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Montag, 09.12.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. Juni 2019

Erster Sachbuchpreis "Wissen!" für Buch über Islam

Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg) hat das Buch "Warum es kein islamisches Mittelalter gab" mit ihrem Sachbuchpreis ausgezeichnet. Das Werk von Thomas Bauer, Islamwissenschaftler an der Universität Münster, zeige, wie während des europäischen Mittelalters in der islamischen Welt die antike Zivilisation mit florierenden Städten und Wissenschaften weiterlebte. Der erstmals verliehene Preis "Wissen!" ist mit 40 000 Euro dotiert. Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Wissenschaft und Bildung.

Neuer Fontane-Wissenschaftspreis für Gotthard Erler

Erster Preisträger des neuen Fontane-Wissenschaftspreises ist der Forscher und Biograf Gotthard Erler. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 16. Juni in der Universität Potsdam überreicht werden. Der Preis soll künftig alle drei Jahre verliehen werden. Mit der Auszeichnung soll das Lebenswerk von Fontane-Forschern gewürdigt werden. Der promovierte Germanist Gotthard Erler habe seit mehr als einem halben Jahrhundert als präziser und sachkundiger Editionsphilologe, engagierter Lektor und Herausgeber die Grundlagen für eine auch öffentlichkeitswirksame Fontane-Forschung geschaffen, heißt es in der Begründung der Jury. In seinen biografischen Arbeiten habe Erler auch in besonderer Weise den Blick für die bedeutende Rolle von Emilie Fontane, der Ehefrau des Schriftstellers, geweitet, hieß es weiter. Mit seinen Forschungen habe er beharrlich auf Fontane als großen sozialkritischen Autor des 19. Jahrhunderts hingewiesen.

Freier Eintritt lockt nicht mehr Besucher in Museen

Freier Eintritt allein lockt nicht mehr Besucher in Museen - das ist das Ergebnis einer Studie, die das baden-württembergische Wissenschafts- und Kunstministerium in Stuttgart veröffentlicht hat. Kostenloser Eintritt zeigt der Untersuchung zufolge keine einheitliche Wirkung und ist somit kein Patentrezept zur Steigerung der Besucherzahlen. Vielmehr seien auch die Art des Museums und der Ausstellung, die Außenwirkung, die Vermittlungsarbeit und der Standort entscheidend. Die Autoren der Studie hatten rund 3500 Besucherinnen und Besucher an fünf Museen in Baden-Württemberg befragt. Den Angaben zufolge handelt es sich um die bisher umfassendste Untersuchung dieser Art in Deutschland.

Radio Vatikan sendet Nachrichten auf Latein

Der Radiosender des Papstes, Radio Vaticana, sendet ab sofort Nachrichten auch auf Latein. Die Sendung "Hebdomada Papae. Notitiae vaticanae latine redditae" (Die Woche des Papstes. Vatikanische Nachrichten in lateinischer Sprache) kündigte die Internetseite "Vatican News" für samstags um 12.30 Uhr an. Die 5-Minuten-Sendung kann auch auf der Seite sowie als Podcast gehört werden. Die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan bietet bereits seit 15 Jahren Informationen auf Latein an. Die lateinischen Nachrichten gehören der Redaktion zufolge zu den meistgelesenen Artikeln der deutschsprachigen Internet-Seite.

Erstmals Anstieg der Buchverkäufe seit 2012

In Deutschland sind erstmals seit sechs Jahren wieder mehr Bücher verkauft worden. Insgesamt 29,9 Millionen Menschen ab 10 Jahren kauften 2018 mindestens ein Buch, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mitteilte. Ein Jahr zuvor habe es 29,6 Millionen Buchkäufer gegeben. Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skips, sprach von einem "Wendepunkt". Vor allem in den Altersgruppen, die der Buchbranche zwischenzeitlich verloren gingen, gab es die größten Zuwächse: mehr als 15 Prozent bei den 20- bis 29-Jährigen und den 30- bis 39-Jährigen. Bei den Büchern selbst wurden mehr E-Books und mehr Sachbücher verkauft.

Rechtschreibreform immer noch nicht angekommen

Auch 23 Jahre nach der Rechtschreibreform macht den Deutschen die richtige Schreibweise zu schaffen. Das zeigt die Auswertung von rund zehntausend telefonischen und schriftlichen Anfragen der vergangenen drei Jahrzehnte, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden mitteilte. Die Menschen hadern demnach nach wie vor mit der Getrennt- und Zusammenschreibung sowie der Groß- und Kleinschreibung. Gut ein Drittel aller telefonischen Sprachanfragen wurden demnach zu diesen Themen gestellt. Grammatikalische Probleme betrafen durchschnittlich jede fünfte Anfrage, Wortschatzfragen ergaben sich bei etwa jedem zehnten Anruf. Gerade in Fällen, in denen es kein Richtig und Falsch gibt, sondern mehrere korrekte Varianten nebeneinander existieren, "werden Verwirrung und Frustration der Ratsuchenden deutlich", erklärten die Sprachexperten. Die Sprachberatung der GfdS beantwortete seit 1947 etwa 45.000 schriftliche und mehr als 355.000 telefonische Sprachanfragen.

Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Halle/Saale

Mit rund 2900 Teilnehmern beginnt heute der Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Halle an der Saale. Die Musikerinnen und Musiker zwischen 13 und 27 Jahren wetteifern in verschiedenen Kategorien, sowohl als Solisten als auch im Ensemble. Die Teilnehmer haben sich in Regional- und Länderwettbewerben qualifiziert. "Jugend musiziert" ist das bedeutendste Förderprojekt für den musikalischen Nachwuchs in Deutschland und wird vom Deutschen Musikrat veranstaltet. Bis zum 13. Juni finden an 27 Orten der Saale-Stadt rund 1700 Aufführungen statt.

Humboldt Forum eröffnet offenbar ohne Ausstellung

Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss wird möglicherweise ohne die geplante Elfenbein-Ausstellung eröffnet. Derzeit laufe eine technische Überprüfung, teilte das Ressort von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Dabei würden die Bedingungen für eine Eröffnung Ende des Jahres geprüft. Die Ergebnisse würden dem Stiftungsrat vorgelegt werden, der am 26. Juni über weitere Schritte beraten soll. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, die Elfenbein-Ausstellung werde nicht vor Frühjahr 2020 gezeigt werden können. Viele internationale Museen seien nicht bereit, die 150 Leihgaben einem Haus zu überlassen, das noch gebaut werde.

Youtube will stärker gegen Diskriminierung vorgehen

Die Onlineplattform Youtube will rassistische und diskriminierende Videos verbieten. Darunter fallen zum Beispiel Beiträge, die die Nazi-Ideologie glorifizieren. Zudem sollen Inhalte entfernt werden, die den Holocaust leugnen. Generell seien ab sofort alle Videos verboten, in denen eine Gruppe einer anderen als grundsätzlich überlegen dargestellt wird und die somit Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund von Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion oder Sexualität legitimieren. Das Unternehmen war zuletzt wegen seines nachlässigen Umgangs mit homophoben Inhalten kritisiert worden. Zusätzlich wolle das Unternehmen die Verbreitung von Inhalten einschränken, die an der Grenze der Richtlinien kratzen, hieß es. Seit Januar würden Nutzern in den USA grenzwertige Inhalte und gefährliche Fehlinformationen, wie Videos über angebliche Wunderheilungen von ernsthaften Krankheiten, eingeschränkt vorgeschlagen. Bis Ende 2019 solle dieses System auch in anderen Ländern eingeführt werden.

Neues EU-Urheberrecht tritt in Kraft

Nach monatelangem Protest ist heute das neue EU-Urheberrecht in Kraft getreten. Die EU-Staaten haben nun zwei Jahre Zeit, die Regeln in nationales Recht umzusetzen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, bei der Reform möglichst auf die umstrittenen Uploadfilter zu verzichten. Dabei handelt es sich um Programme, die geschützte Inhalte schon beim Hochladen erkennen und aussortieren. Dadurch könnte nach Ansicht von Kritikern deutlich mehr als nötig blockiert werden. Vor den entscheidenden Abstimmungen des Europaparlaments und der EU-Staaten waren im Frühling Zehntausende vorwiegend junge Menschen gegen das Vorhaben auf die Straße gegangen.

Uni Münster gibt 1800 Jahre altes Kunstwerk zurück

Das Archäologische Museum der Universität Münster gibt ein rund 1800 Jahre altes Kunstwerk an seinen Ursprungsort in Italien zurück. Grund: Die Uni hat den Marmorkopf 1964 für rund 3000 Mark von einem Hamburger Ingenieur erworben. Wie sich jetzt bei einer Bestandsanalyse für eine neue Ausstellung herausstellte, war der Kauf wohl nicht legal. Wie genau der heute verstorbene Hamburger das Kunstwerk, das er für eine Nachbildung Alexander des Großen hielt, in seinen Besitz brachte, ist heute laut Professor Achim Lichtenberger nicht mehr zu klären. Am 19. Juni wird das Kunstwerk offiziell im Beisein von Vertretern der Uni Münster in der Deutschen Botschaft in Rom übergeben.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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