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Montag, 19.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 11. Dezember 2020

Experten fordern Gesangsverbot in Kirchen

Der Virologe Alexander Kekulé und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordern für die Weihnachtsfeiertage ein Gesangsverbot in allen Kirchen. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Halle sagte dem Magazin "Focus", Gottesdienste seien an Weohnachten nur vertretbar, wenn alle eine Maske tragen und nicht singen würden. Lauterbach erklärte, für Kirchbesuche solle es klare Regeln geben. Die Abstände und Hygiene-Regeln müssten streng eingehalten und in der Kirche dürfe nicht gesungen werden. Er schlug vor, dass die Kirchen für alle Gottesdienstbesucher FFP2-Masken bereithalten sollten, die durch eine Kollekte finanziert werden könnten.

Litauische Intellektuelle Irena Veisaite gestorben

Die litauische Literatur- und Theaterwissenschaftlerin Irena Veisaite ist tot. Die führende Intellektuelle des Landes starb im Alter von 92 Jahren, teilte der Wallstein Verlag in Göttingen mit. "Litauen hat eine Gigantin verloren", schrieb Außenminister Linas Linkevicius auf Twitter. Veisaite sei "Litauens Gewissen" gewesen, ihr Vermächtnis werde unvergänglich sein. Staatspräsident Gitanas Nauseda würdigte in einer Beileidsbekundung ihr Leben und Wirken als "Denkmal für humanistische Werte". Die litauische Holocaust-Überlebende wurde am 9. Januar 1928 in Kaunas geboren. Sie überlebte das Ghetto von Kaunas durch die Hilfe litauischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Trotz der Erfahrungen von Ausgrenzung, Gewalt und Vernichtung setzte sie sich zeitlebens für Kunst und Kultur und für den Kulturaustausch mit Deutschland ein. Ihre Autobiographie "Ein Jahrhundertleben in Litauen" erschien 2019 in deutscher Übersetzung.

Österreich macht Weg für Sterbehilfe frei

In Österreich wird Sterbehilfe erlaubt. Das bisherige gesetzliche Verbot der Hilfeleistung zum Suizid verstoße gegen das Recht auf Selbstbestimmung, urteilte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) am Freitag in Wien. Es sei verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten. Tötung auf Verlangen bleibt dagegen weiterhin strafbar. Das Recht auf freie Selbstbestimmung umfasse "sowohl das Recht auf die Gestaltung des Lebens als auch das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben", erklärten die Richter. Die neue Regelung trete zum 1.
Januar 2022 in Kraft. Die Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende (ÖGHL) sprach von einem historischen Durchbruch. Die katholische Kirche zeigte sich dagegen bestürzt. Das Sterbehilfe-Urteil sei ein Dammbruch und gefährde die Solidarität, kritisierte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner.

Wim Wenders erhält Ophüls-Ehrenpreis

Der Regisseur Wim Wenders erhält den Ehrenpreis für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film des Max-Ophüls-Filmfestivals in Saarbrücken. Als zentraler Akteur der Filmgeschichte verfolge Wenders seit mehr als einem halben Jahrhundert seine künstlerische Vision, teilten die Organisatoren im Saarland zur Begründung mit. Wenders verknüpfe sein Wirken auf einzigartige Weise mit der nachfolgenden Filmgeneration. Die aufgezeichnete Preisübergabe werde im Rahmen der Online-Eröffnung des 42. Öphüls-Festivals am 17. Januar 2021 gezeigt. Wenders wurde für Filme wie "Paris, Texas" und "Buena Vista Social Club" mehrfach ausgezeichnet und ist seit 1996 Präsident der Europäischen Filmakademie.

Kulturfestival Manifesta kommt 2026 ins Ruhrgebiet

Das europäische Kulturfestival Manifesta soll 2026 im Ruhrgebiet stattfinden. Dies teilte die Manifesta Stiftung in Amsterdam mit. Das Festival wird seit 1996 alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Stadt ausgerichtet. Thematisch soll es um die internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen des Ruhrgebiets gehen. Die Region hatte sich zunächst um die Ausrichtung der Manifesta 2024 beworben. Mitbewerber war Barcelona. Beide Bewerbungen waren so gut, dass sich das Auswahlgremium für eine außerplanmäßige Doppelvergabe entschied: 2024 Barcelona und 2026 Ruhrgebiet.

Bund gibt hohen Zuschuss für Dokuzentrum

Der Bund zahlt mit 3,7 Millionen Euro die Hälfte der Kosten für die neue Dauerausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Die restlichen Kosten teilt sich die Stadt nach eigenen Angaben mit dem Freistaat Bayern. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wird seit September wegen der steigenden Besucherzahlen ausgebaut. Seit 2001 hat sich die Zahl der Gäste im nördlichen Kopfbau der unfertigen Kongresshalle der Nationalsozialisten auf bis zu 300.000 Besucher im Jahr verdreifacht. Die Ausstellung soll im Herbst 2023 eröffnen.

Regisseur Kim Ki-Duk erliegt Covid-Erkrankung

Der südkoreanische Filregisseur Kim Ki-Duk ist mit 59 Jahren an den Folgen einer Covid-Erkrankung in der lettischen Hauptstadt Riga gestorben. Die Berichte wurden von seiner Familie gegenüber koreanischen Medien bestätigt. Kim Ki-Duk war einer der wichtigsten internationalen Autorenfilmer und wurde auf den großen europäischen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet. So erhielt er 2012 für "Pieta" in Venedig den goldenen Löwen. Mehr als zwanzig Filme hat der Regisseur gedreht, zu den bekanntesten gehören "Die Insel", "Samaria" und "Bin Jip". 2017 wurde er in die Oscar Akademie aufgenommen. Kurz danach beschuldigten Schauspielerinnen Kim Ki-Duk, er habe sie sexuell belästigt. Der Regisseur wie die Vorwürfe zurück.

Bond-Pistole für über 250 000 Dollar versteigert

Eine von Sean Connery bei seinem ersten Auftritt als Geheimagent in "James Bond - 007 jagt Dr. No" von 1962 benutzte Pistole ist in den USA für viel Geld versteigert worden. Ein Bieter erstand die berühmte Walther PP für 256.000 Dollar, umgerechnet rund 210.000 Euro. Das teilte Julien's Auctions in Beverly Hills mit. Das Auktionshaus hatte den Schätzwert zuvor mit 150.000 bis 200.000 Dollar beziffert. Der Käufer wollte anonym bleiben. Es handle sich um einen Amerikaner, der mit seinen Kindern jeden Bond-Film gesehen habe, gab Julien's Auctions bekannt.

Doyle bleibt Chefdirigent des RIAS Kammerchors

Justin Doyle bleibt weitere fünf Jahre Chefdirigent des RIAS Kammerchors in Berlin. Sein Vertrag sei bis Ende Juli 2027 verlängert worden, teilte der Chor mit. Der Brite verantwortet den Chor seit 2017, er ist auch dessen künstlerischer Leiter. Der 45-Jährige stammt aus Lancester, früher war er Chorknabe an der Westminster Cathedral in London. Den Chor des früheren Rundfunks im amerikanischen Sektor Berlins (RIAS) gibt es seit 1948.

Frankreichs Kulturbetrieb weiter geschlossen

Die Ankündigung, den Kulturbetrieb weiterhin nicht zu öffnen, sorgt in Frankreich für Empörung und Unverständnis. Das sei eine Entscheidung, die das Herz bluten lasse, sagte selbst Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot. Sie reagierte damit auf die Bekanntgabe der Regierung, dass Museen, Theater, Konzertsäle und Opernhäuser vorerst bis Anfang Januar geschlossen bleiben müssen. Sie habe deshalb von der Regierung zusätzlich bis zum Jahresende weitere 35 Millionen Euro gefordert, sagte Bachelot dem Radiosender RMC weiter. Ursprünglich sollte der Kulturbetrieb nach rund siebenwöchiger Schließung am 15. Dezember wieder den Betrieb aufnehmen.

Corona im Thomanerchor: Alle Auftritte abgesagt

Der Leipziger Thomanerchor ist in der Advents- und Weihnachtszeit nicht mehr live zu hören. Nach dem ersten Corona-Fall in den eigenen Reihen und wegen des zu erwartenden Lockdowns müssen Alumnats- und Probenbetrieb eingestellt und alle geplanten weihnachtlichen Aufführungen abgesagt werden, teilte der Chor mit. Bis zuletzt war demnach an Hybridlösungen mit Präsenzauftritten in Gottesdiensten und Motetten sowie Online-Formaten gearbeitet worden, um die seit mehr als 130 Jahren stattfindenden Weihnachtsliederabende und Aufgaben in der Thomaskirche zu realisieren. Bei den regelmäßigen Tests aller Sänger und pädagogischen Mitarbeiter sei am Dienstag der erste Sars-CoV-2-Infektionsfall aufgetreten.

Deutscher Bühnenverein mit positiver Bilanz vor Corona

Für die Spielzeit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat der Deutsche Bühnenverein eine positive Bilanz gezogen. 2018/2019 stieg die Zahl der bundesweiten Vorstellungen der Theater und Orchester leicht auf fast 66.000. Das teilte der Bühnenverein in Köln mit. Es seien 35 Millionen Zuschauer gezählt worden, 300.000 Menschen mehr als in der Spielzeit zuvor. Die öffentlichen Zuschüsse lagen außerdem etwa 3 Prozent höher, im selben Umfang stiegen die Eigeneinnahmen der Häuser. Die Zahlen offenbarten eine lebendige Theaterlandschaft, sagte der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne.

Afghanischer Schriftsteller Zaryab ist tot

Einer der wichtigsten Schriftsteller und Journalisten Afghanistans, Rahnaward Zaryab, ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus im Alter von 77 Jahren gestorben. Präsident Ashraf Ghani sprach in einem Facebook-Post von einem großen Verlust für die Literatur und Kultur des Landes. Zaryab galt als der einflussreichste zeitgenössische Schriftsteller in Afghanistan. Er schrieb mehr als hundert Kurzgeschichten, mehrere Romane und das Drehbuch für den afghanischen Film "Akhtar-e-Maskhara" (etwa: Der lächerliche Akhtar). Zaryab studierte Journalismus in Kabul und an der Universität von Wales in Großbritannien. In den 1990er Jahren lebte er in Frankreich, kehrte aber nach dem Fall des Taliban-Regimes 2001 nach Kabul zurück.

"Das fünfte Element"-Schauspieler Lister gestorben

Der US-Schauspieler und ehemalige Wrestler Tommy "Tiny" Lister ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Er sei in seinem Haus in Marina Del Rey in Kalifornien aufgefunden worden, sagte seine Managerin Cindy Cowan. Zur Todesursache machte sie keine Angaben. Lister war an Covid-19 erkrankt. Der 1,96 Meter große und 125 Kilo schwere Schauspieler hatte seine wohl bekannteste Rolle in dem Film "Friday" aus dem Jahr 1995, der zweite Teil kam fünf Jahre später. An der Seite von Rapper Ice Cube, der auch das Drehbuch verfasst hatte, spielte Lister den Schläger Deebo. Außerdem war er in Luc Bessons Blockbuster "Das Fünfte Element" dabei.

Christiane Arp verlässt die deutsche "Vogue"

Die langjährige Chefredakteurin der deutschen "Vogue"-Ausgabe, Christiane Arp, verlässt das Mode- und Stilmagazin. Sie habe sich "aus persönlichen und privaten Gründen" dazu entschieden, teilte der Verlag Condé Nast in München auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Arps erste "Vogue"-Ausgabe von 2003 hatte Model Heidi Klum auf dem Cover. Das Magazin soll nun übergangsweise von einem Interimsteam geführt werden. Die "Vogue" erscheint neun Mal im Jahr in Deutschland. Es gibt zahlreiche weitere internationale Ausgaben des Magazins.

"Time Magazine": Biden und Harris Personen des Jahres

Das "Time Magazine" hat den designierten US-Präsidenten Joe Biden und die designierte Vizepräsidentin Kamala Harris zu den "Personen des Jahres" gekürt. Das verkündete der Rock-Musiker Bruce Springsteen im Sender NBC. "Time"-Chefredakteur Edward Felsenthal sagte mit Blick auf die beiden Preisträger: "Die nächsten vier Jahre werden ein enormer Test für sie und für uns alle sein, um zu sehen, ob sie die Einheit, die sie versprochen haben, herbeiführen können." Das "Time Magazine" würdigt mit dem Titel seit 1927 die Persönlichkeiten des Weltgeschehens, die das vergangene Jahr am stärksten geprägt haben. Im vergangenen Jahr war es die damals 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Medienunternehmer in Hongkong angeklagt

Der Medienunternehmer und Hongkonger Demokratie-Aktivist Jimmy Lai ist nach Berichten örtlicher Medien angeklagt worden. Ihm wird vorgeworfen, sich mit ausländischen Mächten verschworen und die nationale Sicherheit Chinas gefährdet zu haben. Lai war am 10. August zusammen mit neun weiteren Menschen festgenommen und später freigelassen worden. Der Gründer der Zeitung "Apple Daily" ist der bisher prominenteste Angeklagte, für den die Behörden das neue und vom Westen scharf kritisierte Sicherheitsgesetz nutzen. Im Oktober kam es zu einer Razzia in den Büros seiner Firma Next Digital. Gegen Lai und zwei seiner Führungskräfte wurden später auch Betrugsvorwürfe vorgebracht.

Disney kündigt neue Star Wars- und Marvel-Serien an

Mit neuem Material will Walt Disney seinem Streamingdienst Disney+ weiter ausbauen. Disney-Chef Bob Chapek kündigte an, dass es zehn Spinoff-Serien aus der "Star Wars"-Filmreihe und zehn weitere über Superhelden aus den Marvel-Comics geben werde. Auch sonst plant das Unternehmen keine neuen Helden zu etablieren: "Indianer Jones", "Toy Story", "Cars", "Black Panther" und "Sister Act" sollen stattdessen fortgesetzt werden. "Wonder Woman"-Regisseurin Patty Jenkins soll als erste Frau den neuen "Star Wars-Film "Rogue Squadron" inszenieren, der 2023 in die Kinos kommt. Disney hatte seinen Streamingdienst im November 2019 gestartet und ist mittlerweile nach Angaben von Chapek bei 86,8 Millionen Nutzern.

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