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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.02.2016

Erstes deutsches Katzenvideofestival"Die Katze bedient das Kindchenschema"

Frank Schwab im Gespräch mit Marianne Allweiss und André Hatting

Ein Mann schaut am 14.01.2016 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) ein Katzenvideo auf YouTube an. Am 19. Februar 2016 veranstaltet das NRW-Forum in Düsseldorf in Kooperation mit dem Walker Art Center (Minnesota) das erste deutsche Katzenvideofestival. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa (picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd)
Mensch steht auf Katze: Die besten Stubentiger-Videos sind am 19. Februar beim Katzenvideofestival in Düsseldorf zu bewundern. (picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd)

Katzenvideos sind der Hit im Netz. In Deutschland soll nun erstmals das beste gekürt werden, auf dem ersten deutschen Katzenvideofestival in Düsseldorf. Was hinter der Miezen-Manie steckt, erklärt der Medienpsychologe Frank Schwab.

Katzenvideos sind der Hit im Netz - offenbar wie ein  virtuelles Stück Schokolade, an dem man sich nicht satt sehen kann in einer Zeit vieler schlimmer Nachrichten. In Deutschland soll nun erstmals das beste Katzenvideo gekürt werden. Das Katzenvideofilmfestival ist eine Art Ableger des in den USA schon zum Kult avancierten "Internet Cat Video Festival". Veranstalter sind das NRW-Forum in Düsseldorf und das Walker Art Center aus dem US-Bundesstaat Minnesota. Als Siegertrophäe winkt der "Goldene Kratzbaum".

Mehr Mitleid mit misshandelten Tieren als Menschen

Katzen spielen Klavier, Katzen massieren Hunde, Katzen fallen in Toiletten oder erschrecken sich vor Gurken - millionenfach werden private Stubentiger-Clips im Internet aufgerufen und geteilt. Gut, Katzen sind putzig und possierlich. Aber warum reißen sich die Internet-User nicht ebenso um Videos von knuffigen Pandabären, tapsigen kleinen Hunden oder Eichhörnchen? Der Medienpsychologe Frank Schwab vermutet, die Katze erfülle einfach am besten das sogenannte Kindchenschema, auf das so gut wie alle Menschen abfahren: 

"Irgendwie funktioniert das mit Hunden nicht ganz so gut. Ich vermute, dass die Putzigkeit der Katze noch eins drauf setzt, weil der Hund doch stark, vom Gesicht her... eine Schnauze hat und nicht ganz so menschlich wirkt. Die Katze ist vom Kopf her eher runder und bedient so eher das Kindchenschema. Man müsste das einfach mal durchmessen – jeden Abstand von jedem Gesichtselement abchecken, und ich würde vermute, dass die Katze dann in Sachen Kindchenschema-Hinweisreize vorne liegt."

Vier kleine Kätzchen, fotografiert am 28.06.2015 in einem Garten in Sieversdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg). Foto: Patrick Pleul (picture alliance/dpa/Patrick Pleul)Beim Anblick von Katzenbabys werden die meisten Menschen schwach. (picture alliance/dpa/Patrick Pleul)

Generell weckten Tiervideos immer mehr Emotionen als Filme über Menschen. Es gebe Studien, die zeigten, dass zum Beispiel Jugendliche viel eher bereit seien, Mitleid mit misshandelten Tieren zu haben als etwas mit Soldaten, die in Kampfhandlungen verletzt oder getötet würden.

Auch Katzenhasser knicken ein

Schwab räumte ein, selbst mit Katzen nicht viel anfangen zu können - er sei eher ein Hundefan. Beim Anblick eines niedlichen Babykatzen-Videos sei er aber auch schwach geworden: "Das fand ich so niedlich - da würde ich mir fast selber eine kaufen."

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