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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. September 2018

Erneut Querelen um Eurovision 2019 in Tel Aviv

Israel will Forderungen der European Broadcasting Union nicht nachkommen

Um den Eurovision Song Contest 2019 in Israel gibt es erneut Querelen zwischen dem Veranstalter und der israelischen Regierung. Nach Medienberichten fordert die Europäische Rundfunkunion (EBU) unter anderem, dass Visa ohne Blick auf politische Ansichten vergeben werden. "Ich verstehe nicht, woher die EBU die Dreistigkeit nimmt, diese verrückten Forderungen zu stellen", sagte der Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, dem Armeeradio. Israel hat im Januar festgelegt, Aktivisten bestimmter Organisationen, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, die Einreise zu verweigern. Die internationale BDS-Bewegung setzt sich für Sanktionen und einen Boykott Israels wegen der Palästinenserpolitik der israelischen Regierung ein. Die EBU fordert den Medienberichten zufolge darüber hinaus auch keine Beschränkungen durch die religiösen Vorschriften für den Sabbat, den jüdischen Ruhetag. Arbeit ist für religiöse Juden am Sabbat jedoch verboten.

Schlechte Chancen für Mauer-Kunstprojekt in Berlin

Laut Stadträtin sei die Zeit für das Genehmigungsverfahren zu kurz

Die Chancen für das umstrittene Kunstprojekt mit einem Nachbau der Mauer in Berlin stehen schlecht. Die zuständige Stadträtin Sabine Weißler sagte der dpa, die Zeit für das Genehmigungsverfahren sei "definitiv zu kurz. Wir haben für dieses Projekt keine ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen." Bei dem Projekt "DAU Freiheit" soll vom 12. Oktober an ein Häuserkarree in Berlin mit einer Mauer abgeschottet werden. Besucher können "Visa" kaufen und im Sperrbezirk das Gefühl des Freiheitsverlusts erleben, so die privaten Initiatoren. Die abschließende Genehmigung wird durch die bei der Landesverwaltung angesiedelte Verkehrslenkung Berlin erteilt. Sie selbst hat eigenen Angaben zufolge keine Bedenken, ihr fehlt aber noch die Stellungnahme des Bezirks. Ein erfolgreicher Abschluss hänge auch davon ab, wie schnell der Veranstalter auf rechtlich begründete Auflagen reagiere, sagte die dort zuständige Stadträtin Weißler.

Daniel Cohen wird Generalmusikdirektor in Darmstadt

Dirigent setzt sich im Findungsverfahren durch

Der israelische Dirigent Daniel Cohen wird im Oktober neuer Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt. Cohen erhalte als Nachfolger von Will Humburg einen Vertrag für zunächst fünf Jahre, teilte das Hessische Kunstministerium in Wiesbaden mit. Cohen habe sich in einem zweiten Findungsverfahren gegen vier weitere Kandidaten durchgesetzt. Das erste Findungsverfahren im vergangenen Jahr sei ergebnislos geblieben. Cohen war den Angaben zufolge als Geiger viele Jahre lang Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim und später auch bis 2011 dessen Assistent. Außerdem war er Kapellmeister an der Deutschen Oper Berlin.

Deutschland sagt nach Museumsbrand in Rio Hilfe zu

Auch Frankreich will sich beteiligen

Nach dem verheerenden Großbrand im brasilianischen Nationalmuseum in Rio de Janeiro haben Deutschland und Frankreich Hilfe zugesagt. "Wir sind vor Ort in Kontakt mit dem Museumsdirektor und den Behörden, um sie bei der Bewältigung dieser Katastrophe und bei der Bergung, der Sicherung sowie der Restaurierung von Dokumenten und Artefakten zu unterstützen", erklärte die für Kultur zuständige Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, in Berlin. Auch Frankreich sei bereit, bei der Restaurierung zu helfen, verkündete Staatspräsident Emmanuel Macron auf Twitter. Das mehr als 200 Jahre alte Nationalmuseum war am Sonntagabend in Flammen aufgegangen. Ein Großteil seiner kostbaren archäologischen und antiken Sammlung wurde zerstört. In einem Fernseh-Interview gab Kulturminister Sergio Sá Leitao zu, dass es "Jahre der Nachlässigkeit" bei der Instandhaltung des Museums gegeben habe. Das Feuer konnte erst am Dienstagmorgen endgültig gelöscht werden. Verletzt wurde offenbar niemand.

Schauspielerin Doris Gallart gestorben

Sie war u.a. die deutsche Stimme von Catherine Deneuve und Claudia Cardinale

Die Schauspielerin Doris Gallart ist tot. Wie heute bekannt wurde starb sie am vergangenen Samstag nach langer, schwerer Krankheit. Sie spielte 1957 in ihrem ersten Kinofilm "Herz ohne Gnade" und war zuletzt 2017 in einer Episode der TV-Krimiserie "Soko Wismar" zu sehen. Außerdem stand sie in verschiedenen Theatern bundesweit auf der Bühne. Gallart war auch als Synchronsprecherin tätig. Sie war die deutsche Stimme von Schauspielerinnen wie Vanessa Redgrave, Catherine Deneuve und Claudia Cardinale. Sie war mit dem 2008 gestorbenen Schauspieler Herbert Bötticher verheiratet.

Streit um Pina Bausch-Intendanz

Arbeitsgericht regt Mediationsverfahren an

Im Streit um die fristlose Kündigung der Intendantin des Wuppertaler Pina Bausch-Tanztheaters, Adolphe Binder, hat das Arbeitsgericht ein Mediationsverfahren angeregt. Das Gericht gab Binder und dem Tanztheater zwei Wochen Zeit, um einem sogenannten Güterrichterverfahren zuzustimmen. Die Probleme der Zusammenarbeit lägen offenbar viel tiefer als nur im Streit über den neuen Spielplan, sagte der Richter. Das weltberühmte Tanztheater hatte Binder im Juli nach anhaltenden Querelen fristlos gekündigt. Dies wurde damit begründet, dass die Handlungsfähigkeit wieder hergestellt werden solle. Binder war auch Fehlverhalten und Mobbing vorgeworfen worden. Offiziell war die Kündigung mit dem fehlenden Spielplan für die im Herbst startende neue Saison begründet worden. Die 49-jährige Binder wies die Vorwürfe erneut zurück. Sie sei nach wie vor bereit, Intendantin zu bleiben. Binder hatte erst im Mai 2017 die Leitung der renommierten Tanztruppe übernommen. Ihr Vertrag wäre normalerweise bis 2022 gelaufen.

Sechs Bücher auf Shortlist für Raabe-Literaturpreis

Der Preis wird am 4. November im Braunschweiger Staatstheater verliehen

Sechs Bücher sind für den diesjährigen Wilhelm-Raabe-Literaturpreis nominiert worden. Auf der Shortlist stehen "Der Idiot des 21. Jahrhunderts" von Michael Kleeberg, "Miakro" von Georg Klein, "Ein schönes Paar" von Gert Loschütz, "Aurora" von Sascha Reh, "Ich war Diener im Hause Hobbs" von Verena Rossbacher sowie "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky. Das teilte die Stadt Braunschweig mit, die den mit 30.000 Euro dotierten Preis gemeinsam mit dem Deutschlandfunk vergibt. Der im Jahr 2000 gestiftete Wilhelm-Raabe-Literaturpreis würdigt jedes Jahr ein erzählerisches Werk in deutscher Sprache. Er soll das Lebenswerk des Schriftstellers Wilhelm Raabes und die "herausragende Geistesleistung seiner Zeit" würdigen.

Berliner Museum unterstützt Wiederaufbau in Aleppo

Datenbank des "Syrian Heritage Archive Project" als Basis

Das Berliner Museum für Islamische Kunst unterstützt den Wiederaufbau des zerstörten Weltkulturerbes im syrischen Aleppo. Nach fünfjähriger Arbeit übermittelte das Museum ein erstes Datenpaket an die Unesco, das bei der Rekonstruktion der berühmten Umayyaden-Moschee helfen soll. Dafür wurden die immensen Schäden detailliert erfasst und die einstigen Gebäude mithilfe historischer Bilder, Pläne und Texte rekonstruiert. Seit 2013 entstand im Rahmen des "Syrian Heritage Archive Project" gemeinsam mit syrischen Experten eine Datenbank von mehr als 200 000 Fotos, Plänen, Karten und Berichten. Es ist nach Angaben von Weber das umfangreichste Archiv zu den syrischen Kulturschätzen. Inzwischen konnten daraus drei Pilotbauten rekonstruiert und online gestellt werden, wie die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte. Nach Angaben von Stiftungspräsident Hermann Parzinger soll das Projekt ab 2019 bei einer Ausstellung im Pergamonmuseum einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Verleger rechnen weiter mit Google-Millionen

EU-Gerichtshof wird sich mit Leistungsschutzrecht befassen

Fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des deutschen Leistungsschutzrechts für Presseverlage rechnen namhafte Verleger weiterhin mit signifikanten Zahlungen von großen Internetkonzernen. "Es geht um die Frage, wem die Inhalte gehören, ob Google sich an geltendes deutsches und europäisches Recht hält oder sich weiter herausreden kann, Inhalte gar nicht zu verwerten", so der Kölner Verleger Christian DuMont Schütte. Bei dem Streit geht es darum, wie umfangreich die Vorschau-Inhalte auf den Google-Seiten sein dürfen, bevor eine Lizenzierungspflicht greift. Einige Verlage hatten eine "Gratiseinwilligung" an Google erteilt. In einer Reihe von juristischen Auseinandersetzungen muss sich nun der EU-Gerichtshof mit dem Leistungsschutzrecht beschäftigen. Google erklärte, man wolle keine juristischen Auseinandersetzungen führen, sondern mit den Verlagen zusammenarbeiten.

Sanierung der Beethovenhalle Bonn wird immer teurer

Aktuelle Kostenprognose beläuft sich auf 94 Millionen Euro

Die Sanierung der Beethovenhalle in Bonn wird immer teurer. Die aktuelle Kostenprognose belaufe sich auf knapp 94 Millionen Euro, teilte die Stadt mit. In einer Hochrechnung aus dem Juni hatte man noch rund 84 Millionen Euro veranschlagt, im Februar 79 Millionen Euro. Die Mehrkosten können nach Stadtangaben aber von einer steigenden Spendenbereitschaft und eingeworbenen Fördermitteln "zumindest teilweise kompensiert" werden. Der Umbau der 1959 eröffneten Konzerthalle soll das Gebäude als Spielstätte für Konzerte und als Multifunktionshalle erhalten. Die Inbetriebnahme ist für 2020 geplant.

Der Isenheimer Altar wird restauriert

Er gilt als Meisterwerk der deutschen Tafelmalerei

Der Isenheimer Altar, Hauptwerk des frühneuzeitlichen Ausnahmekünstlers Matthias Grünewald, wird in den kommenden vier Jahren umfassend restauriert. Den Plan für das 1,2 Millionen Euro teure Projekt stellten das Museum Unterlinden, die verantwortlichen Restauratoren und Experten in Colmar vor. Im Zentrum des Isenheimer Altars steht die naturalistisch gemalte Kreuzigung Christi. Der vor fünf Jahrhunderten für die Antoniterkirche in Isenheim, einem kleinen Dorf bei Colmar, erschaffene Altar ist eines der berühmtesten Kunstwerke zwischen Spätbarock und Renaissance.

Stockholmer Museum gibt Kokoschka-Bild zurück

Erben danken für vorbehaltlose Restitution

Das Stockholmer Kunstmuseum Moderna Museet gibt den Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim ein Gemälde von Oskar Kokoschka zurück. Das 1910 entstandene Porträt "Marquis Joseph de Montesquiou-Fezensac" wird in Übereinstimmung mit den Washingtoner Prinzipien restituiert. Für die schwedische Regierung und das Museum sei es von außerordentlicher Wichtigkeit, keine Kunstwerke mit einer fragwürdigen Provenienz in der Sammlung zu haben, so der Direktor des Museums. Flechtheims Großneffe Michael Hulton dankte dem Museum für die vorbehaltlose Restitution. Flechtheim war einer der bedeutendsten Galeristen für Avantgarde-Kunst in der Weimarer Republik. Nach 1933 ging er ins Exil. Seine Galerien in Düsseldorf und Berlin wurden liquidiert. Flechtheims Erben fordern Werke von verschiedenen Institutionen.

Neuer Chef beim Museumsverband Sachsen-Anhalt

Ulf Dräger folgt auf Kristin Otto

Ulf Dräger ist neuer Chef des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt. Er ist zum Nachfolger von Kristin Otto, der Museumsleiterin Schloss Moritzburg Zeitz, gewählt worden. Das teilt der Museumsverband in Bernburg mit. Dräger ist seit 1988 an der Moritzburg Halle Kustos für die Sammlung Kunsthandwerk & Design und das Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt. Der 1965 geborene Museologe erklärte, er wolle der Erschließung und Vermittlung der Museumssammlungen noch mehr Aufmerksamkeit verleihen. Museen sollten als zentrale Orte der Kultur zu gestärkt werden, so Dräger.

Neue Kuratorin für Münchner Haus der Kunst

Jana Baumann erweitert das Team

Das Münchner Haus der Kunst erweitert sein Team der Kuratoren. Als neues Mitglied stößt Jana Baumann (34) ab 15. Oktober dazu. Sie studierte bis 2010 Kunstgeschichte in Bonn und beschäftigte sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Thema "Museen als Avantgarde. Museen moderner Kunst in Deutschland 1919-1933". Als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Gegenwartskunst verantwortete Baumann am Städel-Museum Frankfurt die Ausstellungen zu Victor Vasarely sowie "Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse" und "David Claerbout. Die reine Notwendigkeit".

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