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Interview / Archiv | Beitrag vom 13.03.2019

Erste KulturministerkonferenzEin neues Forum für Kulturpolitik

Konrad Wolf im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Auf der ersten, neu gegründeten Kulturministerkonferenz wird über die Restitution von Objekten aus der Zeit kolonialen Unrechts beraten. Die Rückgabe solle "in Betracht gezogen und ermöglicht" werden, sagt der rheinland-pfälzische Minister Konrad Wolf.

Die Kultusministerkonferenz der Länder gibt es seit langer Zeit. Tauscht man einen Buchstaben aus – und lässt die Themen Bildung, Schule und Universitäten weg – ist man bei der: Kultur-Ministerkonferenz. Die findet nun zum ersten Mal überhaupt statt.

"Wir haben erstmals ein Forum, bei dem wirklich alle Kulturministerinnen und –Minister zusammenkommen und gemeinsam Kulturthemen bearbeiten, diskutieren und verabschieden", sagt Konrad Wolf. Der Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz hat die Kulturministerkonferenz initiiert.

Eine neues Forum für Kulturpolitik

Gleich bei der ersten Sitzung soll eine Erklärung zur Freiheit von Kunst und Kultur veröffentlicht werden. "Das ist ein höchst aktuelles Thema, weil von populistischer Seite mittlerweile Künstlerinnen und Künstler, (aber) auch Kultureinrichtungen angegriffen werden, wenn sie sich mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen", sagt Wolf.

(picture alliance / dpa / Uwe Anspach)Sieht gesteigerten Abstimmungsbedarf in Kulturfragen: der rheinland-pfälzische Minister Konrad Wolf (SPD) (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Alle Kulturminister werden gemeinsam "klar machen, dass die Freiheit von Kunst und Kultur einerseits gesichert ist, auf der anderen Seite aber auch aktiv und offensiv verteidigt wird". Dass alle Länder dabei zusammenstehen und sich einig seien, habe große Symbolik, sagte Wolf im Deutschlandfunk Kultur.

Beratungen über Kolonialkunst

Ein weiteres Thema auf der ersten Kulturministerkonferenz: der Umgang mit Kulturobjekten, die aufgrund der kolonialen Vergangenheit nach Deutschland kamen. Hierzu soll ein gemeinsames Eckpunktepapier verabschiedet werden.

Darin sei festgelegt, dass die Provenienzforschung gestärkt werden soll, so Wolf. Und: Ist eine Rückgabe möglich, solle diese auch "in Betracht gezogen und ermöglicht" werden. Eine neu gegründete Anlaufstelle soll sich im Detail mit Rückgabemöglichkeiten und der Herkunft der jeweiligen Objekte beschäftigen.

(lkn)

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