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Kulturnachrichten

Montag, 24. Februar 2020

EU-Kommission: Antisemitismus bei belgischem Karneval

Die EU-Kommission hat antisemitische Klischees beim Karnevalsumzug im belgischen Aalst scharf kritisiert. "Der Karneval von Aalst ist eine Schande. Das muss aufhören", schrieb Kommissionsvize Margaritis Schinas am auf Twitter. Dafür gebe es in Europa keinen Platz. Wie bereits vor einem Jahr waren in der belgischen Stadt Umzugswagen und Kostüme mit klischeehaften und abwertenden Anspielungen auf orthodoxe Juden zu sehen. Neben Figuren mit Hakennasen und Goldbarren sorgten insbesondere Darstellungen von Juden als Insekten für eine Welle an Kritik in den sozialen Medien.

Kirchenmusiker Eschenburg ausgezeichnet

Mit dem Siemerling-Preis 2020 ist am Montag in Neubrandenburg der Kirchenmusiker Hartwig Eschenburg (86) ausgezeichnet worden. Er erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung für seinen unermüdlichen Einsatz für die Musik und die Menschen, wie die Neubrandenburger Dreikönigsstiftung die Auszeichnung begründete. Überregional bekannt wurde Eschenburg durch die Gründung des Rostocker Motettenchors, den er von 1964 bis 2000 leitete. Als einziger Kirchenchor wurde dieser von der DDR-Regierung zu Schallplattenaufnahmen zugelassen. Der 1994 begründete Siemerling-Sozialpreis ehrt Menschen, die sich besonders um christlich-humanistische, kulturelle oder soziale Werte verdient gemacht haben.

Berliner Literaturpreis für Thomas Meinecke

Der in Bayern lebende Autor Thomas Meinecke ist am Montag mit dem Berliner Literaturpreis 2020 der Stiftung Preußische Seehandlung ausgezeichnet worden. Mit dem Preis in Höhe von 30.000 Euro ist auch eine Gastprofessur für deutschsprachige Poetik verbunden. Zur Begründung der Preisverleihung hieß es, der im oberbayerischen Berg wohnende Schriftsteller, Musiker und Radio-DJ habe den Diskursroman als erzählerisches Theorie-Essay neu begründet. Seine Romane und Erzählungen verhandelten ein breites Themenspektrum, das von aktuellen politischen Debatten über Gender-Diskussionen bis hin zu Identitätskonstruktionen reiche. Der Preis wurde am Abend im Roten Rathaus vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) überreicht.

Jury spricht Weinstein schuldig

Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist der Vergewaltigung und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen worden. Das Urteil der Geschworenen wurde am Montag im Gericht in New York verkündet. In zwei Anklagepunkten wegen wiederholter sexueller Angriffe wurde der 67-Jährige dagegen freigesprochen. Die Jury sprach Weinstein zudem lediglich der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall schuldig, nicht der schweren Vergewaltigung. Weinstein war in dem in New York geführten Prozess zur Last gelegt worden, 2006 einer Produktionsassistentin Oralsex aufgezwungen und 2013 eine Jungschauspielerin vergewaltigt zu haben. Weinstein weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einvernehmlichen sexuellen Beziehungen. Inzwischen haben mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Vergehen vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Gründer des Miramax-Filmstudios hatte im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt ausgelöst.

Nasa-Mathematikerin Katherine Johnson gestorben

Die US-amerikanische Mathematikerin Katherine Johnson ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Sie hatte für die Raumfahrtbehörde Nasa an der ersten bemannten Mondlandung 1969 mitgearbeitet ."Sie war eine amerikanische Heldin und eine Pionier-Legende, die nie vergessen werden wird." schrieb Nasa-Chef Jim Bridenstine per Kurznachrichtendienst Twitter. Johnson gehörte zu einer kleinen Gruppe afro-amerikanischer Frauen, die für die Nasa ab den 50er Jahren komplizierteste Berechnungen für Raumfahrt-Missionen weitgehend ohne Hilfsmittel durchführte - dafür öffentlich damals aber keinerlei Anerkennung erfuhr. Erst 2016 wurden Johnson und einige ihrer Kolleginnen durch den erfolgreichen Hollywood-Film «Hidden Figures» einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Filmbranche will Ökosiegel ab Sommer

Die Filmbranche will mit einem freiwilligen Ökosiegel den Klimaschutz bei Fernseh- und Kino-Produktionen vorantreiben. So sollen Filmdrehs künftig unter anderem mit Ökostrom, weniger Flug- und Pkw-Reisen und dem Verzicht auf Einwegplastik klimaverträglicher gestaltet werden. Ein entsprechendes Zertifikat solle ab Sommer bundesweit an den Start gehen, kündigten Ministerialdirektor Günter Winands, Amtschef der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie der Arbeitkreis "Green Shooting" anlässlich der Berlinale an.

Petition fordert Freigabe der NSU-Akten

Eine von bisher rund 67.000 Personen unterzeichnete Petition fordert die Freigabe der NSU-Akten. Die Petition wurde vom Sprecher der Unterschrifteninitiative, dem Intendanten des Staatstheaters Kassel, Thomas Bockelmann, an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des hessischen Landtages, Manuela Strube (SPD), übergeben. Seit den rassistischen Morden von Hanau sei die Zahl der Unterzeichner sprunghaft gestiegen, sagte Bockelmann. Die Liste bleibe auch weiterhin für Unterschriften geöffnet. Die Akten waren ursprünglich für 120 Jahre gesperrt, der hessische Innenminister Beuth hatte allerdings angekündigt, die Frist auf 30 Jahre zu verkürzen.

Zauberwürfel-Mona Lisa für 480.000 Euro versteigert

Eine Mona Lisa aus Zauberwürfeln ist in Paris für 480.000 Euro versteigert worden. Das Werk "Rubik Mona Lisa" des französischen Künstlers Invader erzielte damit rund das Vierfache des Schätzpreises von 120.000 bis 150.000 Euro, wie das Auktionshaus Artcurial mitteilte. Invaders Mona Lisa ist aus fast 330 Zauberwürfeln zusammengesetzt. Der Künstler, der eigentlich Franck Slama heißt, hat sich auf den sogenannten "Rubikubismus" spezialisiert: Er stellt Meisterwerke der Kunst mit Zauberwürfeln nach. Das Spiel mit den bunten Plastikwürfeln geht auf den ungarischen Designer Ernö Rubik zurück und war in den 1980er Jahren besonders beliebt.

Zentralrat: Namen von NS-Verbrecher entfernen

Der Zentralrat der Juden in Deutschland plädiert für die Tilgung des Namens eines NS-Verbrechers auf einem Kriegerdenkmal im ostfriesischen Völlen. "Dass ein hochrangiger SS-Mann wie Johann Niemann, der Tausende von Menschenleben auf dem Gewissen hat, auf einem offiziellen Gedenkstein seines Heimatortes geehrt wird, ist unerträglich", sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Denkmal trägt die Inschrift "Unseren gefallen Helden" und erinnert unter anderem an Gefallene aus Völlen, darunter der stellvertretende Leiter des Vernichtungslagers Sobibor Johann Niemann.

Deutsch-arabischer Filmpreis verliehen

Im Rahmen der Reihe Berlinale Talents haben drei Filmprojekte den deutsch-arabischen Filmpreis erhalten. In der Kategorie Animationsfilm gewann das deutsch-ägyptische Werk "Traitors of the Eyes" über ein Zwillingspaar auf einer Reise in die Vergangenheit. "Inana" der syrischen Filmemacherin Ragda Alazizi wurde als bester Kurzfilm prämiert und "Big Boys Don't Cry" über das nächtliche Kairo als bester Dokumentarfilm. Verliehen wird die Auszeichnung von der Robert-Bosch-Stiftung, dotiert ist sie mit insgesamt 180.000 Euro.

Rosenmontagszüge thematisieren Hanauer Anschlag

Mit den Rosenmontagszügen erreicht der Straßenkarneval heute seinen Höhepunkt. Auch der erst wenige Tage zurückliegende Anschlag von Hanau soll im Kölner und im Düsseldorfer Zug thematisiert werden. Man werde das, so schrecklich und traurig es auch sei, närrisch kommentieren, sagte der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly der Deutschen Presse-Agentur. Die politischen Werte würden in ihrem Kern angegriffen, das könne der Düsseldorfer Karneval nicht verschweigen. Weitere Themen sind der Machtkampf in der CDU und der Klimawandel. Auf einem Kölner Wagen hängen Fridays-for-Future-Aktivisten an den Spitzen des Doms - der Rest ist im Wasser versunken. Auch US-Präsident Donald Trump ist wieder mit von der Partie: in Köln als Horrorclown, in Mainz als römischer Kaiser Nero.

Rabbiner: Umzug in Aalst wieder antisemitisch

Die Konferenz der Europäischen Rabbiner hat den Karnevalsumzug im belgischen Aalst als judenfeindlich und beleidigend kritisiert. Trotz aller vorherigen Mahnungen seien am Sonntag erneut etliche antisemitische Darstellungen gezeigt worden, zeigte sich der Präsident der Konferenz, Pinchas Goldschmidt, enttäuscht: "Der satirische Umzug mit antisemitischen Darstellungen in Aalst, Belgien, ist äußerst beleidigend und missbraucht die Macht der Redefreiheit, die ein so wesentlicher Bestandteil jeder liberalen Demokratie ist." Aktuelle Bilder aus Aalst zeigten unter anderem Teilnehmer in stilisierten Nazi-Uniformen sowie Darstellungen von Juden als Insekten oder als Karikaturen mit Hakennasen, Schläfenlocken und Goldbarren.

Hillary Clinton auf der Berlinale

Die frühere amerikanische Außenministerin und Ex-First-Lady stellt bei den Filmfestspielen in Berlin die Dokuserie "Hillary" vor. Der Vierteiler der Filmemacherin Nanette Burstein gibt Einblick in Leben und Karriere der 72-Jährigen US-Demokratin. Der Abo-Sender Sky hat sich die Rechte an der Serie gesichert. Am Dienstag will die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Clinton, die 2016 von Donald Trump geschlagen wurde, eine Pressekonferenz geben.

Ehrenpreis der deutschen Filmkritik für Gertrud Koch

Die Filmwissenschaftlerin und Filmkritikerin Gertrud Koch erhält den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik. Wie der Verband der deutschen Filmkritik mitteilte, wird Koch ausgezeichnet für ein "Maßstäbe setzendes gedankliches Werk, in dem sich in einzigartiger Form Filmwissenschaft, Filmkritik und die oft verborgene Tradition einer Filmästhetik der Kritischen Theorie verbinden". Der Ehrenpreis soll heute Abend im Rahmen der Berlinale in Berlin an die 70-Jährige verliehen werden. Koch ist seit Mitte der 80er Jahre vor allem wissenschaftlich tätig und lehrt an der Freien Universität Berlin.

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