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Fazit | Beitrag vom 20.06.2021

Ex-Kulturstaatsministerin Christina Weiss"Die Zeit ist reif für ein Bundeskulturministerium"

Moderation: Eckhard Roelcke

Die Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin. (picture alliance / Bildagentur-online/Joko )
Immer wieder wird über ein eigenständiges Bundeskulturministerium debattiert, bislang ohne Erfolg. (picture alliance / Bildagentur-online/Joko )

Es wird Jahre dauern, bis sich die Kultur von den Folgen der Pandemie erholen wird. Diesen Prozess mitgestalten könnte ein eigenes Bundeskulturministerium, das "in bestem Einvernehmen mit den Ländern" agiert, so der Vorschlag von Christina Weiss.

Die Coronakrise habe die Schwächen im Kulturbereich sichtbar gemacht, sagt die frühere Kulturstaatsministerin Christina Weiss. Sie plädiert – wie etwa auch der Deutsche Kulturrat – für die Schaffung eines Bundeskulturministeriums. Die Zeit dafür sei reif, auch weil im Bund und in den Ländern Wahlen anstehen – und im Zuge dessen die Bildung neuer Regierungen. Zeit also, das kulturpolitische Fördersystem neu und auch anders zu hinterfragen, so Weiss.Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)Auch wenn der Kulturbereich dank Förderprogrammen und Kurzarbeit noch relativ glimpflich durch die Coronapandemie gekommen sei, könne von Normalität noch keine Rede sein. Die Menschen "erwarten ja gerade etwas, das sie aus ihrem Alltag kickt", und davon sei man noch weit entfernt.

Kultur ist der "Zukunftsdenkort unserer Gesellschaft"

Weiss schwebt ein Fachministerium vor, "das in bestem Einvernehmen mit den Ländern gemeinsame Projekte erarbeitet, evaluiert und realisiert", wie sie sagt. Die Pandemie habe gezeigt, dass eine gute Kooperationsstruktur zwischen Bund und Ländern möglich sei. Sie habe aber auch gezeigt, dass viele Politiker Kultur noch immer als Freizeitgenuss abtun.

Doch gerade das sei sie nicht. Die Kultur "ist so etwas wie der Zukunftsdenkort unserer Gesellschaft", sagt Weiss. Kulturpolitik dürfe nicht als Anhängsel anderer Politikfelder verstanden werden. Für viele Menschen seien Kultureinrichtungen die "einzigen Orte, wo sie wirklich offen und auch selbstkritisch miteinander debattieren, wie sie sich selbst in der Gesellschaft verorten".

(ckr)

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