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Dienstag, 13.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 28. Juli 2017

Erste Forschungsstelle Antiziganismus gegründet

Unter der Leitung des Heidelberger Zeithistorikers Edgar Wolfrum

Mit Geschichte, Ursachen und Wirkung der Ausgrenzung von Sinti und Roma in Deutschland und Europa befasst sich die neue Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg. Es ist das bundesweit erste Wissenschaftszentrum mit diesem Schwerpunkt. Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer von den Grünen sagte, die neue Forschungseinrichtung wolle ein Zeichen gegen das Schweigen und für die Aufklärung setzen: "Damit wird das Land auch seiner historischen Verpflichtung gegenüber Sinti und Roma gerecht." Baden-Württemberg finanziert die Forschungsstelle mit jährlich 220.000 Euro. Das Zentrum leitet der Heidelberger Zeithistoriker Edgar Wolfrum.

Europäisches Jugendorchester: Geld ohne Bewerbung

Brüssel gibt jährlich 600 000 Euro bis 2020

Die Finanzierung des prestigeträchtigen Europäischen Jugendorchesters soll nach dem Willen der EU-Kommission längerfristig gesichert werden. Demnach soll das Orchester künftig EU-Gelder erhalten, ohne sich regelmäßig darum bewerben zu müssen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Das Europaparlament und die EU-Staaten müssten dem Vorschlag zustimmen. 2016 waren die Nachwuchsmusiker im Wettbewerb um EU-Fördergelder zunächst leer ausgegangen. Das Überleben des Orchesters stand auf dem Spiel. Um das Aus zu verhindern, sicherte die EU für 2016 und 2017 dann jeweils 600 000 Euro zu. Unter anderem hatten sich die Berliner Philharmoniker mit Chefdirigent Simon Rattle für die Rettung des Jugendorchesters eingesetzt. Nach dem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission sollen nun bis 2020 jährlich 600 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Axel Preuß übernimmt Schauspielbühnen Stuttgart

Preuß wird Nachfolger von Manfred Langer, der nach Trier wechselt

Axel Preuß, bislang Schauspieldirektor am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, wird neuer Intendant der Schauspielbühnen Stuttgart. Die Findungskommission hatte seit April einen Nachfolger für Manfred Langer gesucht, der im Sommer 2018 als Intendant nach Trier wechselt. Der 54-Jährige Preuß war in Baden-Württemberg auch schon in leitenden Funktionen am Landestheater Tübingen und beim Heidelberger Stückemarkt tätig. Bis 2016 war er Chefdramaturg und Stellvertretender Generalintendant in künstlerischen Fragen am Staatstheater Braunschweig. Schauspieldirektor in Karlsruhe ist er seit einem Jahr.

Werkverzeichnis des ZERO-Künstlers Heinz Mack fertig

Entwicklungsgeschichte zeitgenössischer Kunst vervollständigt

Mehr als 500 Gemälde von Heinz Mack, Mitbegründers der ZERO-Bewegung sind kunstwissenschaftlich dokumentiert. Damit ist das Werksverzeichnis des 86 Jahre alten Malers fertig gestellt. Eine Lücke in der Entwicklungsgeschichte der zeitgenössischen Kunst sei geschlossen worden, teilte die Galerie Beck & Eggeling in Düsseldorf mit. Heinz Mack und der 2014 gestorbene Künstler Otto Piene hatten die ZERO-Bewegung 1957 ins Leben gerufen, etwas später stieß Günther Uecker dazu. Die ZERO-Bewegung verstand sich als eine radikale Kritik zur abstrakten Malerei der Zeit. Die ZERO-Künstler bezogen Luft, Feuer, Wasser und Licht in ihre Kunst ein.

SPD fordert Prüfung von Oper-Neubau in Köln

"Kosten wie bei der Elbphilharmonie" - nur ohne Elbphilharmonie

Angesichts der immer teurer werdenden Sanierung der städtischen Bühnen schließt die in Köln oppositionelle SPD auch einen kompletten Neubau von Oper und Schauspielhaus nicht aus. Es müssten Alternativen zum bisherigen Plan geprüft werden, sagte der Fraktionsvorsitzende Martin Börsche. "Wir befürchten, dass die Sanierung weiter ein Fass ohne Boden bleibt", sagte der Politiker. Die zuletzt prognostizierte Summe von bis zu 570 Millionen Euro sei nach seiner Überzeugung noch nicht das Ende. "Es drohen Kosten wie bei der Elbphilharmonie - ohne dass wir eine neue Elbphilharmonie bekämen." Öffnen sollen die Bühnen erst wieder Ende 2022. Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker nennt das ein "Desaster". Was ein kompletter Neubau kosten würde, könne sie nicht sagen, hatte die Politikerin Anfang Juli erklärt. Diese Alternative sei nie geplant worden. In jedem Fall hätte man dann Hunderte Millionen in den Sand gesetzt und eine Bauruine in der Innenstadt.

42 000 Jahre alte Elfenbeinperlen geborgen

"Fund des Jahres" aus schwäbischen Eiszeithöhlen

Archäologen haben bis zu 42 000 Jahre alte Perlen aus Mammutelfenbein aus den Weltkulturerbe-Höhlen der Schwäbischen Alb geborgen. Die 40 Schmuckstücke seien für die Eiszeitforschung bedeutend. Der Tübinger Archäologe Professor Nicholas Conard kündigte bei der Präsentation der Funde an, sie würden als "Fund des Jahres 2017" im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren ausgestellt werden. Dort befinden sich bereits Sammlungen baden-württembergischer Museen mit eiszeitlichen Statuetten von Tieren und Menschen, Flöten und Schmuckgegenständen aus den Höhlen im Ach- und Lonetal. Die Unesco hatte sechs dieser Fundstätten am 9. Juli in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Biermann: "Das ewige Gemecker kotzt mich an"

Liedermacher geht auf Tournee gegen Wahlmüdigkeit

Ein Wahlrecht, welches nicht wahrgenommen wird, sei nichts Wert, sagte Wolf Biermann im Deutschlandfunk Kultur. Aus diesem Grund möchte der Liedermacher junge Leute zur Stimmabgabe bei den Bundestagswahlen im September animieren. Sein Mittel: die Tournee „Demokratie feiern" zusammen mit der Jazzband „Zentralquartett. Den Künstler stört das Gemecker über Missstände der Demokratie und die Politiker. "Gerade Leute, die die Erfahrung der Diktatur noch in den Knochen haben, wie ich und die Jazzmusiker aus der DDR vom Zentralquartett, wir haben die Erfahrungen mit der Diktatur gemacht und deshalb haben wir wahrscheinlich eine etwas bessere Meinung von der Demokratie und halten sie für eine Kostbarkeit, die nicht so einfach in die Tonne getreten werden darf.", sagte Biermann gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Eine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei will er nicht abgeben. Ende August beginnt die Tournee. Dabei spielt Biermann auch ein Benefizkonzert zugunsten der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, der zur DDR-Zeit größten politischen Haftanstalt.

Humboldt-Forum will Vorreiter der Aufarbeitung sein

"Unrechtskontext" soll berücksichtigt werden

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sieht das geplante Humboldt-Forum in Berlin als Vorreiter der historischen Aufarbeitung. "Wir wollen schwierige Ereignisse der Kolonialgeschichte ins öffentliche Bewusstsein zurückholen", sagte Parzinger der "Berliner Zeitung". Der Archäologe antwortete damit auf Kritik der Kunsthistorikerin Benedicte Savoy. Sie hatte bemängelt, dass bei der Herkunftsgeschichte von Ausstellungsstücken nicht kritisch genug gearbeitet werde. Parzinger widersprach auch mit einem Verweis auf Objekte aus Tansania, die bewusst im "Unrechtskontext" ausgestellt werden sollten. Das Humboldt-Forum soll ab Ende 2019 die völkerkundlichen Sammlungen Berlins im wiedererrichteten Stadtschloss zusammenführen.

Schleswig-Holstein Musik Festival vor Besucherrekord

Zur Halbzeit 84 Prozent Auslastung

Das Schleswig-Holstein Musik Festival steuert auf einen Besucherrekord zu. Zur Halbzeit von Deutschlands größtem Klassikfestival seien bereits 160 000 der 190 000 verfügbaren Plätze belegt, sagte eine Sprecherin. Das entspreche einer Auslastung von 84 Prozent. Im Vorjahr hatte die Auslastung nach der ersten Hälfte bei etwa 80 Prozent gelegen. Von den insgesamt 190 Konzerten, fünf Musikfesten auf dem Land und zwei Kindermusikfesten sind nach Angaben des Festivals bislang 114 Veranstaltungen ausverkauft. Besonders die Konzerte mit dem Mandolinen-Virtuosen Avi Avital stießen auf riesiges Interesse, sagte Festivalintendant Christian Kuhnt. "Auch viele der Konzerte mit Musik unseres Schwerpunktkomponisten Maurice Ravel waren ausverkauft", so Kuhnt.

Maron warnt vor Aufteilung in Religionsgemeinschaften

Autorin möchte nicht als "Nichtmuslimin" bezeichnet werden

Die Schriftstellerin Monika Maron hat davor gewarnt, die Gesellschaft in Religionsgemeinschaften aufzuteilen. Das Religiöse dürfe nie die Definitionsgröße für einen Menschen sein, schreibt sie in einem Beitrag für die "Welt". Es sei nicht normal, "wenn fünf Prozent einer Bevölkerung die Bezugsgröße für die anderen fünfundneunzig sind", so Maron. Die 76-jährige kritisierte, dass oftmals einfach von Nichtmuslimen gesprochen werde - anstatt von Christen, Juden oder Angehörigen anderer Religionen. "Wenn man aber die Iraner, Iraker, Syrer, Ägypter, Türken ihrer nationalen Identität beraubt und sie stattdessen unter einer religiösen Identität vereint, bleibt das nicht ohne Folgen für alle anderen." Sie selbst wolle nicht als Nichtmuslimin bezeichnet werden.

Mick Jagger versucht sich am politischen Lied

Stones-Sänger veröffentlicht zwei Solo-Songs

Einen Tag nach seinem 74. Geburtstag hat Mick Jagger seine Fans mit zwei neuen, politisch gefärbten Solo-Songs überrascht: Sie heißen "Gotta Get A Grip" und "England Lost". Sie seien ab sofort als Download erhältlich, teilte Universal Music mit. "Die Songs sind das Ergebnis von Angst und der Unbegreiflichkeit der sich ändernden politischen Situation", zitierte die Plattenfirma ihren Star. Auf die Frage, wie er das aktuelle politische Klima beschreiben würde, sagte Jagger laut Mitteilung: "Wir haben offensichtlich viele Probleme. Bin ich politisch optimistisch? Nein."

Steinmeier gratuliert Sten Nadolny zum 75.

Schriftsteller sei "Glücksfall für Literatur"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Schriftsteller Sten Nadolny zum 75. Geburtstag gratuliert. "Sie sind ein Glücksfall für die deutsche Literatur. Mit Ihnen hat unser Land einen großen Schriftsteller, der Erzählungen und Romane von unvergleichlicher Sprachkraft geschaffen hat", schrieb Steinmeier nach Angaben des Präsidialamts in seinem Glückwunsch. Nadolny habe mit seinem Roman "Die Entdeckung der Langsamkeit" ein Beharrungsbuch gegen das blinde Voranhasten in hektischer Zeit gesetzt. Der in Berlin und Bayern lebende Schriftsteller wird am Samstag 75 Jahre alt.

Modemacherin Agnès b. plant Kunststiftung

Kunst als geistige Nahrung für jedermann

Die französische Modemacherin Agnès b. will 2018 in Paris eine Kunststiftung eröffnen. Für sie sei Kunst ein Art geistiger Nahrung, sorge für Emotionen und entführe aus der Wirklichkeit. An dieser Leidenschaft wolle sie andere teilhaben lassen. Die international bekannte Designerin hat in über 30 Jahren rund 5000 Werke zusammengetragen. Die Modeschöpferin hat Kunst studiert, sich jedoch aus rein finanziellen Überlegungen heraus der Mode zugewandt. "Ich musste mein Leben verdienen. So bin ich Designerin aus Notwendigkeit geworden", erzählte sie. Der Kunst blieb sie dabei stets verbunden. Im Jahr 1984 eröffnete sie in Paris die "Galerie du jour", wo sie heute durchschnittlich zehn Ausstellungen jährlich organisiert.

Salzburger Festspiele: Opernprogramm hat begonnen

Britischer Starregisseur Peter Sellars bejubelt

Mit einer Neuinszenierung von Mozarts Oper «La Clemenza di Tito» hat am Abend das Opernprogramm der Salzburger Festspiele begonnen. Sellars hatte Mozarts selten gespielte Oper in ein neuzeitliches Flüchtlingsdrama umgedeutet und auch Bezüge zu Nelson Mandelas nationalem Versöhnungswerk in Südafrika gezogen. Begeisterte Ovationen gab es auch für den Dirigenten Teodor Currentzis. Die Bühne in der Salzburger Felsenreitschule war mit symbolischen Stelen des Bildhauers und Installationskünstlers George Tsypin ausgestattet. Unter den Sängerinnen und Sängern stachen vor allem Marianne Crebassa als Sesto und Golda Schulz als Vitellia hervor.

"New York Times"-Buchkritikerin geht in Rente

Nach 40 Jahren hört Michiko Kakutani auf

Die bei Lesern beliebte und bei Autoren gefürchtete Literaturkritikerin will sich in Zukunft auf "längere Stücke über Politik und Kultur" konzentrieren, schrieb Kakutani beim Kurznachrichtendienst Twitter. "New York Times"-Chefredakteur Dean Baquet würdigte Kakutani: Niemand habe in den letzten vier Jahrzehnten eine größere Rolle dabei gespielt, Leser durch die literarische Welt zu leiten.

Documenta steuert auf Besucherrekord zu

Zur Hälfte rund 445.000 Besucher

Die documenta 14 hat gute Chancen auf einen Besucherrekord: Zur Hälfte der Ausstellungszeit in Kassel werde man eine Besucherzahl von rund 445 000 erreichen, erklärten die Ausstellungsmacher. Das entspreche einem Plus von 17 Prozent im Vergleich zur vergangenen documenta zum gleichen Zeitpunkt. Damals im Jahr 2012 kamen insgesamt 905 000 Besucher. Am Samstag ist für die bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Kassel Halbzeit. Die Ausstellung in Kassel dauert 100 Tage. Sie läuft in ihrer nordhessischen Geburtsstadt seit dem 10. Juni und noch bis zum 17. September. Mehr als 160 Künstler zeigen an 30 Standorten ihre Werke. Am Standort Athen ist die Ausstellung bereits zu Ende.

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