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Dienstag, 03.08.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Juni 2021

EU-Kommission gibt knapp 90 Millionen für Kultur

Europäische Kulturschaffende sollen angesichts der Corona-Pandemie mit knapp 90 Millionen Euro aus EU-Mitteln unterstützt werden. Im Rahmen des Programms Kreatives Europa werden für dieses Jahr 88 Millionen Euro bereitgestellt, "um Künstler, Autoren und Interpreten dabei zu unterstützen, wieder ein Publikum in ganz Europa zu erreichen", wie die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel am Mittwoch mitteilte. Damit sollen unter anderem europäische Kooperationsprojekte sowie Ausbildungs- und Auftrittsmöglichkeiten für junge Musikerinnen und Musiker gefördert werden. Bewerbungen können den Angaben zufolge ab sofort eingereicht werden. Je nach Ausschreibung reichten die Fristen von Ende August bis Ende September.

Historische Schulbücher aus Bayern im Netz abrufbar

Die Augsburger Universitätsbibliothek macht teils jahrhundertealte Schulbücher aus Bayern online zugänglich. Man digitalisiere dazu nun eine der bedeutendsten deutschen Spezialsammlungen zum Thema historisches Schulbuch, teilte die Uni mit. Es handelt sich demnach um rund 1.500 Fibeln, Vorlegeblätter und Rechentabellen aus der Zeit des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts, die in Verlagsorten des Freistaats erschienen sind. Gezeigt würden Schulbücher verschiedener Schularten und -fächer. Die erste Tranche mit 300 Titeln aus den Orten im heutigen Regierungsbezirk Schwaben sei bereits online verfügbar. Man könne die Werke einzeln im Volltext aufrufen, aber auch gruppenweise nach Schulfächern.

New York: Roosevelt-Statue wird abgerissen

Die Statue des ehemaligen US-Präsident Theodore Roosevelt vor dem New Yorker American Museum of Natural History wird abgerissen und an eine nicht näher benannte Kultureinrichtung, die sich mit Roosevelts Leben befasst, übergeben werden. Dafür sprach sich die New York City Public Design Commission einstimmig aus. Der Schritt folgt nach jahrelangen Protesten und kritischen Medienberichten, die sie als rassistisch einstuften und als Symbol des Kolonialismus verurteilten. Die Bronze zeigt den 26. Präsident der USA, der als Reiter hoch aufragt, flankiert von den namenlosen Figuren eines amerikanischen Ureinwohners und eines Afrikaners in dienender Position.

"Salzburger Stier 2021" geht an junge Kabarett-Künstler

Der internationale Kabarettpreis "Salzburger Stier 2021" wird am Wochenende in Karlsruhe mit Publikum gefeiert. Der "Salzburger Stier" gilt als einzige internationale Auszeichnung für deutschsprachiges Kabarett und wird von zehn Rundfunkanstalten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der RAI Südtirol vergeben. Die Auszeichnung erhalten Moritz Neumeier aus Deutschland, Lara Stoll aus der Schweiz und Thomas Stipsits aus Österreich. Der Preis ist mit je 6.000 Euro dotiert und geht an klassische Kabarettisten, Poetry Slammer oder Comedians. Bisherige Preisträger sind unter anderem Harald Schmidt, Dieter Hildebrandt, Urban Priol, Lisa Eckart und Gerhard Polt.

Biontech-Gründer erhalten Prinzessin-von-Asturien-Preis

Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sowie fünf weitere Entwickler von Impfstoffen gegen das Coronavirus erhalten den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Forschung und Technik. Neben dem deutsch-türkischen Ehepaar seien auch der US-amerikanische Biochemiker und Immunologe Philip Felgner, die in den USA lebende ungarische Biochemikerin Katalin Karikó, der US-Immunologe Drew Weissman, der kanadische Zellbiologe Derrick Rossi und die britische Impfstoffforscherin Sarah Gilbert ausgezeichnet worden, teilte die Stiftung "Fundación Princesa de Asturias" in Oviedo in Nordspanien mit. Die Prinzessin-von-Asturien-Preise gelten als die "spanischen Nobelpreise". Sie werden alljährlich in acht Sparten vergeben und sind mit jeweils 50 000 Euro dotiert.

Rekordpreis für Figur aus der Ming-Dynastie

Das Auktionshaus Nagel in Stuttgart hat eine Bronzefigur aus der chinesischen Ming-Dynastie für einen Rekordwert von 9,5 Millionen Euro versteigert. Dem Auktionshaus zufolge handelt es sich dabei auch um den höchsten Preis, der bisher in Deutschland für ein Kunstobjekt auf einer Auktion erzielt worden ist. Gezahlt wurde er für eine auf das Jahr 1473 datierte Bronzefigur der Gottheit Vajrabhairava, die aus einer Schweizer Privatsammlung stammt. Das insgesamt 169 Kilogramm schwere und 94 Zentimeter große Kunstobjekt besteht den Angaben zufolge unter anderem aus zehn Kilogramm Gold. Dabei habe es sich seinerzeit um ein Geschenk zum 26. Geburtstags des Kaisers gehandelt. Den Zuschlag habe am Ende ein "bedeutender asiatischer Privatsammler" erhalten.

Rembrandts "Nachtwache" wieder vollständig

Zum ersten Mal seit über 300 Jahren ist Rembrandts berühmtes Meisterwerk "Die Nachtwache" wieder vollständig zu sehen. Mit Hilfe moderner Technik rekonstruierte das Amsterdamer Rijksmuseum die fehlenden Stücke und präsentierte das Gemälde in seinem originalen Format. Drei Monate lang sollen nun die rekonstrurierten Teile hängen bleiben. Rembrandt hatte das Gemälde von der Amsterdamer Schützengilde 1642 fertiggestellt. 1715 zog das mehr als 20 Quadratmeter große Gemälde in ein anderes Gebäude um. Und weil es nicht an den vorgesehenen Platz passt, wurden an allen Seiten Stücke abgeschnitten. An der linken Seite waren drei Figuren weggefallen.

Fontanepreis für Schriftstellerin Judith Zander

Der Fontane-Literaturpreis 2021 geht an die Schriftstellerin Judith Zander. Die Autorin werde für ihren im vergangenen Jahr veröffentlichten Roman "Johnny Ohneland" ausgezeichnet, hieß es bei der Bekanntgabe der Preisträgerin in Potsdam. Zander erzähle von einer teils ostdeutschen Identitätssuche, die gut in aktuelle Debatten passe, sagte Kulturministerin Manja Schüle (SPD). Der Roman ziehe tief hinein in die Erfahrungswelt eines sexuell nicht festgelegten Menschen. Die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 20. August in der Kulturkirche Neuruppin verliehen werden.

Hongkonger "Apple Daily" stellt Betrieb ein

In Hongkong wird die prodemokratische Zeitung "Apple Daily" eingestellt. Sie war wegen angeblicher Verstöße gegen das umstrittene Sicherheitsgesetz der chinesischen Sonderverwaltungsregion ins Visier der Behörden geraten. Vergangene Woche waren mehrere Führungskräfte der "Apple Daily" festgenommen worden. Laut Polizeiangaben gebe es stichhaltige Beweise dafür, dass mehr als 30 in der "Apple Daily" veröffentlichte Artikel darauf abgezielt hätten, andere Staaten zu Sanktionen gegen China und Hongkong zu bewegen. Bereits im August war Zeitungsgründer Jimmy Lai festgenommen worden. Der 73-Jährige sitzt derzeit eine Haftstrafe von 20 Monaten ab, weil ihm Anstiftung zu nicht autorisierten Protesten vorgeworfen wird.

Journalist in Mexiko getötet

Ein Journalist ist im nordmexikanischen Ciudad Acuña erstochen aufgefunden worden. Saul Tijerina Rentería sei als vermisst gemeldet worden, nachdem er am frühen Dienstagmorgen seine Arbeitsstelle in einem Montagebetrieb verlassen habe, berichtete die Zeitung "La Voz de Coahuila", für die er unter anderem arbeitete. Journalisten in ländlichen Regionen Mexikos verdienen oft so wenig Geld, dass viele Nebenjobs haben. Später sei seine Leiche im Kofferraum eines Wagens entdeckt worden. Zwei Verdächtige seien mit einem Messer erwischt worden und festgenommen worden, zitierte "La Voz" die Polizei. Tijerina Rentería ist bereits der vierte Journalist, der im laufenden Jahr in Mexiko getötet wurde.

Internetnutzer beklagen Corona-Falschinformationen

Fast die Hälfte der erwachsenen Internet-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland wird regelmäßig mit falschen oder irreführenden Informationen zu Covid-19 konfrontiert. Das ist eines der Ergebnisse der deutschen Teilstudie des "Reuters Institute Digital News Report 2021". Demnach gaben 46 Prozent der Befragten an, im Internet innerhalb einer Woche Fehlinformationen rund um das Thema Corona gesehen zu haben. Das Vertrauen in die Nachrichtenmedien ist während der Corona-Krise gestiegen: 53 Prozent der erwachsenen Nutzer in Deutschland erklärten, den Nachrichten im Allgemeinen zu vertrauen - acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Erneut erhielten die Hauptnachrichten der öffentlich-rechtlichen Anbieter die höchsten Vertrauenswerte unter den Befragten.

USA blockieren Websites pro-iranischer Medien

US-Behörden haben die Internetseiten mehrerer iranischer Staatsmedien und Teheran nahestehender Medien blockiert. In entsprechenden Mitteilungen wurde auf US-Sanktionsgesetze verwiesen. In den Erklärungen waren die Siegel der Bundespolizeibehörde FBI und des Handelsministeriums abgebildet. Im Iran waren unter anderem der arabischsprachige Nachrichtensender Al-Alam sowie der englischsprachige Sender Press TV betroffen. Die staatliche Rundfunkgesellschaft Islamic Republic of Iran Broadcasting, zu der die beiden Sender gehören, erklärte, auch die Websites mehrerer palästinensischer Sender und ein arabischsprachiger Religions- und Kulturkanal seien gesperrt. Irib warf der US-Regierung vor, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

Übernahme von MGM durch Amazon offenbar fraglich

Die geplante Übernahme der Metro-Goldwyn-Mayer-Filmstudios durch den Online-Händler Amazon ist offenbar fraglich. Die neue Vorsitzende der US-Handelskommission FTC, Lina Khan, wolle die Übernahme noch einmal überprüfen, berichtet das "Wall Street Journal". Grund dafür sei ein bereits bestehendes Wettbewerbsverfahren gegen Amazon. Vor einem Monat hatte Amazon mitgeteilt, das fast 100 Jahre alte Hollywood-Filmstudio für umgerechnet 6,9 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Film-Friedenspreis für Senta Berger

Senta Berger ist in München mit dem "Friedenspreis des Deutschen Films - Die Brücke" für ihr Lebenswerk geehrt worden. Sie gelte als grandiose Schauspielerin, die durch ihre Darstellungskunst der Seele Nahrung gebe, aber auch als widerständige Demokratin, so Susanne Breit-Keßler, Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates, in ihrer Laudatio. Die Auszeichnung ehrt künstlerisch wertvolle Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Sie wird seit 2002 vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds verliehen in Erinnerung an den Filmemacher Bernhard Wicki und seinem Antikriegsfilm "Die Brücke". Berger lobte in ihrer Dankesrede Wickis Werk von 1959. Viele andere Filme über den Zweiten Weltkrieg seien Verherrlichungen eines heroischen Krieges und seiner Helden. Vor allem deutsche Streifen seien oft verlogen gewesen und hätten versucht, alle Verbrechen zu rechtfertigen, sagte die 80-Jährige.

Auch San Sebastián vergibt Darstellerpreise neu

So wie bei der Berlinale sollen beim renommierten Internationalen Filmfestival von San Sebastián die Preise für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler künftig unabhängig von deren Geschlecht vergeben werden. Bei der nächsten Ausgabe des Festivals im September wird es keine Silberne Muschel für den besten männlichen Darsteller und die beste weibliche Darstellerin mehr geben, kündigten die Organisatoren an. Stattdessen soll mit dem Preis die beste Hauptrolle und die beste Nebenrolle in Filmen geehrt werden. Die Festival-Jury werde künftig einfach nur noch zwischen guten und schlechten Darstellungen unterscheiden, sagte Festival-Direktor José Luis Rebordinos. Bei der Berlinale war die Änderung auf geschlechtsunabhängige Preise vergangenes Jahr bekannt gegeben worden - und auch auf Kritik gestoßen. Das Filmfestival von San Sebastián findet von 17. bis 25. September statt.

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