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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.01.2008

Europäische Strategie in der Entwicklungspolitik gefordert

Deutsches Institut für Entwicklungspolitik sieht Afrika im Mittelpunkt

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Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt in Heiligendamm den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki, der als Gast am G8-Gipfel teilnimmt. (AP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt in Heiligendamm den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki, der als Gast am G8-Gipfel teilnimmt. (AP)

Angesichts einer multipolaren Weltordnung mit neuen ökonomischen Supermächten fordert Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, eine gemeinsame europäische Strategie.

Bei der Einbindung aufstrebender Staaten wie China und Indien sei Europa gefordert, sagte Messner am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Bisher gebe es nur Ansätze einer gemeinsamen Politik, machte der Entwicklungsexperte deutlich und verwies auf die Spannungen zwischen China und Deutschland in den vergangenen Monaten. Sofort habe Frankreich versucht, die Spannungen für eigene Wirtschaftsinteressen auszunutzen. Es fehle bisher an einer gemeinsamen Strategie Europas. "Wir können nur Einfluss auf die Gestaltung der Globalisierung behalten, wenn wir europäisch denken", sagte Messner.

"Wir haben enorme Verschiebungen der Wirtschaftspolitik vor Augen, enorme Verschiebungen der Weltpolitik", sagte Messner. Asien gewinne an Bedeutung, China und Indien seien auf dem Weg "weltwirtschaftliche Supermacht" zu werden. Neu sei daran allerdings, dass man es dabei trotz des Aufstiegs gleichzeitig mit armen Ländern zu tun habe. "Es sind wirtschaftlich sehr einflussreiche Länder, China, Indien und andere. Aber gleichzeitig auch noch Entwicklungsländer, das macht die neue Situation aus", sagte er.

Die Zukunft sei eine multipolare Weltordnung, in der aufstrebende Ländern wie Indien, China, Brasilien und Südafrika an Bedeutung gewännen. "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir in einer Welt mit mehreren Polen für Sicherheit und Wohlstand sorgen." Die Entwicklungspolitik der Zukunft müsse sich deshalb um die Länder kümmern, die Globalisierungsverlierer seien wie die afrikanischen Länder. Auf Afrika kämen nun zu den bereits bekannten Problemen der Armut und kriegerischen Konflikten auch noch die Folgen des Klimawandels hinzu. "Afrika steuert auf noch schwierigere Zeiten zu und verdient unsere Aufmerksamkeit."

Aber es müssten auch neue Formen der Zusammenarbeit und Strategien mit den aufstrebenden Ländern entwickelt werden, die ja nicht Mitglieder der OECD oder der G8 seien, forderte Messner. Unter dem Druck der Ressourcenknappheit gewinne die Zusammenarbeit mit rohstoffreichen Ländern wieder an Bedeutung.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 24.6.08 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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