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Neue Musik | Beitrag vom 07.01.2020

Experimentelle Improvisation aus MünchenVon der Suche nach der richtigen Musik mit den richtigen Tönen

Von Florian Neuner

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Für die alten Griechen war Phren der Ort des Denkens und der Kontemplation. (PHREN Verlag München)
Für die alten Griechen war Phren der Ort des Denkens und der Kontemplation. (PHREN Verlag München)

Seit mehr als einem halben Jahrhundert schärft das PHREN-Ensemble in wechselnden Formationen seine Klangvorstellungen. Improvisiert wird mit präparierten Streich- und Blasinstrumenten. Das temperierte Tonsystem haben die Musiker hinter sich gelassen.

1968 gründete der Musikwissenschaftler und Musiker Michael Kopfermann, Schüler von Rudolf Kolisch, in München ein Ensemble, das seither an seiner ganz eigenen Praxis der experimentellen Improvisation arbeitet. Kopfermann sah dieses Improvisieren als gemeinsames Komponieren.

Zeitweise in Sextett-Größe auftretend, spielen gegenwärtig Carmen Nagel-Berninger (präparierte Viola) und Inge Salcher (präpariertes Flügelhorn) als Duo.

Wechselspiel von Analyse und Komposition

Die Musik des PHREN-Ensembles ist geprägt von einer bewussten Auseinandersetzung mit den Geräuschanteilen der Töne und von einer Überwindung des temperierten Tonsystems, an dessen Stelle aber keine neue Systematisierung wie Viertel- oder Achteltönigkeit gesetzt wird.

Kopfermann sagte: "Töne sind Gebilde, die eine Meinung haben können." Notiert wird nichts. In einem Wechselspiel von Analyse und Komposition werden die Aufzeichnungen der Improvisationen aber immer wieder neu reflektiert.

Die Entwicklung der PHREN-Musik ist auf Tonträgern gut dokumentiert, in eigenen Schriftenreihen wird an den theoretischen Grundlagen gearbeitet.

Hier geht es zur Playlist der Sendung

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