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Fazit | Beitrag vom 29.05.2021

Ewelina Benbenek bei den Mülheimer TheatertagenDramatikpreis für Debüttext über Empowerment

Barbara Behrendt im Gespräch mit Gabi Wuttke

Szene aus dem Theaterstück "Tragödienbastard". Zu sehen ist eine Art Wohnzimmer mit zwei Menschen. Auf einer Art Bildschirm steht "um diese drohende Stille". (Schauspielhaus Wien / Matthias Heschl)
Das Stück "Tragödienbastard" ist der erste Theatertext der Autorin Ewelina Benbenek. Es wurde im Schauspielhaus Wien uraufgeführt. (Schauspielhaus Wien / Matthias Heschl)

Die Entscheidung war knapp, aber am Ende wird Ewelina Benbenek mit dem Dramatikpreis 2021 ausgezeichnet - für ihren ersten Theatertext. Angesichts der prominenten Konkurrenz sei das eine überraschende Entscheidung, sagt die Kulturexpertin Barbara Behrendt.

Das Theaterstück "Tragödienbastard" der Autorin Ewelina Benbenek hat am Samstag den Mülheimer Dramatikpreis 2021 gewonnen. Das Stück wurde am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. (**)

Die Theaterexpertin Barbara Behrendt findet die Auszeichnung "eine wirklich überraschende Entscheidung". Das liege daran, das Benbenek zum ersten Mal nach Mülheim an der Ruhr eingeladen worden sei, und es sich noch dazu um ihr erstes geschriebenes Theaterstück handele. "Dann gleich den Mülheimer Dramatikpreis abzuräumen, wenn dann noch solche Schlachtrösser wie Reinald Goetz konkurrieren", sei beachtlich, sagt Behrendt.

Ein großes Versprechen

Es sei keine einstimmige Entscheidung gewesen. Am Ende habe es eine Stichwahl zwischen ihr und dem Stück "Reich des Todes" von Reinald Goetz gegeben, uraufgeführt am Deutschen Schauspielhaus.

Die Stimme des Kulturjournalisten Janis El-Bira sei am Ende ausschlaggebend gewesen. Er habe eigentlich das Stück "Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden" (Maxim Gorki Theater) von Sibylle Berg favorisiert, habe sich aber dann in der Stichwahl für Benbenek umentschieden mit der Begründung: Er halte zwar den Text von Goetz für den wichtigeren, aber der habe in Mülheim schon dreimal gewonnen und Benebeks Text sei "ein großes Versprechen" und für ein Debüt ein "überwältigender Text".

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Zur Begründung der Auszeichnung für Benbenek sagte Jury-Mitglied und Regisseur Jakob Weiss, die Themen "Selbstermächtigung und Empowerment" machten den Text von Benbenek "besonders herausragend". "Ich finde die Perspektive wahnsinnig wichtig und selten", sagte Weiss. "Die Art und Weise, wie mit Sprache umgegangen wird, ist extrem charmant und witzig". Regie beim "Tragödienbastard" hat Regisseur Florian Fischer geführt. (*)

Theatertage und Jury-Diskussion online

Der Mülheimer Dramatikpreis wurde zum 46. Mal im Rahmen der Mülheimer Theatertage und nach einer Diskussion einer fünfköpfigen Jury aus Regisseurinnen, Journalisten und Dramatikerinnen verliehen. Die Theatertage und die Jury-Diskussion fanden dieses Jahr online statt.

Unter den weiteren Nominierten waren unter anderem Rebekka Kricheldorf mit "Der goldene Schwanz" (Staatstheater Kassel) und Christine Umpfenbach mit "9/26 - Das Oktoberfestattentat" (Münchner Kammerspiele).

(sbd)


(*) Redaktioneller Hinweis: Wir haben den Namen des Regisseurs korrigiert.

(**) Wir haben die Berufsbezeichnung korrigiert. 

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