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Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 28.12.2018

FachkräftemangelBraucht Deutschland ausländische Arbeitskräfte?

Moderation: Axel Rahmlow / Redaktion: Christiane Giesen

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Drei junge Flüchtlinge arbeiten im Ausbildungszentrum der Siemens Professional Education in Leipzig an der Verdrahtung eines Schaltschranks.  (dpa / Monika Skolimowska)
Bei Siemens lernen Geflüchtete die Grundlagen der Elektrotechnik in einer Förderklasse. (dpa / Monika Skolimowska)

Computerexperten, Handwerker oder Mediziner: Deutsche Unternehmen suchen Mitarbeiter – in vielen Branchen, Tendenz steigend. Umstritten ist: Wie und mit wem sollen die offenen Stellen besetzt werden?

Deutsche Firmen können mehr als 80.000 Stellen im IT-Bereich nicht mehr besetzen. Das ist die neueste Horrormeldung des Computerbranchenverbandes Bitkom. Ob hochqualifizierte Akademiker, Facharbeiter oder Handwerker: In vielen Branchen fehlen geeignete Arbeitskräfte. Noch boomt die deutsche Wirtschaft, und deshalb gibt es so wenige Arbeitslose wie seit vielen Jahren nicht. Viele von ihnen haben keinen Berufsabschluss. Um die offenen Stellen zu besetzen, wollen deutsche Unternehmen mehr ausländische Arbeitskräfte einstellen. Ihr Argument: Der Fachkräftemangel bremse das Wachstum.

Ein "Fachkräfteeinwanderungsgesetz" für Nicht-Akademiker

Die Politik hat die lauten Klagen erhört und handelt. Mit dem sogenannten "Fachkräfteeinwanderungsgesetz" sollen auch Nicht-Akademiker, die nicht in der Europäischen Union leben, nach Deutschland kommen dürfen. In einem zweiten Gesetz will die Bundesregierung Flüchtlingen, die hier arbeiten aber nicht als Asylbewerber anerkannt sind, eine Beschäftigungsduldung ermöglichen – allerdings nur unter strengen Auflagen. Beide Neuerungen müssen noch von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Gelten werden sie erst ab 2020.

Fehlt in Deutschland eine Willkommenskultur?

Können so die freien Stellen bei Lokführern oder Pflegekräften besetzt werden? Kritiker bezweifeln das. Selbst die Bundesagentur für Arbeit sagt: Nur in 33 von hunderten Berufen gebe es echte Engpässe.

Wollen deutsche Unternehmen Inder, Chinesen oder Afrikaner einstellen, um weniger zu bezahlen? Wie viele Stellen können tatsächlich nicht mehr mit deutschen Arbeitskräften besetzt werden? Und warum kommen trotz der hohen Arbeitslosigkeit so wenige Italiener oder Spanier hierher? Fehlt uns eine Willkommenskultur gegenüber Zugewanderten? Muss die Einwanderung von Arbeitskräften transparenter sein und sollte sie besser kontrolliert werden? Sollten Unternehmen einfach mehr Annehmlichkeiten bieten, um neue Mitarbeiter zu finden? Führt der Fachkräftemangel tatsächlich zur Wachstumsbremse, oder schrumpft der Arbeitsmarkt angesichts der Digitalisierung mittelfristig sowieso?

Darüber diskutieren live im "Wortwechsel":
Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW)
Sebastian Lazay, Präsident Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) & Geschäftsführer Extra- Personalservice GmbH spezialisiert auf den Sozialbereich
Marius Tollenaere, Anwalt bei Fragomen - internationale Kanzlei für Arbeitsmigrationsrecht
Dirk Werner, Leiter Berufliche Qualifizierung der Fachkräfte beim Institut der Deutschen Wirtschaft (IW)

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