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Mittwoch, 19.02.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. Januar 2020

Facebook übersetzt Xi Jinping mit "Herr Drecksloch"

Der Internetkonzern Facebook hat sich für einen peinlichen Fehler bei der Übersetzung des Namens von Chinas Staatspräsident Xi Jinping entschuldigt: Auf myanmarischen Facebook-Seiten war Xis Name während dessen Staatsbesuch am Samstag falsch aus dem Birmanischen ins Englische übersetzt worden - als "Drecksloch". Der Fehler bei der automatischen Übersetzung führte unter anderem dazu, dass auf der offiziellen Facebook-Seite der myanmarischen De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi am Samstag Eintragungen zu finden waren wie "Herr Drecksloch, Präsident von China, kommt um 16.00 Uhr an" oder "Der Präsident von China, Herr Drecksloch, hat sich ins Gästebuch des Abgeordnetenhauses eingetragen."

Geraubte Kunstwerke kommen zurück nach Gotha

Nach ihrem Diebstahl vor rund 40 Jahren sollen fünf hochkarätige Gemälde nun wieder zurück nach Gotha kommen. Vertreter der Stiftung Schloss Friedenstein wollen dazu am Montag Näheres bekannt geben. Auch Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch soll dabei sein. Er war maßgeblich an den Rückgabeverhandlungen beteiligt. Die Bilder galten nach dem mysteriösen Diebstahl 1979 als verschollen. 2018 wurden sie über einen Anwalt der Stiftung Schloss Friedenstein zum Kauf angeboten. Im September 2019 kam es dann schließlich zur Übergabe der Werke. Am vergangenen Freitag wurden sie nach Abschluss von Untersuchungen zu ihrer Echtheit und ihrem Zustand in Berlin öffentlich vorgestellt.

Shitstorm: Eidinger mit Luxustasche vor Obdachlosen

Eine Tasche aus Rindsleder, die aussieht wie eine Aldi-Tüte und 550 Euro kostet? Ja, die gibt es wirklich - und sie hat Schauspieler Lars Eidinger heftige Kritik eingebracht. Eidinger hat die Tasche zusammen mit dem Designer Philipp Bree entworfen. Im Netz ist ein Foto von ihm zu sehen, wie er damit vor einem Obdachlosen-Nachtlager posiert. Ob es sich um ein echtes handelte, war zunächst unklar. Das Foto erhitzte die Gemüter auf Twitter - zahlreiche User äußerten sich kritisch. Eidinger selbst reagierte zunächst nicht auf die Kritik - auf seinem Instagram-Account postete er zuletzt ein Hotelbett. In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" hatte er zuvor über die Tasche gesagt: "Das ist überhaupt nicht als Luxusartikel gedacht, sondern eher als Hommage an die Dinge des täglichen Gebrauchs." Von der Tasche soll es eine limitierte Auflage von 250 Stück zu kaufen geben.

Neues Programm für begabte Nachwuchsforscher

Der Freistaat Bayern fördert besonders begabte Doktorandinnen und Doktoranden künftig mit dem Marianne-Plehn-Programm. Dieses solle es Promovierenden ermöglichen, ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einer vom Elitenetzwerk Bayern finanzierten Viertelstelle an einer bayerischen Universität zu vereinen, teilte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) in München mit. Benannt ist das Programm demzufolge nach der Biologin Marianne Plehn (1863-1946), der ersten Professorin in Bayern. König Ludwig III. verlieh Plehn 1914 wegen ihrer Verdienste um die Begründung der Fischpathologie den Titel eines Königlichen Professors.

Mehr Menschen besuchen KZ-Gedenkstätten

Die großen KZ-Gedenkstätten in Deutschland haben im Jahr 2019 erneut mehr Besucher gehabt. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei den Gedenkstättenbetreibern kurz vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. So meldete die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Dachau knapp 900.000 Besucher und das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen bei Potsdam 700.000. Die Tendenz sei sogar weiter steigend, die Belastungsgrenze für Personal und Infrastruktur bereits erreicht. In Berlin verzeichnete die Stiftung Topographie des Terrors, auf deren Gelände sich die ehemalige Gestapo-Zentrale befindet, mit 1,3 Millionen Menschen zum siebten Mal in Folge einen Besucherrekord.

Vandana Shiva ruft bei zu zivilem Ungehorsam auf

Mit einer eindringlichen Forderung nach konsequenterem Umweltschutz und einem Aufruf zu zivilem Ungehorsam hat die indische Physikerin und Aktivistin Vandana Shiva die Hamburger "Lessingtage" eröffnet. "Die Ressourcen auf der Welt gehören nicht uns. Wir gehören der Erde", mahnte die Trägerin des Alternativen Nobelpreises in ihrer Eröffnungsrede unter dem Titel "Eine andere Welt ist möglich!" vor rund 1000 Zuschauern im Thalia Theater. Die elfte Ausgabe des Theaterfestivals steht unter dem Motto "Um alles in der Welt" und bietet den Besuchern bis zum 9. Februar Aufführungen etwa aus Australien, der Demokratischen Republik Kongo, Irak und Mexiko sowie Eigenproduktionen.

Domian talkt künftig am letzten Freitag im Monat

Die neue WDR-Sendung von Nacht-Talker Jürgen Domian wird ab sofort am letzten Freitag des Monats zu sehen sein. Der Westdeutsche Rundfunk gab den Sendeplatz bei seinem Regionalfernsehen am Sonntag bekannt. Den Anfang macht die Ausgabe vom 31. Januar 2020 um 23.30 Uhr. Domian, der viele Jahre eine nächtliche Sendung mit anonymen Anrufern moderiert hatte, hat bei "Domian live" eine Stunde lang Gesprächspartner, die für das TV-Publikum sichtbar sind. "Jürgen Domian kennt weder die Gäste noch die Themen, die sie in seine Sendung mitbringen", fasste eine Sendersprecherin in Köln das Konzept noch einmal zusammen. Im November 2019 hatte Domian das neue Talkshow-Konzept ausprobiert.

Jan van Munster erhält Deutschen Lichtkunstpreis

Der Niederländer Jan van Munster ist mit dem Deutschen Lichtkunstpreis 2020 ausgezeichnet worden. Der 80jährige erhielt die Ehrung in Celle für sein Lebenswerk, teilte das dortige Kunstmuseum mit. "Jan van Munster ist seit mehr als 50 Jahren ein treibender Teil der Entwicklung von Lichtkunst aus Kunstlicht", sagte Mischa Kuball in seiner Laudatio. Er transportiere Gefühle in Form und Farbe. "Pure Idee wird pure Energie." Jan van Munster erklärte, der Preis gelte genauso seiner Frau Bea Weuthen. Van Munster setzt sich in seinem Schaffen intensiv mit dem Begriff der Energie auseinander. Häufig finden sich seine Installationen im öffentlichen Raum, seit 1969 hatte er zahlreiche internationale Einzelausstellungen. Die von der Robert Simon Kunststiftung vergebene Auszeichnung wird seit 2014 alle zwei Jahre verliehen.

Preis der Hollywood-Produzenten für "1917"

Das Weltkriegsdrama „1917“hat mit seiner Auszeichnung durch die Hollywood-Produzenten zum besten Film seine Favoritenrolle bei der bevorstehenden Oscar-Verleihung ausgebaut. Der Produzentenverband Producers Guild of America (PGA) zeichnete den Film des britischen Erfolgsregisseurs Sam Mendes in Los Angeles mit dem Preis in der Top-Kategorie aus. Vor zwei Wochen war „1917“bereits mit dem Golden Globe als bestes Drama ausgezeichnet worden. Ebenfalls mit einem PGA-Award ausgezeichnet wurde Netflix-Programmchef Ted Sarandos für sein Lebenswerk, „Toy Story 4“als bester Animationsfilm und in den Fernseh-Kategorien die britische Serie „Fleabag“und die Miniserie „Chernobyl“. Der Preis für die beste Dokumentation ging an den Dokumentarfilm „Leaving Neverland“über Pädophilie-Vorwürfe gegen Pop-Ikone Michael Jackson.

"Topographie des Terrors" zeigt Demjanjuk-Fotos

Die kürzlich aufgetauchten Fotos aus dem Vernichtungslager Sobibor, die auch den NS-Täter John Demjanjuk zeigen, sollen Ende Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Wie das NS-Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" in Berlin mitteilte, stammen die mehr als 350 Bilder aus dem Besitz von Johann Niemann, dem damaligen Vize-Kommandanten des Lagers. Zusammen mit dem Stanislaw-Hantz-Bildungswerk und der NS-Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart will das Zentrum die Fotos am 28. Januar in Berlin präsentieren - darunter auch Aufnahmen der "Aktion Reinhard", bei der 1,8 Millionen Juden in dem von Deutschland besetzten Polen ermordet wurden. Auf einigen der Fotos ist zum ersten Mal Demjanjuk zu sehen, der damals Iwan hieß. Er war 2011 in München wegen Beihilfe zum Mord an 28.060 Menschen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde allerdings niemals rechtskräftig, weil Demjanjuk zehn Monate später starb, also bevor über die von Verteidigung und Staatsanwaltschaft beantragte Revision entschieden wurde. Bis zu seinem Tod hatte er geleugnet, Aufseher in Sobibor gewesen zu sein.

Neue Ausstellung im Haus der Wannsee-Konferenz

Im Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin wird heute eine neue Dauerausstellung eröffnet. In besonderem Maße ist sie auf die Bedürfnisse von Seh- und Lernbehinderten sowie Menschen mit anderen Herausforderungen abgestimmt. Blinde und Sehbehinderte können sich beispielsweise über Tast- und Hörstationen einen Zugang zur Thematik verschaffen. Das Pilotprojekt hat mehr als zwei Millionen Euro gekostet. Wie Elke Gryglewski, Leiterin der Bildungsabteilung des Hauses sagte, ist die Ausstellung die erste in Deutschland, in der so umfassend auf die Anforderungen von Menschen mit Handicap eingegangen wird. In der Villa am Berliner Wannsee hatten sich am 20. Januar 1942 Vertreter aus Ministerien und dem Machtapparat der Nationalsozialisten getroffen, um die Deportation und Vernichtung der in Europa lebenden Juden zu beschließen. Nach kritischen Nachfragen war ein Teil der neuen Dauerausstellung kurzfristig noch verändert worden. So wird eine Station über Lehren aus der Juden-Verfolgung nicht aufgebaut. Zu sehen war dort unter anderem eine Verbotstafel für junge, männliche Flüchtlinge vor einem Schwimmbad aus dem Sommer 2016, mit der ein Bezug zur Vertreibung der Juden aus dem öffentlichen Leben in den 30er-Jahren hergestellt werden sollte.

Maren Kroymann mit Zuckmayer-Medaille geehrt

Die Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann ist in Mainz mit der Carl-Zuckmayer-Medaille 2020 des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Sie erhalte die Ehrung für ihre Verdienste um die deutsche Sprache und das künstlerische Wort, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Staatstheater. Kroymann jongliere in einer scheinbar großen Leichtigkeit mit der deutschen Sprache so, dass wir manchmal erst lachten und dann verstünden, dass es vielleicht auch zum Weinen wäre, sagte Dreyer. Die Carl-Zuckmayer-Medaille wird seit 1979 jährlich für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die Schauspieler Katharina Thalbach und Bruno Ganz, die Regisseure Edgar Reitz und Volker Schlöndorff, die Schriftsteller Mirjam Pressler und Uwe Timm sowie der Rockmusiker Udo Lindenberg. 2019 wurde der österreichische Schriftsteller Robert Menasse geehrt.

Rassismus-Vorwürfe: "Simpsons"- Sprecher hört auf

Mehr als zwei Jahre nach Rassismus-Vorwürfen gegen die beliebte Zeichentrickserie "Die Simpsons" zieht sich der für seinen übertriebenen Akzent kritisierte Sprecher des indischen Ladenbesitzers Apu zurück. Er werde seine Stimme nicht weiter der Figur von Apu Nahasapeemapetilon leihen, sagte der Schauspieler Hank Azaria. Die Autoren der Serie müssten noch entscheiden, wie es mit der Figur weitergehe. Azaria sah sich scharfer Kritik von Zuschauern ausgesetzt, die insbesondere Anstoß am markanten Akzent des weißen Schauspielers und Sprechers für die Rolle nahmen. Sie warfen den Autoren der Serie zudem vor, mit der Figur allzu viele indische Stereotype zu bedienen. Ende 2017 beschäftigte sich eine viel beachtete Dokumentation des indischstämmigen Komikers Hari Kondabolu mit der Simpsons-Figur Apu.

Denis Scheck: Gegen Political Correctness in Literatur

Political Correctness kann nach Ansicht des Kritikers Denis Scheck in der Literatur "barbarisch" sein. Es störe ihn, wenn Begriffe wie "Neger" oder "Zigeuner" aus Kinderbuch-Klassikern von Autoren wie Astrid Lindgren oder Otfried Preußler verbannt werden. Die kritisierten Wörter seien Bezeichnungen, "die nur Tölpel heute noch verwenden, die keinerlei sprachliche Sensitivität besitzen" - aber eben auch Begriffe, "die in vergangenen Zeiten alltäglich waren". Er halte auch nichts davon, Autoren nach ihrer politischen Einstellung zu bewerten, sagte Scheck der "Augsburger Allgemeinen Zeitung". Er forderte: "Dass wir aufhören, in Schwarz und Weiß zu denken, dass wir die Graustufen wahrnehmen. Dass wir realisieren, dass man ein glühender Nazi und ein guter Künstler sein kann. Dass man Antisemit sein kann wie der späte Theodor Fontane und gleichzeitig mit dem "Stechlin" Weltliteratur schreiben kann."

Peter-Huchel-Preis für Henning Ziebritzki

Der Lyriker Henning Ziebritzki erhält den Peter-Huchel-Preis 2020 für deutschsprachige Lyrik. Ausgezeichnet wird er für seinen Gedichtband "Vogelwerk". Darin versammelt er Gedichte in federnd präziser Sprache, in denen die Beobachtung von Vögeln zu existenziellen Fragen führt, zu den Momenten, in denen Leben und Tod sichtbar werden, so die Jury. Der Peter-Huchel-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen wird der Preis traditionsgemäß am 3. April, dem Geburtstag des Lyrikers, in Staufen im Breisgau, wo Peter Huchel bis zu seinem Tod im Jahr 1981 gelebt hat. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten unter anderem Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling, Friederike Mayröcker sowie Orsolya Kalász und Thilo Krause.

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