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Im Gespräch | Beitrag vom 01.08.2020

Face to Face oder auf FacebookWas macht gute Freunde aus?

Moderation: Katrin Heise

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Eine Außerirdische und ein Menschenkind beim freundschaftlichen Selfie (picture alliance / Blend Images / Donald Iain Smith)
Über räumliche Grenzen hinweg: Digitale Medien erleichtern die Pflege von Freundschaften, meint der Philosoph Björn Vedder. (picture alliance / Blend Images / Donald Iain Smith)

Ein Freund, ein guter Freund - das ist für viele das Beste, was es gibt auf der Welt. Aber tun wir auch genug, um unsere Freundschaften zu pflegen? Was zeichnet eine gute Freundschaft aus – wodurch wird sie zerstört? Diskutieren Sie mit!

Mit guten Freunden können wir die Höhen und Tiefen unseres Lebens teilen. Ihnen vertrauen wir mitunter mehr Geheimnisse und Sorgen an als unseren Partnerinnen und Partnern. Freundschaften wollen aber auch gepflegt werden. Sie sind keine emotionale Einbahnstraße, Freundschaft ist ein Geben und Nehmen. Aber gelingt uns das immer? Welche Rolle spielen Facebook und Co., um Freunde zu finden, und wie "echt" sind diese Beziehungen?

Freundschaften sind das beste Mittel gegen Einsamkeit

"Wenn es dir richtig schlecht geht, dann weißt du, wer ein wirklicher Freund ist und wer nicht", sagt die Theologin und Autorin Margot Käßmann. Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland hat dieser besonderen Beziehung ein Buch gewidmet: "Freundschaft, die uns im Leben trägt". Darin erzählt sie von den langjährigen Verbindungen zu ihren Freundinnen, die sie auch durch schwere Zeiten begleitet haben, zum Beispiel angesichts ihrer Krebserkrankung oder nach ihrem Rücktritt vom EKD-Vorsitz. "Zusammen lachen können, zusammen weinen können. Im entscheidenden Moment da sein, ohne viele Fragen zu stellen. Miteinander alt werden, und das auch noch spannend zu finden. All das macht Freundschaft aus."

Ihre Erfahrung: "Freundschaften sind das beste Mittel gegen Einsamkeit."

"Digitale Medien erleichtern die Pflege der Freundschaften"

"Was bedeutet Freundschaft heute?", diese Frage bewegte Björn Vedder zu seinem Buch: "Neue Freunde. Über Freundschaft in Zeiten von Facebook". Einer der Schlüsselbegriffe, so der Philosoph und Publizist, sei Anerkennung. "Und Facebook ist deshalb so erfolgreich, weil es ein wunderbares Medium ist für die quantitative Suche nach Anerkennung."

Durch die digitalen Medien sei eine neue Qualität in menschliche Beziehungen getreten. "Digitale Medien erleichtern die Pflege der Freundschaften. Auch wenn alle aufgrund ihrer individuellen Lebenswege in unterschiedliche Städte und Länder ziehen, kann man Kontakt halten. Das ersetzt den physischen Kontakt nicht, aber es kommt dem sehr nahe. Eigentlich ist das wie eine Briefkultur, nur war deren Intimität damals den Eliten vorbehalten, heute ist das durch das Internet demokratisiert."  

(sus)

Face to Face oder Facebook - Was macht gute Freunde aus?
Darüber diskutiert Katrin Heise heute von 9.05 Uhr bis 11 Uhr mit der Theologin Margot Käßmann und dem Philosophen Björn Vedder. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de. Besuchen Sie uns auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

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