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Kulturnachrichten

Samstag, 5. Juni 2021

Erstes jemals geschaffene NFT-Kunstwerk wird versteigert

Das Auktionshaus Sotheby’s hat das erste jemals geschaffene Kunstwerk auf Grundlage der neuartigen NFT-Technologie zur Versteigerung angeboten. Das Werk mit dem Titel "Quantum" ist eine achteckige Animation des New Yorker Künstlers Kevin McCoy. Es ist das erste Werk dieser Art, das bereits 2014 eine entsprechende Zertifizierung erhielt – drei Jahre bevor der Begriff NFT geprägt wurde. NFT steht für Non-Fungible Token: ein virtuelles Gut, das einmalig und nicht austauschbar ist. Obwohl die Auktion noch bis zum 10. Juni läuft, erreichte das Kunstwerk bereits gestern ein Angebot in Höhe von umgerechnet 115.000 Euro. Wenn man in zehn Jahren zurückblicke, „kann dieses Werk den Beginn von etwas repräsentieren und symbolisieren, das ziemlich revolutionär und sehr einflussreich ist", sagte der Vizepräsident für zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s, Max Moore.

Kanada und Vatikan müssen Unrecht aufklären

UN-Menschenrechtsexperten haben die kanadische Regierung und den Vatikan aufgefordert, den Fund der sterblichen Überreste von 215 Kindern in einem ehemaligen kirchlichen Internat in British Columbia vollständig aufzuklären. Alle verdächtigen Todesfälle müssten überprüft und sterbliche Überreste forensisch untersucht werden, verlangten sie in einer Stellungnahme. Ermittlungen seien an allen derartigen Einrichtungen in Kanada nötig, zu denen Vorwürfe von Missbrauch und Misshandlungen vorlägen. Noch lebende Täter müssten bestraft werden. Auf dem Gelände des früheren Heims nahe der Kleinstadt Kamloops waren die Überreste der Kinder Ende Mai mit Hilfe eines Bodenradars entdeckt worden. Die katholische Kirche hatte das Internat im Westen des Landes 1890 eröffnet. In der Einrichtung waren Söhne und Töchter aus indigenen Familien zumeist zwangsweise untergebracht, um sie an die "christliche Zivilisation" heranzuführen. Insgesamt gab es 139 Umerziehungsheime in Kanada.

Erste Neugierige in der sanierten Neuen Nationalgalerie

Nach jahrelanger Schließung und umfassender Sanierung können seit Samstag die ersten Neugierigen die Neue Nationalgalerie in Berlin besichtigen. Der Bau des Architekten Ludwig Mies van der Rohe ist zunächst bis Montag öffentlich zugänglich. Pandemiebedingt wurden nur 1.000 Tickets pro Tag ausgegeben, die bereits ausverkauft sind. Das Museum soll am 21. August wieder eröffnet werden mit Ausstellungen zur Klassischen Moderne und Werken des US-amerikanischen Künstlers Alexander Calder.

Journalistenverband kritisiert Gesundheitsministerium

Der Deutsche Journalisten-Verband hat dem Bundesgesundheitsministerium eine Verletzung der Pressefreiheit vorgeworfen. Der DJV-Bundesvorsitzende Überall sagte, das Ministerium habe einen Fragenkatalog der Wochenzeitung "Die Zeit" samt einigen Antworten von Ressortchef Spahn ungefragt offengelegt. Damit seien das Recherche- und das Redaktionsgeheimnis verletzt worden. Den Angaben zufolge hatte Ministeriumssprecher Kautz am vergangenen Mittwoch parallel zur Veröffentlichung eines "Zeit"-Artikels über eine mangelhafte Qualität von vom Bund beschafften Schutzmasken eine E-Mail an Journalistinnen und Journalisten geschickt. Darin listete er mehr als 30 Fragen der Zeitung sowie mehrere Auskünfte des Ministeriums auf. Dieses lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Kulturrat warnt vor Einsparungen

Der Deutsche Kulturrat hat vor Einsparungen im Kulturbetrieb in den nächsten Jahren gewarnt. "Wir versuchen, den Parteien vor der Bundestagswahl das Versprechen abzuringen, dass sie nicht an der Kultur sparen", sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wie nach der Finanzkrise von 2008 seien jetzt wieder Einsparungen bei der Kultur zu befürchten. Der Kulturbereich sei sehr krisenanfällig. "Wir müssen uns überlegen, wie der Kulturbereich für die Zeit nach der Pandemie krisenfester gemacht werden kann", so Zimmermann weiter: "Viele soloselbstständige Künstler sind ja in Tagesfrist in Not gefallen. Sie hatten keine Rücklagen". Er forderte, dass gerade für Beschäftigte in den Bereichen des Kulturmanagements und der Kulturvermittlung wieder zu tariflich gebundener sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurückgefunden werden müsse.

Intendantin rechnet mit Boom der Theater

Die Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg, Karin Beier, rechnet damit, dass die Theater nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen enormen Zulauf bekommen werden. Sie glaube, dass sich die Menschen nach dem gemeinsamen Erleben sehnen, sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Heute Abend findet im Schauspielhaus Hamburg nach siebenmonatiger Schließung die Uraufführung von Elfriede Jelineks neuem Stück "Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!" statt.

Berlinale kostet rund zehn Millionen Euro extra

Der Bund muss die wegen der Corona-Pandemie geteilten Filmfestspiele in Berlin mit rund zehn Millionen Euro zusätzlich finanzieren. Man habe schon im Winter eine zweistellige Millionensumme reserviert, als der zweite Lockdown auf einem Höhepunkt war und man nicht wissen konnte, was wann wieder möglich sein würde, sagte Kulturstaatsministerin Grütters der Nachrichtenagentur dpa. Man wolle ein starkes kultur- und filmpolitisches Signal setzen und den Neustart der Kulturbranche sichtbar machen. Die Filmfestspiele wurden wegen der Pandemie diesmal geteilt. Im März konnten Fachleute online Filme schauen. Ab dem kommenden Mittwoch ist ein öffentliches Festival unter freiem Himmel geplant. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals.

Trump bleibt bei Facebook bis Anfang 2023 suspendiert

Der frühere US-Präsident Trump bleibt bei Facebook vorerst noch bis Anfang 2023 gesperrt. Danach werde man mit Hilfe von Experten abwägen, ob es immer noch ein Risiko für die öffentliche Sicherheit durch seine Facebook-Präsenz gebe. Das gab das Online-Netzwerk am Freitag bekannt. Facebook, Twitter und Youtube hatten Trump im Januar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die Erstürmung des US-Kapitols durch seine Anhänger. Er hatte Sympathie für die Angreifer bekundet. Außerdem behauptet Trump nach wie vor ohne jegliche Belege, dass ihm der Sieg bei der Präsidentenwahl im November durch Betrug gestohlen worden sei.

Dresdner Musikfestspiele in Präsenz eröffnet

Mit einem Konzert im Kulturpalast sind am Freitagabend die Dresdner Musikfestspiele eröffnet worden. Erstmals in der Corona-Pandemie kann das Festival wieder vor Publikum stattfinden. Dennoch bleibe das Programm eingeschränkt und die Platzkapazität beschränkt, erklärte Intendant Jan Vogler zum Auftakt. Zehn Livekonzerte können bis zum 13. Juni gespielt werden. Geplant waren unter dem Motto "Dialoge" 65 Veranstaltungen. Für die ersten Livekonzerte in der Pandemie stehen im Dresdner Kulturpalast jeweils rund 470 Plätze zur Verfügung, im Stallhof gibt es gut 300 Plätze unter freiem Himmel. Mit kostenlosen Streaming-Konzerten vom 24. bis 30. Mai wurden laut Vogler bereits zwischen 10.000 und 20.000 Menschen erreicht. Auch das Bachfest Leipzig kündigte an, wegen fallender Infektionszahlen nun doch reguläre Tickets zu verkaufen. Das Festival zu Ehren von Johann Sebastian Bach findet vom 11. bis 20.Juni statt.

Brandenburg will Antisemitismus-Kampf als Staatsziel

Die Bekämpfung des Antisemitismus und die Stärkung jüdischen Lebens sollen in Brandenburg in die Verfassung aufgenommen werden. Ein entsprechender gemeinsamer Vorschlag der Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen sowie der oppositionellen Linken-Fraktion zur Änderung der Landesverfassung wurde heute im Landtag in Potsdam vorgestellt. Auch das Ziel der Vertiefung der Freundschaft zum Nachbarland Polen soll Verfassungsrang bekommen. Die Verfassungsänderung könnte im Herbst, voraussichtlich im November, in namentlicher Abstimmung beschlossen werden, hieß es. Die Stimmen der vier Fraktionen reichten dafür aus.

Publizist Wolffsohn kritisiert deutsche Medien

Der Publizist und Historiker Michael Wolffsohn hat die deutschen Medien scharf kritisiert. Nur im Journalismus gebe es in demokratisch verfassten Staaten "diese analytische, politische und moralische, säkularisiert quasi göttliche Multifunktionalität", sagte er in seiner Festrede bei der Verleihung des Wächterpreises der Tagespresse am Freitag. Niemand kontrolliere die vierte Gewalt. Darum sei es kein Wunder, dass sich seit Jahren Unmut zusammenbraue. Die Medien neigten zur Bevormundung, so Wolffsohn. Selbst im Qualitätsjournalismus würden sich manche nicht selten anmaßen, "ihre persönliche Darstellung und ihre eigene Meinung für die einzig richtige zu halten." Umfragen dokumentierten seit Jahren "die grün-rote Hegemonie unter Journalisten", die die Gesamtgesellschaft jedoch nicht abbilde. Wolffsohn wurde 2016 als Hochschullehrer des Jahres ausgezeichnet, 2018 erhielt er den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis.

Hongkongs unterbindet Tianan'men-Mahnwache

Nach der Verschärfung der chinesischen Kontrollen über Hongkong hat die Sonderverwaltungszone das traditionelle Tianan'men-Gedenken weitgehend unterbunden. Die Behörden riegelten den Victoria Park ab, in dem sonst Tausende an die Niederschlagung der chinesischen Protestbewegung auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 erinnerten. Die Polizei nahm die Aktivistin Chow Hang Tung fest, die an der Organisation der jährlichen Mahnwache beteiligt war. Dieses Jahr wurde das Gedenken wie schon 2020 unter Verweis auf die Corona-Ansteckungsgefahr verboten. Doch während vergangenes Jahr dennoch Tausende auf die Straßen gingen und Kerzen anzündeten, verhinderten Polizisten jetzt größere Versammlungen. Das Gedenken am 4. Juni in Hongkong war sonst das größte weltweit. Es galt als Symbol dafür, dass es in der ehemaligen britischen Kolonie mehr Freiheitsrechte gibt als in der Volksrepublik.

Gestürzte Sklavenhalter-Statue wird in Bristol ausgestellt

Rund ein Jahr nach dem Sturz der Statue eines Sklavenhalters in Bristol kann sich die Öffentlichkeit die demolierten Überreste der Statue anschauen. Die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston (1636-1721), die seit ihrem Sturz ins Hafenbecken bei den "Black Lives Matter"-Protesten im vergangenen Jahr nicht mehr stehen kann, ist seit Freitag liegend im M Shed-Museum in Bristol zu sehen - neben Protestplakaten und Informationen zu den Vorfällen im Juni 2020. Man nutze die Gelegenheit, um herauszufinden, was die Menschen vor Ort denken würden, sagte der beteiligte Wissenschaftler Shawn Sobers von der University of the West of England der britischen Nachrichtenagentur PA. Die Aktion biete die Möglichkeit, die größere Geschichte zu thematisieren und Menschen zu ermutigen, darüber zu sprechen. Der gewaltsame Abriss hatte im vergangenen Jahr eine Debatte über den Umgang Großbritanniens mit seiner Vergangenheit als Kolonialmacht entfacht.

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