Seit 05:05 Uhr Studio 9

Freitag, 22.11.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Interview / Archiv | Beitrag vom 20.12.2017

Europäischer Gerichtshof will Uber regulierenWarum Laien keine Taxis fahren sollten

Michael Müller im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

Podcast abonnieren
Es ist Nacht in einer Stadt: Eine Hand hält ein Smartphone mit dem Uber-Logo in die Kamera; im Hintergrund ist eine Taxirufsäule mit dem beleuchteten "Taxi"-Logo zu sehen. (dpa / Stefan Jaitner)
Rechtsstreit: Uber vs Taxi (dpa / Stefan Jaitner)

Neuer Dämpfer für Uber: Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass für den Fahrdienst die Auflagen für Taxiunternehmen gelten. Welche Vorteile hat das für Kunden? Darüber sprechen wir mit Michael Müller, dem Präsidenten des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands.

Neuer Dämpfer für Uber. Der Europäische Gerichtshof urteilte am heutigen Mittwoch, dass der Fahrdienst ein Taxiunternehmen sei und deshalb auch die entsprechenden Regeln dafür erfüllen müsse. Uber selbst hatte argumentiert, es betreibe lediglich eine App, die private Fahrer an Fahrgäste vermittle und sei daher ein Technologie-Unternehmen.

Michael Müller, Taxifahrer und Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP), sagte im Deutschlandfunk Kultur zur Entscheidung gegen Uber, das sei "ein Freudentag für Kunden und ein Freudentag für Wettbewerb". Denn Uber könne sich nun zu gleichen Bedingungen am Markt bewegen.

Mehr Sicherheit für den Kunden

"Die Rechtsnormen, die wir in Deutschland haben, sind ausschließlich Kundenschutz, das heißt wir sichern ab, dass der Kunde die Sicherheit hat, nicht auf einmal vor unerschwinglichen Preisen zu stehen, weil die Nachfrage gerade mal nach oben geht."

Zudem garantiere diese vom Staat kontrollierte Dienstleistung die Qualität der Fahrer – und auch die soziale Sicherheit der Fahrer, um zu verhindern, dass "auf deren Rücken sich nachher weltweite Großkonzerne das Geld in die Tasche stecken".

"Wir können nicht sagen, diese Fahrt ist uns zu kurz"

Von einem Taxiprivileg wollte Michael Müller nicht sprechen, denn "an bestimmte Rechte, die es hat, sind ja auch bestimmte Pflichten gebunden. Dass wir nicht sagen können, diese Fahrt ist uns zu kurz, die machen wir nicht, und es geht auch nicht, dass wir sagen, nee, es ist jetzt dunkel, wir kommen nicht mehr, weil es sich gar nicht lohnt draußen noch vorrätig zu sein und uns bereit zu halten." Die Beförderungsverpflichtung gelte rund um die Uhr und sei ein öffentlicher Auftrag als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs. 

Mehr zum Thema

Büffeln im Londoner "Knowledge Point" - Die härteste Taxi-Schule der Welt
(Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 25.08.2016)

Ubers globaler Feldzug - Teile & Herrsche Inc.
(Deutschlandfunk, Dossier, 03.07.2015)

Uber-Verbot - Taxi-Konkurrenz fährt trotzdem
(Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, 02.09.2014)

Service-Apps - Wie gut sind Uber und Co.?
(Deutschlandfunk Kultur, Netscout, 24.05.2014)

Interview

Humboldt-Ausstellung in BerlinReisende Freigeister
Geographie der Pflanzen in den Tropenländern. Ein Naturgemälde der Anden Alexander von Humboldt (1769-1859), Aimé Bonpland (1773-1858), Kupferstich, 1805, 62 x 88,5 cm (Deutsches Historisches Museum)

Ab heute ist die Ausstellung "Wilhelm und Alexander von Humboldt" im Deutschen Historischen Museum zu sehen. Die beiden Brüder werden dort im Kontext ihrer Zeit gezeigt - die Schau will die historische Verankerung der Humboldts verdeutlichen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur