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Kulturnachrichten

Montag, 30. Juni 2014

Facebook reagiert auf Kritik

Facebook hat bei Psycho-Experiment Datenfilter manipuliert.

Für das Online-Netzwerk sei es wichtig, zu verstehen, wie Mitglieder auf verschiedene Inhalte reagierten, erklärte ein Facebook Mitarbeiter in der Nacht im amerikanischen Menlo Park.
Bei dem einwöchigen Experiment im Januar 2012 waren ohne Vorwarnung die Nachrichtenfilter von fast 700 000 Nutzern der englischsprachigen Facebook-Version manipuliert worden. Den einen wurden mehr positive Nachrichten angezeigt, den anderen mehr negative. Die Studie ergab, dass Menschen, die mehr positive Nachrichten sahen, etwas eher dazu neigten, auch selbst Einträge mit positivem Inhalt zu veröffentlichen - und umgekehrt.
Die Manipulation der News Feeds war offenbar kein Verstoß gegen die Regeln, denen jeder Facebook-Nutzer bei der Anmeldung bei dem Netzwerk zustimmen muss. Die Empörung unter Nutzern der Plattform ist dennoch groß.

Leipziger Pfarrer Christian Führer gestorben

Führer und die Nikolaikirche stehen für die friedliche Revolution in der DDR

Bereits zu Beginn der 1980er Jahre gehörte der evangelische Geistliche zu den Initiatoren der Friedensgebete in Leipzig. Von dort nahmen die Montagsdemonstrationen ihren Ausgang, die schließlich zum Ende der DDR 1989 führten. In den letzten Jahre äußerte sich Führer kritisch über die Auswirkungen von Kapitalismus und Finanzsystem und daraus resultierende gesellschaftliche Ungerechtigkeiten.

In der vorigen Woche konnte Christian Führer nicht mehr selbst zur Verleihung des Deutschen Nationalpreises nach Berlin kommen, der ihm und weiteren herausragenden Akteuren des Herbstes 1989 verliehen wurde. Nun ist er an den Folgen einer längeren Krankheit gestorben.

Suche nach Raubkunst

Kulturstiftung der Länder fordert größeres Engagement deutscher Kunsthändler

Auch Händler und Auktionshäuser seien bei der Aufklärung in der Pflicht, sagte die Generalsekretärin der Stiftung, Isabel Pfeiffer-Poensgen bei einem Kolloquium zu Nazi-Raubkunst und Provenienzrecherche in München. Leider aber seien die Türen des Kunsthandels für die Forscher oft verschlossen. Uwe Hartmann, Leiter der Arbeitsstelle für Provenienzforschung in Berlin, bekräftigte seine Forderung nach einem Fonds - nach dem Vorbild der Zwangsarbeiterentschädigung- , in den Kunsthändler einzahlen, damit mehr Geld für die Herkunftsforschung zur Verfügung stehe.
Die Provenienzforschung stecke noch in ihren Anfängen, sagte der Münchner Kunsthistoriker Christian Fuhrmeister im Deutschlandradio Kultur. Immer mehr Studenten würden sich aber mittlerweile für das Thema interessieren. Der Fall Gurlitt habe dazugeführt, dass Studierende die Provenienzforschung als künftiges Berufsfeld erkennen und darüber forschen wollen.

«Rock am Ring»-Titel gehört Konzertveranstalter nicht allein

Das Festival ist Geschichte – der Name bleibt

Im Streit um die Marke «Rock am Ring» hat das Landgericht Koblenz entschieden: der Konzertveranstalter Marek Lieberberg besitzt nicht allein die Rechte an dem Titel. Er dürfe ein Festival mit diesem Namen nicht ohne Zustimmung der Nürburgring GmbH bewerben oder veranstalten, so das Urteil. Die Gesellschaft wollte verhindern, daß Lieberberg den Namen «Rock am Ring» nach seinem Weggang aus der Eifel im kommenden Jahr mit an einen neuen Festival-Standort nimmt. Ob und wo der Name «Rock am Ring» künftig zum Einsatz kommt, ist noch unklar.

Tenor Kaufmann : Oper wird nicht sterben

Jonas Kaufmann fürchtet nicht um den Fortbestand der Kunstform Oper.

Es gebe zwar Anzeichen dafür, dass die Zukunft der Oper gefährdet sei. Aber es gebe auch eine Gegenbewegung: «Menschen und Stimmen, die alles tun, um dieses großartige Genre am Leben zu erhalten», sagte Kaufmann in München. Es wundere ihn, dass sich die Menschen vor dem Fernseher bereitwillig «berieseln und überraschen» ließen, aber meinten, für die Oper müsse man «besonders schlau» sein. Große Klassikevents könnten den Menschen die Schwellenangst nehmen und als «Einstiegsdroge» wirken.

Autor und Lyriker Dermot Healy gestorben

Der irische Schriftsteller wurde 66 Jahre alt

Sein irischer Herausgeber Peter Fallon und sein britischer Verlag Faber & Faber
zeigten sich bestürzt über Healys Tod. Der Autor war für seine Leserschaft einer der bedeutendsten Schriftsteller Irlands. «Healy ist Irlands größter Autor», sagte etwa Schriftstellerkollege Roddy Doyle. Am bekanntesten ist sein 1994 veröffentlichter Roman «A Goats Song» (dt. «Der Lachsfischer»). Sein letztes Werk, «Long Time, No See» erschien 2011.

Dokumentarfilmer Wolf Koenig in Toronto gestorben

Der Deutsch-Kanadier wurde 86 Jahre alt

Der in Dresden geborene Koenig gehörte zu den Großen des Dokumentar- und Animationsfilms der letzten 60 Jahre, mehrfach zeichnete die Branche ihn aus.
Koenigs Familie war 1937 aus Deutschland geflohen. Er wuchs auf einer Farm auf und traf mit Anfang 20 ein Filmteam, das eine Dokumentation über bäuerliches Leben drehte. Koenigs Liebe zum Film erwachte und schnell wurde er Spezialist für Animationen.

So war er 1952 maßgeblich an dem mit einem Oscar ausgezeichneten Kurzfilm «Neighbours» beteiligt. Zehn Jahre später entstand sein Film «Lonely Boy» über Paul Anka, die als Wegweiser für moderne Musikdokumentationen gilt. Koenig war mehrfach für einen Oscar nominiert, gewann ihn jedoch nie.

Neumeiers "Tatjana" bei Hamburger Balletttagen

40. Balletttage in Hamburg mit Neumeier-Aufführung eröffnet.

Der Chef des Hamburger Balletts, John Neumeier, ließ in „Tatjana Puschkin vertanzen - in einer Neufassung des Eugen Onigin-Stoffs. In seinem zweieinhalbstündigen Ballett schildert Hamburgs Ballettchef in choreografischen Episoden, abwechselnd zwischen Traum, Erinnerung, Vorahnung und Wirklichkeit die unglückliche Liebe zwischen dem jungen Mädchen Tatjana und dem Lebemann Eugen Onegin. Die Hamburger Ballett-Tage sind jedes Jahr der Höhepunkt der Spielzeit. Bis zum 13. Juli tanzt das Hamburg Ballett dreizehn verschiedene Ballette, darunter auch John Crankos Ballett «Onegin» von 1965.

Qualitätsjournalismus auch in Zukunft

Chancen für kompetente Informationen auch im Internet-Zeitalter

Auch künftig wolle der Leser verlässlich recherchierte Informationen. Deswegen sehe er gute Chancen für einen Journalismus mit hoher inhaltlicher Qualität, sagte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Medienhauses Axel Springer, auf einer internationalen Medienkonferenz der Deutschen Welle. Für Inhalte mit relevanten und exklusiven Neuigkeiten oder großem Unterhaltungswert seien Nutzer auch bereit, zu zahlen, meinte er.
Das zeigten auch erste Bezahlangebote von Springer. Döpfner bekräftigte zugleich seine Kritik an Google. Der Internet-Gigant missbrauche seine Marktdominanz. In Deutschland liege der Marktanteil bei Suchmaschinen bei 91,2 Prozent. Bei Suchanfragen
bevorzuge Google seine eigenen Angebote. «Es muss transparente und faire Kriterien für Google-Suchergebnisse geben.»

«Bibliothek des Jahres 2014» in Kiel

Preis für die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften

Der Deutsche Bibliothekenverband zeichnet die ZBW aus für ihre «exzellenten digitalen Leistungen mit höchster Servicequalität für Forschende, Lehrende und Studierende».
Auf dem Gebiet der sozialen Medien sei die Bibliothek führend im deutschsprachigen
Gebiet, heißt es in der Begründung. Die ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Informationszentrum für
wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen
Auftrag. Die Bibliothek hat auch einen Standort in Hamburg.

Die Verleihung «Bibliothek des Jahres 2014» ist am 24. Oktober. Im vergangenen Jahr
wurde die Stadtbibliothek Stuttgart ausgezeichnet.

Auszeichnung für Pflege der deutschen Sprache

Linguist Ehlich erhält Deutschen Sprachpreis 2014

Der Münchner Sprachwissenschaftler Konrad Ehlich habe sich in herausragender Weise um die sprachwissenschaftliche Germanistik, um das Deutsche als Fremdsprache und um die Pflege der Wissenschaftssprache Deutsch verdient gemacht, erklärte die Henning-Kaufmann-Stiftung in Essen, die den Preis vergibt. Ehlich lehrte u.a. an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist als Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin tätig. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Texttheorie, Erzählforschung, Erforschung der kindlichen Sprachaneignung, Wissenschaftskommunikation, Sprache im Faschismus und der sprachliche Ausdruck von Höflichkeit. Die Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache ist eine Einrichtung unter dem Dach des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Sie vergibt seit 1978 jährlich den Deutschen Sprachpreis. Preisträger waren in den vergangenen Jahren Oskar Reichmann (2013), Rüdiger Görner (2012), Gustav Seibt (2011) und Konrad Adam (2010). Der mit 5.000 Euro dotierte Sprachpreis 2014 wird am 26. September in Weimar verliehen.

Trevi-Brunnen in Rom wird restauriert

Weltberühmtes Kunstwerk kann dennoch besichtigt werden

Während der vorgesehenen eineinhalbjährigen Arbeiten, die heute begonnen haben, können Rom-Besucher den Brunnen durch eine Plexiglas-Abdeckung bewundern.
Außerdem führt ein Steg über das Brunnenbecken vorbei an den Figurenensembles, von dem aus Touristen dem Brauch entsprechend Münzen als Glücksbringer über die Schulter ins Wasser werfen können. Mit rund 26 Metern Höhe und 50 Metern Breite ist die Fontana di Trevi der größte Brunnen Roms. Er wurde von 1732 bis 1762 im spätbarocken Stil errichtet. Eingeweiht wurde die Brunnenanlage schon 1735 von Papst Klemens XII. Finanziert wird die voraussichtlich rund 2 Millionen Euro teure Restaurierung von einem italienischen Modeunternehmen.

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