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Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.09.2019

Eröffnung des Futuriums in BerlinDifferenzierter Blick in die Zukunft

Stefan Brandt im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Ein kleines Modell eines Bauernhof aus dem 3D-Drucker ist im Futurium, dem Zentrum für Zukunftsgestaltung im Berliner Regierungsviertel, in einer Plexiglaskugel zu sehen.  (picture alliance/Gregor Fischer/dpa)
Vielleicht kommt der Bauernhof der Zukunft aus dem 3-D-Drucker. (picture alliance/Gregor Fischer/dpa)

In Berlin eröffnet das Zukunftsmuseum "Futurium". Auf mehreren Ebenen bietet die Schau einen Überblick über die "Zukünfte" von Natur, Mensch und Technik. Wie der Menschen leben wolle, sei dabei die zentrale Frage, sagt Direktor Stefan Brandt.

Das "Futurium" solle ganz unterschiedliche Zukunftsoptionen und Visionen vorstellen, erklärt der Direktor des Museums, Stefan Brandt: "Wir sprechen von Zukünften." In den drei großen Bereichen Natur, Mensch und Technik möchte die Ausstellung Diskussionen anstoßen, so der 43-Jährige.

Dabei solle kein plumper Zukunftsoptimismus verbreitet werden: "Ich bin großer Anhänger einer differenzierten Auseinandersetzung", sagt Brandt. Ein Beispiel sei Big Data. Das könne im Guten wie im Schlechten genutzt werden. Entweder, um bei dem Thema Krebs-Früh-Erkennung bessere Ergebnisse zu erzielen - oder aber auch, um massenhaft Daten über Bürger zu sammeln.

"Genau dieses Spannungsfeld machen wir da auch auf. Man wird auch beide Richtungen, beide Entwicklungen sehen. Und deshalb kommt bei uns auch immer die zentrale Frage: "Wie wollen wir leben?", erläutert der Museumsdirektor.

Der Besucher soll sich positionieren

Dabei soll der Besucher immer interaktiv eingebunden werden. "Zum Teil, dass man Exponate selber bedienen kann, zum Teil aber auch, dass man mit einem kleinen Armband, was man bekommt, Informationen sammeln kann, sich sogar positionieren kann, zu strittigen, kontroversen Fragen", so Brandt.

Stefan Brandt, Direktor des Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Experimentierforums Futurium (picture alliance/Jörg Carstensen/dpa)Direktor Stefan Brandt sieht die Unabhängigkeit des "Futuriums" trotz Firmenunterstützung nicht bedroht. (picture alliance/Jörg Carstensen/dpa)

Neben der Ausstellung gibt es auch noch das "Zukunftsforum". Hier sollen Debatten und Diskussionen stattfinden. "Aber nicht nur die üblichen Podiumsdiskussionen." Die gebe es auch, erklärt Brandt, aber genausogut ein Speed-Dating zwischen Bürgern und Wissenschaftlern über künstliche Intelligenz.

Schnell mal einen Prototypen bauen

Der dritte Teil des "Futuriums" sei das "Zukunftslabor". "Für das Experimentieren, für das Anfassen, für das Selber-Machen: Dort kann man auch mit bestimmten Geräten, ob 3D-Drucker oder Laser-Cutter, ganz schnell sich einen Prototypen bauen. Natürlich unter Anleitung, wir haben ein großes Workshop-Programm aufgezogen", berichtet Brandt.

Obwohl unter den fünfzehn Gesellschaftern, die das "Futurium" unterstützen, auch große Firmen sind, sei man in der Themensetzung komplett unabhängig, betont Direktor Brandt. "Es ist klare Absprache,  dass das Futurium inhaltlich eigenständig arbeitet. Es gibt keine Vorgaben, was wir tun, welche Themen wir machen, welche Aussagen wir treffen sollen", so Brandt.

(beb)

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