Seit 07:40 Uhr Interview

Mittwoch, 23.10.2019
 
Seit 07:40 Uhr Interview

Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. April 2019

Ermittlungen gegen "Zentrum für politische Schönheit"

Die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" ist ins Visier der Justiz geraten: Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen deren Gründer Philipp Ruch wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dies geht aus einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Schreiben der Behörde hervor. Die Ermittlungen laufen bereits seit 16 Monaten, wie die Gruppe auf ihrer Homepage mitteilte. Nach Angaben des Zentrums wurde das Ermittlungsverfahren durch eine Antwort der Landesregierung in Thüringen auf eine parlamentarische Anfrage hin öffentlich. Das „Zentrum für politische Schönheit ist für seine umstrittenen Aktionen bekannt. Beispielsweise der Mahnmal-Aktion vor dem Haus des AfD Politikers Björn Höcke. Inzwischen hat das Berliner Maxim Gorki Theater seine Empörung über die Ermittlungen geäußert. „Wir schätzen die Kolleg*innen als kritische, kreative und streitbare Künstler*innen, die gerne auch mal die Grenze des Provokativen austesten", heißt es in einer Presseerklärung. Das Theater betont die im Grundgesetz verfasste Freiheit der Kunst.

Grünes Licht für Museum in einstigem DDR-Restaurant

Das Potsdamer Stadtparlament hat grünes Licht für ein Museum für DDR-Kunst im ehemaligen Terrassenrestaurant "Minsk" gegeben. Mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimme votierte die Stadtverordnetenversammlung für den Verkauf des verfallenen DDR-Baus an die Stiftung des Software-Milliardärs Hasso Plattner. Das zweistöckige Restaurant mit Flachdach war zu DDR-Zeiten sehr beliebt. Lange Zeit war geplant, das Gebäude abzureißen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte die Abrisspläne erst im vergangenen Jahr gestoppt. "Das ist ein guter Tag für die Entwicklung der Landeshauptstadt - das Angebot der Stiftung ist ein Glücksfall für Potsdam", erklärte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Der Kaufpreis soll 20 Millionen Euro betragen. Außer dem Museum sollen auf dem Brauhausberg Neubauten mit preiswertem Wohnraum entstehen. Über die Pläne für das Museum sagte Plattner vor einigen Tagen den «Potsdamer Neuesten Nachrichten»: «Meine Sammlung von Kunst aus der DDR wird dort ständig zu sehen sein. Und vielleicht ist auch noch Platz für Ausstellungen von Künstlern aus der Region.» Neben dem Barberini ist es dann das zweite Museum der Stiftung in Potsdam.

Libeskind kritisiert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind hat ein israelisches Seilbahn-Projekt in Jerusalem kritisiert. In einem Brief an den Jerusalemer Anwalt David Schönberg äußert Libeskind die Befürchtung, dass unersetzliche Kulturgüter bedroht würden. "Die Seilbahn beschädigt die historische Skyline." Schönberg hat eine Beschwerde gegen das Projekt eingereicht und dafür zuvor Unterstützung bei dem Architekten gesucht, wie er mitteilte. Die Seilbahn soll von der alten Bahnstation im jüdisch geprägten Westteil der Stadt hoch auf den Ölberg im arabisch geprägten Ostteil der Stadt führen. Dabei soll sie nahe der Klagemauer an der Altstadt vorbeiführen. Dort befindet sich auch der Tempelberg mit der für Muslime heiligen Al-Aksa-Moschee. Bauprojekte in der Nähe des Tempelbergs haben in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Spannungen mit den Palästinensern geführt. Libeskind rief die israelische Regierung dazu auf, das Projekt zu stoppen.

Umstrittene Ausstellung "Muslimische Mode" in FaM

Das Frankfurter Museum Angewandte Kunst (MAK) eröffnet an diesem Donnerstag die erste große Ausstellung über zeitgenössische muslimische Mode in Europa. Unter dem Titel "Contemporary Muslim Fashions" wird das Museum die Vielfalt muslimischer Mode anhand von Haute Couture, Straßen- und Sportbekleidung sowie Modefotografie vor allem aus dem Nahen Osten, Südostasien, USA und Europa zeigen. "Es herrscht ein sehr stereotypes Bild davon, wie eine muslimische Frau lebt und aussieht", sagte Kuratorin Mahret Ifeoma Kupka. Die Ausstellung wolle mit dieser Vorstellung brechen. "Es ist keine Kopftuch Ausstellung", betonte Museumsdirektor Wagner K als Reaktion auf den Protest, den es in den vergangenen Wochen gab. Verschiedene Frauenrechtlerinnen hatten die Schau als "Skandal" und "Schlag ins Gesicht" kritisiert. Ein offener Protestbrief einer Gruppe "Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung" hatte die Debatte ausgelöst. Es habe auch Hass-Mails gegeben, erklärte Wagner K. Zum ersten Mal in der Geschichte des Museums gebe es daher Einlasskontrollen für die Besucher.

Theaterschauspieler Götz Argus ist tot

Der Theater- und TV-Schauspieler Götz Argus ist tot. Er sei Ende März nach längerer Krankheit mit 57 Jahren gestorben, teilte das Residenztheater in München mit. Argus gehörte dort ab 2011 sieben Jahre lang zum Ensemble unter Intendant Martin Kusej. Zu sehen war er unter anderem in Frank Castorfs Inszenierungen "Baal" oder "Kasimir und Karoline". Auftritte hatte er auch an der Oper am Rhein und an der Königlichen Oper Madrid. Fernsehzuschauer kennen den im thüringischen Greiz geborenen Darsteller unter anderem aus der RTL-Serie "Der Knastarzt". Argus war gelernter Kunsttischler und hatte zudem Schauspiel in Leipzig studiert. Von 1996 bis 2006 gehörte er nach Angaben des Residenztheaters auch zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses.

Christo will Pariser Triumphbogen verhüllen

Künstler Christo will den Triumphbogen in Paris verhüllen. Die Aktion soll im Frühjahr 2020 stattfinden, wie das Zentrum nationaler Monumente (CMN) mitteilte, das die Sehenswürdigkeit verwaltet. Der Arc de Triomphe soll in rund 25 000 Quadratmeter silber-bläulichem Stoff verpackt werden, der mit insgesamt 7000 Meter rotem Seil zusamengehalten wird. Das Werk soll vom 6. bis 19. April 2020 zu sehen sein. Christo und seine 2009 verstorbene Frau Jeanne-Claude wurden unter anderem mit der Verhüllung des Berliner Reichstages 1995 berühmt. Parallel zur Verhüllung des Triumphbogens wird das Pariser Centre Pompidou Christo und Jeanne-Claude vom 18. März bis 15. Juni 2020 eine Ausstellung widmen. Sie rückt die Jahre 1958 bis 1964 in den Mittelpunkt, als das Künstlerpaar in der französischen Hauptstadt lebte.

Schadenersatzforderung trotz Schutz der Familie

Eltern müssen für ihre Kinder haften, wenn diese über den gemeinsamen Internetanschluss illegal ein Musikalbum auf einer Internetplattform zum Download anbieten. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte eine Entscheidung des Bundesgerichthofs. Demnach müssen Eltern bei einer Urheberrechtsverletzung Schadensersatz und Abmahnkosten an die klagende Musikfirma zahlen - auch wenn sie selbst nicht an der illegalen Handlung beteiligt waren. Die Eltern hatten sich auf das Grundrecht auf Achtung des Familienlebens berufen. Trotzdem sie um das illegale Hochladen wussten, wollten sie den Namen des Kindes nicht preisgeben. Aus dem Grundrecht auf Achtung des Familienlebens ergebe sich zwar ein Recht, Familienmitglieder nicht zu belasten. Einen Schutz vor negativen prozessualen Folgen dieses Schweigens beinhalte die Regelung allerdings nicht, betonte das Bundesverfassungsgericht. Der Schutz der Familie diene nicht dazu, sich bei einer Verletzung von Urheberrechten der eigenen Haftung zu entziehen.

Michael Jürgs erhält Theodor-Wolff-Preis

Der Journalist Michael Jürgs erhält den Theodor-Wolff-Preis für das Lebenswerk. Jürgs sei ein streitbarer und engagierter Verteidiger eines unabhängigen, aufklärerischen Journalismus, erklärte die Jury. Nach Stationen bei der "Münchner Abendzeitung" und in der Entwicklungsabteilung von Gruner und Jahr wurde er Ressortleiter Unterhaltung beim "stern" und von 1986 bis 1990 dessen Chefredakteur. Von 1992 bis 1994 war er Chefredakteur bei Tempo. Jürgs ist Autor mehrerer Sachbücher und Biografien, unter anderem zu Romy Schneider, Axel Springer und Günter Grass. Der Theodor-Wolff-Preis ist der renommierteste Preis der deutschen Zeitungsbranche und wird vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vergeben.

Thilo Krause mit Peter-Huchel-Preis geehrt

Der in Zürich lebende Schriftsteller Thilo Krause hat den diesjährigen Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik erhalten. Die mit 10 000 Euro verbundene Auszeichnung würdige den 42-Jährigen für seinen im vergangenen Jahr erschienenen Gedichtband "Was wir reden, wenn es gewittert", sagte eine Sprecherin der Jury bei der Preisverleihung. Der in Dresden geborene Krause überzeuge mit einer starken Sprache und einem wachen Auge für alltägliche Momente. Der Preis ist den Angaben zufolge einer der bedeutendsten für Lyrik im deutschsprachigen Raum. Er ist nach dem Lyriker Peter Huchel (1903-1981) benannt und wird seit 1984 jährlich am Geburtstag Huchels in Staufen vergeben. Bisher erhielten den Preis unter anderem Ernst Jandl, Durs Grünbein, Friederike Mayröcker, Thomas Kling und Nora Bossong. Vor einem Jahr war der Schriftsteller Farhad Showghi ausgezeichnet worden.

Häufiger Berufseinstieg nach Bachelor

Nach einer Umfrage des Studienfonds Deutsche Bildung plant mehr als die Hälfte der Studierenden den Berufseinstieg nach dem Bachelor. Nur 47 Prozent wollen bis zum Master weiterstudieren. 2010 wollten noch zwei Drittel einen Master anhängen. Die Gehaltserwartungen der Studenten in Deutschland sind kräftig gestiegen. Wie das "Handelsblatt" aus der Umfrage berichtete, erwarten sie ein Einstiegsgehalt von rund 42.000 Euro brutto pro Jahr - elf Prozent mehr als bei der vorangegangenen Befragung im Jahr 2015. Studenten, die nach dem Bachelor-Abschluss direkt arbeiten möchten, erwarten demnach knapp 40.000 Euro, die künftigen Master-Absolventen 42.600 Euro. Die Deutsche Bildung erhob die Umfrage zum siebten Mal er. Befragt wurden im ersten Halbjahr 2018 knapp 7000 Studenten.

500 Jahre altes Schiffswrack in Nordsee gefunden

Niederländische Bergungsexperten haben auf dem Boden der Nordsee das Wrack eines rund 500 Jahre alten Handelsschiffs gefunden. Es sei das älteste Wrack, das jemals in niederländischen Gewässern entdeckt worden sei, teilte das Kulturministerium in Den Haag mit. Das Schiff war vermutlich 30 Meter lang, wurde rund 1540 gebaut und transportierte Kupfer der deutschen Kaufleute Fugger. Darauf weisen aus dem Wasser geborgene Kupferplatten mit dem Markenzeichen der damals mächtigen und reichen deutschen Handelsfamilie hin, die im 16. Jahrhundert ein Kupfer-Monopol hatte. Die Bergungsexperten hatten das Wrack zufällig bei den niederländischen Wattenmeer-Inseln entdeckt. Sie waren auf der Suche nach den mehr als 340 Containern, die Anfang Januar vom Frachtschiff MSC Zoe über Bord gegangen waren.

Volkshochschul-Verband ehrt Arte

Der deutsch-französische Fernsehsender Arte erhält bei der Verleihung des Grimme-Preises die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes(DVV). Gewürdigt werden soll damit das Engagement des Senders, den Menschen die europäische Vielfalt der Geschichte, Sprachen und Kulturen näherzubringen. Die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer werde die undotierte Auszeichnung in ihrer Funktion als DVV-Präsidentin am Freitagabend in Marl bei der Preisverleihung überreichen, teilten Grimme-Institut und DVV mit. Damit ist Arte der erste TV-Sender, der diese Auszeichnung erhält. Der DVV ist Stifter des Grimme-Preises.

Filmemacherin Agnès Varda in Paris beigesetzt

Die Filmemacherin Agnès Varda ist auf dem Pariser Friedhof Montparnasse beigesetzt worden. Die bekannte Vertreterin der "Nouvelle Vague" wurde an der Seite ihres 1990 verstorbenen Ehemannes Jacques Demy bestattet. Der Beisetzung wohnten zahlreiche Prominente aus der Filmbranche bei, unter ihnen die Schauspielerin Catherine Deneuve. Varda war vergangene Woche im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Vor der Beisetzung hatten sich im französischen Filminstitut Cinémathèque française etwa 650 Kulturschaffende sowie Angehörige von Varda versammelt, um die Regisseurin zu würdigen. Bei der Trauerfeier sprach unter anderem Frankreichs Kulturminister Franck Riester, der Varda als "außergewöhnliche Frau" lobte, die "eine ganze Generation inspiriert hat". Auch die Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin und ihre Kollegin Laetitia Casta zählte zu den Gästen.

Kulturnachrichten hören

April 2019
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur