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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. Januar 2017

Erster Preis für Nature Writing an Marion Poschmann

Autorin wird für ihre Naturbilder ausgezeichnet

Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den neu geschaffenen Preis für Nature Writing. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Berliner Verlag Matthes & Seitz in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz vergeben, wie der Verlag mitteilte. Mit der Ehrung verbunden ist ein sechswöchiges Aufenthaltsstipendium auf der unter Naturschutz stehenden Ostsee-Insel Vilm. Die Jury würdigte den Angaben zufolge besonders die genauen Naturbilder und subtilen poetischen Anklänge in Poschmanns Werk. Die 1969 in Essen geborene Autorin wurde schon vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Gedichtband "Geliehene Landschaften" und die Essaysammlung "Mondbetrachtung bei mondloser Nacht".

Dr. Oetker gibt Raubkunstgemälde zurück

Weitere Werke sollen folgen

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker gibt ein Raubkunstgemälde an die Erben der früheren jüdischen Besitzer zurück. Es handele sich um das 1954 von Rudolf-August Oetker auf einer Versteigerung erstandene Gemälde "Frühling im Gebirge/Kinderreigen" von Hans Thoma, teilte die Dr. August Oetker KG mit. Das Bild ist eines von vier Kunstwerken der Oetker-Sammlung, die von einer Provenienzforscherin als mögliche NS-Raubkunst identifiziert worden waren. Auch bei den anderen drei Objekten werde es in nächster Zeit zu Rückgaben kommen, sagte Unternehmenssprecher Jörg Schillinger. Die Aufarbeitung der Herkunft der Werke aus der Oetker-Sammlung war im Frühjahr 2015 in Auftrag gegeben worden.

Bayerischer Publikumsfilmpreis für Flüchtlingskomödie

"Willkommen bei den Hartmanns" gehört zu den erfolgreichsten Filmen 2016

Die Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" von Regisseur Simon Verhoeven erhält dieses Jahr den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises. Wie der Bayerische Rundfunk mitteilte, hatten die Zuschauer des BR-Filmmagazins "kinokino" und die Hörer des Radiosenders Bayern3 im Dezember die Komödie mit Senta Berger, Heiner Lauterbach und Florian David Fitz aus den fünf zuschauerstärksten deutschen Filmen des Jahres 2016 ausgewählt. Die Komödie handelt von der gutbürgerlichen Familie Hartmann, die bei sich zu Hause den nigerianischen Flüchtling Dallo aufnimmt.Der undotierte Publikumspreis wird am 20. Januar im Rahmen der Gala zum 38. Bayerischen Filmpreis im Münchner Prinzregententheater verliehen. Im vergangenen Jahr hatte Til Schweiger die Auszeichnung für seinen Film "Honig im Kopf" erhalten.

Intendant verlässt Kurt-Weill-Fest

Michael Kaufmann gibt sein Amt vorzeitig auf

Der Intendant des Kurt-Weill-Festes in Dessau, Michael Kaufmann, gibt sein Amt nach der diesjährigen Auflage des Festivals vorzeitig auf. Kaufmann, der die künstlerische Leitung des Kurt-Weill-Festes seit 2009 innehatte, habe persönliche Gründe für diesen Schritt angeführt, teilte ein Sprecher in Dessau-Roßlau mit. Er wolle sich stärker seiner Aufgabe bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz widmen, hieß es. Ursprünglich sei seine Amtszeit bis 2018 geplant gewesen. Die Kurt-Weill-Gesellschaft bedauerte den Schritt sehr, da sich Kaufmann "mit großer Leidenschaft und großem persönlichen Einsatz" dafür engagiert habe, das Werk von Kurt Weill und anderen Persönlichkeiten und Zeitzeugen in lebendigen Programmen vorzustellen. Das 25. Kurt-Weill-Fest steht vom 24. Februar bis 12. März unter dem Motto "Luther, Weill & Mendelssohn".

BGH hat an medienkritischer Satire nichts zu beanstanden

Zeit-Journalisten hatten gegen die ZDF-Sendung "Die Anstalt" geklagt

Kabarettisten müssen sich für den Inhalt ihrer Beiträge nicht bis in kleinste Detail rechtfertigen: Entscheidend ist der Gesamteindruck, der beim Zuschauer zurückbleibt - das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Die Karlsruher Richter hatten es mit einer Ausgabe der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" aus dem April 2014 zu tun. Darin kritisierten die Moderatoren mehrere Medienleute für deren Verflechtungen mit bestimmten Organisationen im Bereich Sicherheitspolitik. Zwei Betroffene, der "Zeit"-Herausgeber Josef Joffe und ein Redakteur der Wochenzeitung, wollten sich das nicht bieten lassen. Sie klagten, weil die Verbindungen nicht in allen Einzelheiten korrekt wiedergegeben seien. Damit hatten sie in letzter Instanz keinen Erfolg. Für das Gericht zählt die Hauptaussage, dass es Verbindungen gibt - und das sei zutreffend.

Kontrabass-Bogen bringt 24-Jährigen ins Gefängnis

Mann hatte den wertvollen Bogen in der S-Bahn gefunden

Ein junger Mann hat in einer S-Bahn in Dresden einen wertvollen Kontrabass-Bogen gefunden und ihn später zu verkaufen versucht - jetzt sitzt er im Gefängnis. Ein Instrumentenbauer hatte das gute Stück in der Bahn liegenlassen. Als er den Verlust bemerkte, fuhr er mit seinem Auto dem Zug hinterher - ohne Erfolg, wie die Bundespolizeiinspektion Dresden mitteilte. Einen Tag später bot der 24 Jahre alte Finder den etwa 4600 Euro teuren Bogen in einem Dresdner Musikhaus zum Verkauf an - und ließ seine Personalien zurück. Bei der Begutachtung der Ware kamen dem Fachgeschäft Zweifel. Als der junge Mann am Montag seinen Verkaufserlös abholen wollte, klickten die Handschellen. Ein Richter am zuständigen Amtsgericht Meißen erließ Haftbefehl gegen den mittellosen Mann, der wegen Eigentumsdelikten bereits mit Haftbefehl gesucht wurde und wegen einer Jugendstrafe unter Bewährung stand. Er wurde in Untersuchungshaft gebracht.

Kolosseum wird eigenständiger archäologischer Park

Leitung soll international ausgeschrieben werden

Das Kolosseum in Rom, Publikumsmagnet in der italienischen Hauptstadt, wird gemeinsam mit den angrenzenden Ausgrabungsstätten unter eine eigenständige Leitung gestellt. Italiens Kulturminister Dario Franceschini begründete den Schritt mit der Erwartung eines erfolgreicheren Managements und besserer Dienstleistungen. Der Leitungsposten solle international ausgeschrieben und bis zum Jahresende besetzt werden. Mit 6,4 Millionen Gästen im vergangenen Jahr ist das Kolosseum die meistbesuchte eintrittspflichtige Sehenswürdigkeit Italiens. Künftig bilde das Kolosseum zusammen mit dem Forum Romanum, dem Palatin und der Domus Aurea von Kaiser Nero einen "Archäologischen Park", wie er zuvor schon für die archäologischen Stätten entlang der Via Appia Antica errichtet wurde.

Schlöndorff-Film im Wettbewerb der Berlinale

Auch Thomas Arslan und Josef Hader sind im Rennen um den Bären

Der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff ist mit seinem neuen Film "Rückkehr nach Montauk" im Wettbewerb der 67. Berlinale. Chancen auf den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele (9. bis 19. Februar) haben auch der deutsche Regisseur Thomas Arslan mit "Helle Nächte" und der österreichische Kabarettist und Schauspieler Josef Hader mit seinem Regiedebüt "Wilde Maus". Außer Konkurrenz zeigt das Festival im Wettbewerbsprogramm Danny Boyles "T2 Trainspotting" mit Ewan McGregor, Robert Carlyle und Jonny Lee Miller in den Hauptrollen, wie die Berlinale mitteilte.

Menschenrechtspreis für Asli Erdogan

Der türkischen Schriftstellerin droht lebenslange Haft

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan erhält in Österreich den Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis. Das teilte der Historiker Oliver Rathkolb im Namen der zuständigen Stiftung mit. Die 49-Jährige, die in der Türkei wegen Terrorismusvorwürfen angeklagt ist, habe sich immer "aktiv und vorbehaltlos für die Durchsetzung der Menschenrechte eingesetzt". Die Auszeichnung solle ein Zeichen gegen massive Einschränkungen von Menschenrechten sein. Der Bruno-Kreisky-Preis, der an den ehemaligen österreichischen Kanzler Kreisky erinnert, soll im Mai oder Juni verliehen werden. Der Schriftstellerin, die kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, droht lebenslange Haft. Ihr wird unter anderem Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Der Menschenrechtspreis wurde seit 1979 bisher 15 Mal vergeben. Das oft an mehrere Preisträger vergebene Preisgeld beträgt in der Regel zwischen 7000 und 30 000 Euro.

"Volksverräter" ist "Unwort des Jahres 2016"

Das letzte Mal war es "Gutmensch"

Der Begriff "Volksverräter" ist das "Unwort des Jahres 2016". Das teilte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, in Darmstadt mit. Das Wort sei ein "Erbe von Diktaturen" unter anderem der Nationalsozialisten. Zum "Unwort des Jahres 2015" war der häufig von Rechtspopulisten verwendete Begriff "Gutmensch" gewählt worden. Für 2014 hatte das Gremium "Lügenpresse" ausgesucht. Im Jahr 2013 war "Sozialtourismus" das "Unwort", davor "Opfer-Abo" (2012). Die Aktion gibt es seit 1991. Sie soll das Bewusstsein und die Sensibiltät für Sprache fördern. Die Jury nimmt bei ihren Entscheidungen "sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen im öffentlichen Sprachgebrauch" in den Blick, "um damit zu alltäglicher sprachkritischer Reflexion aufzufordern".

Künstler sollen an Trumps Vereidigungstag streiken

Am 20. Januar "J20 Art Strike"

Eine Gruppe namhafter Künstler hat Museen, Theater, Konzerthäuser und andere Kulturinstitutionen in den USA am Tag der Vereidigung des künftigen Präsidenten Donald Trump zum Streik aufgerufen. Der "J20 Art Strike" richte sich gegen die "Normalisierung des Trumpismus - einem giftigen Mix aus weißer Vorherschaft, Frauenfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Militarismus und oligarchischer Herrschaft", heißt es in dem Aufruf von mehr als 130 Künstlern und Kunstkritikern. Dazu gehören die Fotokünstlerin Cindy Sherman, Bildhauer Richard Serra, Fotografin Louise Lawler und Performance-Künstlerin Joan Jonas. Ob die großen amerikanischen Kulturhäuser und Kunsthochschulen dem Aufruf folgen, scheint fraglich. Sowohl das Museum of Modern Art (MoMA) in New York als auch das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) wollen einem Bericht der "New York Times" zufolge am 20. Januar regulär öffnen. Viele Universitäten und deren Kunstakademien sind wegen der Winterferien an diesem Tag ohnehin geschlossen.

Zygmunt Bauman im Alter von 91 Jahren gestorben

Er starb in seinem Haus im englischen Leeds

Zygmunt Bauman, einer der prominentesten und zugleich produktivsten europäischen Soziologen der vergangenen Jahrzehnte, ist tot. Der in Polen geborene linksgerichtete Denker starb am Montag im Alter von 91 Jahren. Das teilte die Philosophieprofessorin Anna Zejdler-Janiszewska mit, die von Baumans Frau informiert worden war.In seinen Werken ging Bauman dem Identitätsfluss in der modernen Welt, dem Holocaust und der Globalisierung nach. Er galt als starke moralische Stimme für die Armen und Enteigneten in einer Welt, die von der Globalisierung auf den Kopf gedreht ist. Sein Fokus lag darauf, wie Menschen durch ethische Entscheidungen ein würdevolles Leben schaffen könnten.

Weimarer Baustelle für neues Bauhaus-Museum

Das teilte die Klassik Stiftung Weimar mit

Zwei Jahre vor dem 100. Geburtstag des Bauhauses in Weimar beginnen die Rohbauten für das neue Museum. Die Arbeiten hatten sich um Jahre verzögert. Ursprünglich sollte der über 22 Millionen Euro teure Bau schon 2014 stehen. Die Standortsuche zog sich jedoch über mehrere Jahre. "Ich freue mich, dass jetzt die Eröffnung des Hauses im April 2019 zum 100. Geburtstag des Bauhauses möglich erscheint", hatte der Präsident der Klassik Stiftung, Hellmut Seemann, zuvor erklärt. Der Rohbau des Museums aus Glas und Beton solle bis Ende 2017 abgeschlossen sein, der Innenausbau bis Ende 2018. Der Neubau löst das seit 1995 bestehende provisorische Bauhaus-Museum am Theaterplatz ab.

BBC: "Real Housewives of ISIS" einmalige Satire

Trailer war in wenigen Tagen über 25 Millionen Mal angeschaut worden

Die BBC bringt vorerst keine weitere Folge der Fernseh-Satire "Real Housewives of ISIS". Es habe
sich am 3. Januar um einen "einmaligen Sketch" gehandelt, teilte sie der dpa mit. Die hitzige Debatte über den eineinhalbminütigen Clip, der innerhalb weniger Tage über 25 Millionen Mal angeklickt wurde, spiele dabei jedoch keine Rolle, so der Sender in London. Der Sketch zeigt Frauen mit Niqab und schwarzem Gewand, die über ihr Dasein als Ehefrauen von IS-Terroristen schwadronieren. In den sozialen Medien waren Sätze wie: "Es sind nur noch drei Tage bis zu der Enthauptung, und ich hab keine Ahnung, was ich anziehen soll" sowohl als geschmacklos kritisiert als auch als "geniale Satire" gefeiert.

Roland Tichy legt Amt bei Xing nieder

Der einstige Chefredakteur der "Wirtschaftswoche" war Herausgeber von Xing News

Roland Tichy hat seine Tätigkeit beim Karrierenetzwerk Xing niedergelegt. „Am Wochenende hat eine Kampagne gegen mich und meine publizistischen Aktivitäten einen weiteren Höhepunkt erreicht", schreibt Tichy auf seinem eigenen Portal "Tichys Einblick". Dort hatte ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz für viel Kritik gesorgt, weil der Autor "grün-linke Gutmenschen" als "geistig-psychisch krank" bezeichnet hatte. Obwohl sich Tichy als Verantwortlicher des Blogs entschuldigte und den Text löschte, drohten Nutzer von Twitter und Facebook in einem Shitstorm damit, wegen Tichy ihre Xing-Profile zu löschen. Man wirft dem61jährigen vor, in seinem Blog „neurechte Beiträge“ zu publizieren, „in denen Andersdenkende pathologisiert werden“.Tichy schreibt nun, seinen Blog und Xing immer publizistisch getrennt zu haben: "Klartext, die Firma Xing und seine Mitarbeiter sind mir ans Herz gewachsen. Ihnen zuliebe trete ich mit sofortiger Wirkung vom Posten des Herausgebers zurück."

Trump beschimpft Meryl Streep für ihre Kritik

Designierter US-Präsident twittert nach der Golden-Globes-Rede der Schauspielerin

Für Donald Trump ist die Schauspielerin Meryl Streeps "eine der am meisten überschätzten Schauspielerinnen in Hollywood". Sie "kennt mich nicht, aber greift mich an", empörte er sich einmal mehr via Twitter. Die für ihr Lebenswerk mit einem Golden Globe ausgezeichnete Schauspielerin hatte in ihrer Rede vor Trump gewarnt ohne dessen Namen zu nennen: Die eindrücklichste Szene des Jahres sei für sie kein Film gewesen, sondern eine Wahlkampfrede, der "Person" - so die 67jährige - "die sich um den am meisten respektierten Posten in unserem Land bewarb". Trump habe "die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft. Dieser Instinkt, andere zu demütigen zieht sich in den Alltag von uns allen. Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle." 11 Tage vor seiner Vereidigung nannte Trump Streep daraufhin "eine Hillary-Hofschranze" und stritt die Darstellung der Begegnung mit einem gehbehinderten Journalisten der "Washington Post" ab: "Zum 100. Mal, ich habe mich niemals über einen behinderten Reporter 'lustig gemacht' (würde so was nie tun), sondern habe ihn lediglich als 'kriecherisch' gezeigt, als er eine 16 Jahre alte Geschichte, die er geschrieben hatte, völlig umänderte, um mich schlecht aussehen zu lassen. Einmal mehr sehr verlogene Medien!"

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