So in dieser Form ist das schlichtweg nicht richtig."

Eine Kontrolle über Lieder vor ihrer Veröffentlichung, wie es sie mit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) für Filme gebe, halte er für schwer umsetzbar. "Natürlich gibt es ausreichend Inhalte von Rap-Musik, die man unter eine Altersfreigabe stellen könnte. Aber hier müsste ich fragen, wie man das kontrollieren will", sagt Schacht. Die Musik sei durch das Internet heute so leicht zugänglich, dass eine Altersfreigabe keine Wirkung zeigen werde.

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