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Kulturnachrichten

Montag, 7. Mai 2018

Europäischer Kinderfilmpreis für "Wallay"

Koproduktion aus Frankreich und Burkina Faso

"Wallay" von Regisseur Berni Goldblat ist mit dem Europäischen Kinderfilmpreis ausgezeichnet worden. Beim "Young Audience Film Day" setzte sich die Koproduktion aus Frankreich und Burkina Faso gegen die beiden Mitbewerber durch, wie die Kinder-Medien-Stiftung "Goldener Spatz" in Erfurt mitteilte. Bei der siebenten Auflage des Preises konnten fast 3.000 Jungen und Mädchen in 43 Städten - von Lissabon bis Istanbul und von Helsinki bis Tel Aviv sowie im australischen Brisbane - die drei zuvor von der European Film Academy (EFA) nominierten Produktionen bewerten. Neben "Wallay" standen für die 12- bis 14-Jährigen auch "Girl in Flight" von Sandra Vannucchi (Italien) und "Hobbyhorse Revolution" von Selma Vilhunen (Finnland) zur Wahl.

Oberhausener Festival ehrt Deimantas Narkevicius

Kurzfilmtage-Hauptpreis geht an litauischen Filmemacher

Der litauische Filmemacher Deimantas Narkevicius hat für seine Arbeit "Flecken und Kratzer" den Hauptpreis der 64. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen erhalten. Ausgezeichnet wurde seine experimentelle 3D-Arbeit, die mit der "Polarität zwischen dem Abgebildeten und den physischen Spuren auf dem Bildträger - Kratzer und Flecken - spielt", wie die Festivalleitung mitteilte. Der "Große Preis der Stadt Oberhausen" ist mit 8000 Euro dotiert. Einen weiteren Preis erhielt die griechische Filmemacherin Eva Stefani für ihren Film "Hirografo", ein Portrait der Stadt Athen. Ebenfalls für ein Stadtporträt – über Moskau - wurde der russischen Regisseur Dimitri Venkov ausgezeichnet. Der mit 5000 Euro dotierte Preis des Landes NRW ging an den indischen Filmemacher Sorahrab Hura- für eine "faszinierend verdichtete und explosive Zustandsbeschreibung vom heutigen Indien".

Theater Cottbus: Stiftungsrat für Entlassung von Christ

Generalmusikdirektor soll nach Beschwerden gehen

Nach Vorwürfen über den Führungsstil des Generalmusikdirektors des Cottbusser Staatstheaters hat sich auch der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) für eine vorzeitige Beendigung der Anstellung ausgesprochen. Die Mitglieder des Gremiums seien betroffen über die Vorwürfe der Musiker gegen Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ, hieß es in einer Mitteilung nach einer außerordentlichen Sitzung des Stiftungsrates. Christ sei ein herausragender Dirigent und habe dem Orchester des Staatstheaters zu überregionalem Renommee verholfen. Trotzdem unterstütze man die Absicht von Intendant Martin Schüler, die Anstellung von Christ vorzeitig zu beenden. Der Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung, Martin Roeder, hatte Ende April mitgeteilt, Christ sei bis zum Ende der Spielzeit beurlaubt - und es werde die Beendigung des Arbeitsverhältnisses angestrebt. In den vergangenen Wochen war Kritik über Christs Führungsstil immer lauter geworden. Die Rede ist von cholerischen Ausfällen und Beleidigungen im Arbeitsalltag, über Jahre. Die Theaterleitung regte eine Auszeit Christs und einen Mediationsprozess an. Der Generalmusikdirektor dagegen habe eine Vertragsauflösung ins Spiel gebracht, hieß es.

Raubkunst-Werk aus Sammlung Stern zurückgegeben

Nach der Rückgabe hat es die Stadt Weinsberg gleich wieder gekauft

Die baden-württembergische Stadt Weinsberg hat ein Raubkunst-Gemälde aus der Sammlung des von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Kunstsammlers Max Stern zurückgegeben - und gleich wieder gekauft. Es handelt sich um "Die Weiber von Weinsberg" des Niederländers Gerrit Claesz. Bleker aus dem Jahr 1624, das im Weibertreu-Museum der Stadt hängt. Man sei sehr glücklich, da das Bild ein Kernstück der Sammlung sei und eng mit der Geschichte Weinsbergs verwoben, sagte der stellvertretende Bürgermeister Uwe Grobshäuser in München. Der Kaufpreis liege im fünfstelligen Bereich.

Schwedische Akademie bewilligt vier Austritte

Sitze können jetzt neu besetzt werden

Die krisengeplagte Schwedische Akademie macht Platz für neue Mitglieder in der Jury für den Literaturnobelpreis. Vier Rücktritte seien genehmigt worden, teilte das Gremium mit. Die Mitglieder Lotta Lotass, Klas Östergren, Sara Stridsberg und Kerstin Ekman seien nun offiziell ausgetreten. Damit können ihre Sitze neu besetzt werden. Möglich wurde das erst durch das Eingreifen von Schwedens König Carl XVI. Gustaf, der die jahrhundertealten Statuten der Akademie um ein Rücktrittsrecht ergänzte. Zuvor wurden die Plätze auf Lebenszeit vergeben und durften erst nach dem Tod eines Mitglieds neu besetzt werden - unabhängig davon, ob sich das Mitglied noch aktiv engagierte oder nicht. Aktuell sind in der Schwedischen Akademie nur noch 10 der einst 18 Mitglieder aktiv. Mehrere legten ihre Arbeit aus Protest dagegen nieder, wie die Akademie mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal umging. In Folge dessen wird in diesem Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben. Die Jury verschob die Verleihung in der vergangenen Woche um ein Jahr auf 2019.

Italien trauert um Regisseur Ermanno Olmi

Filmemacher starb im Alter von 86 Jahren

Italien trauert um den Regisseur Ermanno Olmi. Der italienische Filmemacher erlag mit 86 Jahren einer langen Krankheit, bestätigte das Krankenhaus der Stadt Asiago der Deutschen Presse-Agentur. Kulturminister Dario Franceschini sprach von einem Abschied "eines Giganten, eines großen Meisters des italienischen Kinos". Regierungschef Paolo Gentiloni erklärte, sein "bezaubernder Blick hat uns die Wurzeln unseres Landes" erklärt. Olmi - geboren im norditalienischen Bergamo - brachte es in den 70er Jahren zu internationalem Ruhm, vor allem mit Filmen über die Probleme der Arbeitswelt. Für seinen Film "Der Holzschuhbaum" wurde er 1978 auf den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, später erhielt er dafür auch den "César" für den besten ausländischen Film. Auf Venedigs Filmbiennale war Olmi bereits 1988 geehrt worden, als er für "Die Legende des heiligen Trinkers" einen Goldenen Löwen bekam. 2008 bekam er den Löwen für sein Lebenswerk.

Staatsanwaltschaft lehnt Freilassung Achenbachs ab

Kunstberater hat zwei Drittel seiner Haftstrafe verbüßt

Die Staatsanwaltschaft lehnt eine Entlassung von Kunstberater Helge Achenbach nach zwei Dritteln seiner Haftstrafe ab. Das geht aus einem Schreiben des Landgerichts Kleve hervor, das Achenbach in sozialen Netzwerken veröffentlichte. Eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Essen wollte dazu keine Stellung nehmen. Die Gründe beträfen die Persönlichkeitsrechte Achenbachs. Achenbach war 2015 wegen Betruges in Millionenhöhe an reichen Kunden, darunter dem verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

YouTube-Star wegen Polizisten-Beleidigung verurteilt

Leon Machère muss 32 500 Euro zahlen

Der YouTube-Star Leon Machère muss wegen Beleidigung von Augsburger Polizisten 32 500 Euro zahlen. In einem Prozess vor dem Amtsgericht in Augsburg wurde der Einspruch des 26-Jährigen gegen einen entsprechenden Strafbefehl verworfen. Hintergrund ist ein Auftritt des Hamburgers im März 2017 in Augsburg. Weil Machère, der bürgerlich Rustem Ramaj heißt, in der Stadt war, hatte sich am Augsburger Königsplatz eine Fangruppe von etwa 1200 Kindern und Jugendlichen gebildet. Da die Versammlung nicht angemeldet war und die Polizei in dem Gedränge ein Sicherheitsrisiko sah, nahm sie den Video-Star mit. Dort hatte Machère laut Strafbefehl die Beamten beleidigt, indem er sie mit «Du» anredete. Auf später im Internet veröffentlichten Videos sollen allerdings noch deutlich üblere Beleidigungen gefallen sein, so soll dort beispielsweise auch von "Scheißpolizisten" die Rede gewesen sein.

Schriftsteller Günter Herburger gestorben

Der Lyriker, Kinderbuchautor und Romancier wurde 86 Jahre alt

Der Schriftsteller Günter Herburger ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 3. Mai in Berlin gestorben. Bekannt wurde Herburger vor allem durch Texte, in denen er seine Erfahrungen als Marathonläufer thematisierte ("Lauf und Wahn") und durch die Kinderbuchfigur Birne ("Birne kann alles"). Der gebürtige Allgäuer verfasste auch Drehbücher, Gedichte, Erzählungen und Hörspiele. 1967 wurde Herburger mit einem Grimme-Preis geehrt, 1991 erhielt er den Peter-Huchel-Preis.

Neuer "Hotzenplotz" im Preußler-Nachlass gefunden

"Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" erscheint im Juli

Der "Räuber Hotzenplotz" ist zurück: Fünf Jahre nach dem Tod seines Schöpfers Otfried Preußler ist überraschend ein neues Abenteuer des beliebten Schurken aufgetaucht. Wie der Stuttgarter Thienemann-Verlag mitteilte, erscheint mit "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" am 17. Juli eine bisher unveröffentlichte Geschichte - rund 45 Jahre nach dem bisher letzten Band. Preußlers Tochter, Susanne Preußler-Bitsch, stieß im vergangenen Jahr im Nachlass ihres Vaters auf die bis dato unbekannte Arbeit. Hotzenplotz gilt neben der "Kleinen Hexe" als Preußlers beliebteste und bekannteste Kinderbuchfigur.

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