Eroberer, Chauffeure und ein Großstadtwaldschrat

In Erbil im Nordirak gibt es Taxis von Frauen für Frauen. © AP
Moderation: Martin Böttcher · 30.10.2011
Das Neonlicht blickt in dieser Woche nach Minsk und begegnet dort einem Schauspieler, der mit politischem Protesttheater nicht viel anfangen kann. Wir treffen selbstbewusste Taxifahrerinnen im Nordirak und ehrgeizige Stadtentwickler in Johannesburg. Und wir fragen uns, wie viel Wald ein Großstadtwohnzimmer eigentlich vertragen kann.
Frauen fahren Frauen Frauen fahren Frauen
Von Luise Sammann
Die kurdische Hauptstadt Erbil im Nordirak träumt davon, das neue Dubai zu werden, denn die Ölquellen in der autonomen Region Kurdistan fließen kräftig. An allen Ecken der 1,5-Millionen-Stadt entstehen Shoppingmalls, Vergnügungsparks und Luxushotels. Schaut her, scheinen die glitzernden Fassaden und unzähligen neuen Autos auf den frisch asphaltierten Straßen zu sagen: Bei uns ist es sicher und modern! Allerdings gilt das nicht für alle. Als Frau nämlich kann schon die Wahl des Taxifahrers zum Problem werden. Zum Glück gibt es jetzt die "Pink Taxis".

Die Geschichte einer Wiedereroberung Die Geschichte einer Wiedereroberung
Von Jörg Poppendieck
"Vor wenigen Jahren wäre ich nicht im Traum darauf gekommen, meinen Sonntag in Braamfontain zu verbringen", erzählt Trevor, während er eine Designerjeans zwischen einem Kaffeestand und einer Champagner-Bar anprobiert. Der Stadtteil Braamfontain gehört zu Johannesburgs Innenstadt und war lange Zeit No-Go-Area. Straßenüberfälle und Vergewaltigungen gehörten zum Alltag. Doch jetzt ist Schluss damit.

Radikaler Chic - Nein, danke! Radikaler Chic - Nein, danke!
Von Mirko Schwanitz
Lange Zeit gab es im Reich des Alexander Lukaschenkos nur ein unabhängiges Theater. Das "Freie Theater Belarus" setzt auf dokumentarische Stücke, die sich mit dem Alltag unter dem Diktator auseinandersetzen. Das hat dem Ensemble im eigenen Land Auftrittsverbote, im Westen aber große Anerkennung eingebracht. Mit dem radikalen "Polit-Chic" des Untergrundtheaters wollen viele junge Schauspieler in Minsk indes nichts mehr zu tun haben.

Der Wald im Wohnzimmer Der Wald im Wohnzimmer
Von Carola Hoffmeister
Der Wald ist ein Ort der Mythen und Märchen: Hänsel und Gretel verlaufen sich im Dickicht und Romantikern wie Joseph von Eichendorff galt das rauschende Grün als Zufluchtsstätte vom hektischen Alltag. Auch heute noch zieht es die Städter in den Wald – besonders jetzt, im Oktober, wenn der Herbst die Blätter rot und golden färbt. Aber immer mehr Großstädtern sind diese Wochenendausflüge nicht mehr genug. Und so forsten sie ihre Wohnung mit selbst gesammelten Kastanien, Garderobengewächsen und Pilzhockern auf.