Das Feature, vom 03.04.2012

Von Caspar Dohmen

Am Anfang setzten Menschen ein Zeichen für faire Handelsbeziehungen: zwischen Produzenten im Süden und Verbrauchern im Norden. Ihre Devise: statt Marktpreisen faire Preise. Nicaraguakaffee etablierte sich neben der Jutetasche als Zeichen der Solidarität. Schon bald fanden die Waren den Weg aus den Weltläden in die Supermärkte. Heute steht der faire Handel an einem Scheideweg: Taugt die für den Süden geborene Idee auch für die Bauern im Norden?

Kaffeeplantage in Guatemala (AP Archiv)
Kaffeeplantage in Guatemala (AP Archiv)

Sollen im Süden in großem Stil Plantagen für den fairen Handel zertifiziert werden, weil der Markt es verlangt? Wird der Ansatz verwässert? Können die Bauern sich den fairen Handel noch leisten?

Über den richtigen Befund und Kurs gibt es Streit in der Bewegung. Gleichzeitig schlagen Unternehmen und einige Kleinproduzenten neue Pfade beim fairen Handel ein, ob in Nicaragua oder Deutschland. Der Autor hat Wegbereiter des fairen Handels in Nicaragua und Deutschland getroffen, den ersten Kaffeeeinkäufer des fairen Handels ebenso wie die Kleinbauern auf Kaffee- und Kakaoplantagen, die Textilarbeiterinnen einer Freihandelszone für Textilien ebenso wie Milchbauern in Süddeutschland. Er dokumentiert die Entwicklung der fairen Handelsidee zwischen Ideal und Kommerz.