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Studio 9 | Beitrag vom 22.08.2020

ErdüberlastungstagMit den Ressourcen am Ende

Helene Helix Heyer im Gespräch mit Dieter Kassel

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Eine Hand zerquetscht eine welkende Globusblume. (imago images / Ikon Images / Tommaso D Incalci / Bearbeitung: Deutschlandradio)
Deutschland hat sein Pensum an eneuerbaren Ressourcen in diesem Jahr bereits am 3. Mai verbraucht. (imago images / Ikon Images / Tommaso D Incalci / Bearbeitung: Deutschlandradio)

Am 22. August 2020 waren alle in diesem Jahr nachwachsenden Ressourcen des Planeten Erde verbraucht. Helene Helix Heyer von der BUNDjugend hält die Lage des Planeten für dramatisch und fordert ein Umdenken in ökologischen und sozialen Fragen.

Am 22. August ist der globale Weltüberlastungstag. Laut Global Footprint Network hat die Menschheit an dem Tag alle Ressourcen verbraucht, die ihr bei nachhaltiger Nutzung für das gesamte Jahr zur Verfügung gestanden hätten. 

Das heißt: Natürliche Ressourcen, die ab heute verbraucht werden, können sich im laufenden Jahr nicht mehr regenerieren. Das Datum hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nach hinten verschoben. Im vergangenen Jahr war der Erdüberlastungstag bereits am 29. Juli.

Keine Jobs auf einem toten Planeten

Helene Helix Heyer von der BUNDjugend, der Jugendorganisation des Bundes für Umwelt und Naturschutz, sagt, dass der CO2-Verbrauch und der Holzverbrauch in der Corona-Pandemie gesunken seien. Hoffnung, dass der ökologische und soziale Umbau der Gesellschaft gelinge, hat sie hingegen wenig.

"Wenn ich mir so IPCC-Prognosen durchlese, das ist gruseliger als ein Hitchcock-Film", sagt sie. "Die Hütte brennt." Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen.

Auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen gebe kein grenzenloses Wirtschaftswachstum, sagt Heyer – und auf einem toten Planeten eben auch keine Jobs mehr. Wenn man aber den CO2-Verbrauch um die Hälfte senke, könne man aber den Erdüberlastungstag um drei Monate nach hinten schieben.

Erd- oder Weltüberlastungstag
Der Weltüberlastungstag wird in einer jährlichen Kampagne der Organisation Global Footprint Network mit Sitz in Kalifornien benannt. Diese errechnet auch den Ressourcenverbrauch einzelner Staaten. So war in diesem Jahr der Erdüberlastungstag für Deutschland bereits am 3. Mai 2020.

(huc)

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